Ja auso – hat das Ganze doch fei Uswürkig auf alles. Ich meine die Sache mit em Fridu u sim wärt Herr Papa. I meinti im Dorf hetz ja nid numä üs und üses Umfaud gäh, sondern haut auergattig Lüt – die mieschte haut flott un gäbig, emu für irget öpper… e Meinig hei aber au. Glücklicherwys tüe nid ganz au disi Päguhäärig umä praschaure wit Frou Schnägg – wobi isch die Gumsle de nid überau guet aacho mit ihrem: Aber das geit de gar nid – tEhe sig es Gelöbnis vor Gott – me chöng doch nid zFamilioberhoupt … u überhaupt… Viu hei de haut gmeint – guet gmacht heigs dr Fridu – das zChanettli standhaft blibi sig meh aus ir ornig – guet für si u höschti Zyt…
Gschnurret wird einewäg – am Fridu? Füdlägliich – emu gäg ussä – dä kennt nüt u seit jedem gredi usä wo dr Bartli dr Moscht här het. Beim Chanettli durfte man dann fei staunen. Hats die dann durchgegeben. Chunt r tatsächli mau wider wo Fridu nid umä ischt, wot r zChanettli iseifä und sich retour schliimä.
U Disi? Souverän – laht ne gar nid ersch inä, sondern macht zGaragetor uf – da – usärumä. Was nach em ne Monet no da isch wird entsorgt u das wärs de, danke viu mau – ade, merci u de no e schönä Tag!
Das git im äuä fei dr Bogä, aber leider nid der Räschte. Chunt dä Dubu doch einisch no des Nachts, fei vouä, u mues merkä si Schlüssu geit nüm. Hei die zweh in weiser Voraussicht ghandlet…
Diser laht nid lugg, faht afa umä bäge u lirä – es sig sis Rächt, er vöu zu sir Frou und sim Sohn… u bichunt ä Chübu Wasser über Tbirä gschüttet. Bis am Schluss nimmt ne de tSchmier mit. Bi auso nid derbi gsi – aber Fridu hets brichtet – dr Schriner Güschtu ou, es fridlichs Exemplar im richtige Läbe, het er aber scho fei es Hölzi parat gha faus diser de nid hätti wöä Ruhe gäh… isch guet isch de tSchmier cho meint är numä feo troch – wär schad dä Kirschboum um sone Quadratschädu zwicklä…
Aber das isch nid aus, Fridu mues merkä – es wärde neu Saite ufzögä seit meh gloub. Si mir eis mau bi Tee und Gebäck bim Trudi u si fragt nah, wis de so usgseht mit derä Kunschgwärbschuel zBärn vore?
Fridu meint mou scho, aagmäudet u aus, aber es bruchi ne fei. Chanettli heig gmeint auso füf mau minimum pro Monet mües är scho itd Migro gah Büglä – u dr Lohn nid zum verblödä – abgäh und uf zyte tue.
U der Bodä vom Atelier heigi si gschliffe u gölet ut wänd neu gstrichä – Strahlend wiiss – ut Feischter Putzt bis er fasch um sig – zum Glück het tGloria so ne grossi Familiä – de heigi si fei Hiuf gha. Chanettli heig gmeint är bruchi Platz u Liecht für sini Arbeit, u si wöu afa Wäbe… U die Arbeite für die Schuel sigi de oh nid ganz ohni – heig aber Girsbärger, Jungstoffel und Indermühle doch no fei Tips füre gmacht …
Wiukomä im Läbe Fridu und bravo Chanettli meint zTrudi numä.
Tschachtli Mario – het äuä scho geng es oug uf em Chanettli gha – meint – itz sig si Momänt – aber nüt isch. Chunt haut mau zu üs wi nä gschlagne Hund – am Bodä zerstört… Päpu mues haut die ganz Misere aalosä u ne wider probierä uffsteuä. Brucht ämu fei Schnapps, bis der Papi ihm cha klar mache – zChanettli heig öppe nid uf eine gwartet, wo Sicherheit u Guetbürglich 0815 cha bietä – het si praktisch alei e Bueb gross zogä – Da zieht Tschachtli fei über e Fridu här – Päpu meint numä: Gäbsch ne ja um khe Priis här – chasch ne überau isetze für ne mikrige Lohn… Wes dir nid passt – i ha scho Büez für ne im E Wärch… das isch öppe chli blöffet u Tschachtli meints äuä ou numä wiu ihm dr Chorb vom Chanettli derwäg plaget … Fridu tuet scho fei guet ir Migro – guet aber ou, das Tschachtli nid ganz aus weiss… das aber vilich es Gschichtli für es angers mau.
Geschichten
Die Bananarebublik 6
Ja also. Das Abendessen mit dem Götti Girsbärger war dann schon denkwürdig. Fridu hatte dann einige seiner besten Arbeiten dabei. Die Gloria war super schön aagleit. Der Götti Girsberger hatte seine neue Freundin mit genommen – ein Fotomodell von Spanien, so eine Aranchia de la hesch nid gseh. Mein Mueti war dann gar nicht angetan – hat Sie die Sonnenbrille am Tisch nid abgnoh, die Aranchia, und eigetli gar nüt ghässe. U het au pot ufz zWC müesa. Wo der Götti Girsbärger dann noch gmeint hat Sie meine, aus der Gloria könne noch was werden, wenn sie höche Pömps trage und öppe 10 Kilo abnehme hats dann das Mueti grad verjaggt.
Üüü hat sie grad allen die meinung gegeigt. Das Sei eine Scheinwelt, die Frauen hungern sich zu haken appen und werden schnell ein paar Jahre auf hoch und weiss nicht was gepuscht und dann fallen gelassen. Die Gloria mache das sicher nid… Die Freundin vom Götti Girsberger hat nur gelacht, wie ihr das dann übersetzt wurde und gemeint thats business, baby.
Ich dachte schon, zMueti volle ihr einen chlepfen, aber sie meinte nur, No Girl, thats Bullshit…
Wir sind dann vom Tisch und ein bitzeli auf die Terasse gegangen. Ja, da war ich bas erstaunt, hat die Gloria mich nicht nur angeschaut, sondern sich sogar bei mir bedankt. Die hatte Grüne Augen und eine Stimme wie hunderttusig Jahr Bärgwind vor em Sommerräge – das es mir gad angers wurde.
Dann kam Mueti mit dem Götti ussen, und meinte er solle sich nun dem Fridu widmen, und Gloria solle ihr schnell mit dem Dessert helfen, bittschön.
Der Götti Girsbärger meinte nur, die gönne einem Mann dann gar nüt… ich meinte dann auso Götti – los, das ischt eben der Fridu – die Junge Dame sei die Gloria, seine Freundin. Der Fridu müsse eben einen Anständigen Beruf lernen, und er sei ja Grafiker – Agänt bin ig Büebu Agänt, meinte er. Item meinte ich – schau doch seine Arbeiten an und vielleicht hast du ja ein paar ideen?
Hmmm, machte der Götti Girsbärger. hat die Bilder vom Fridu ausgebreitet und meinte ganz lang nüt. Dann sagte er: also Junge – nicht schlecht – nicht grundfalsch…
Er solle doch auf jeden fall den Vorkurs machen – er würde es dann schon sehen, wohin es ihn ziehe, eben Grafiker, Designer, Illustrator… aber das sigi no nüt, chäm haut de druf aah, wär är kenni… Er könne auf jeden fall in den Ferien in seinerAgentur arbeiten kommen… Ja was man da verdiene? fragte der Fridu. Der Götti war grad brüskiert, und meinte, also in die Agentur Girsbärger, Jungstoffel und Indermühle werde man berufen – das sei ein Volontariat und eine Ehre… der wollte wohl noch mehr lobhudeln und so, aber Fridu meinte nur i däm Fau nei merci – gratis Schaffe chäm nid i frag…
Da ging der Götti halt wieder inne und der Fridu meinte nur: Ja das sei dann öppe nüt gsi. Seine Arbeit habe meinem Götti nicht gefallen. Für mich war das grad ein bitzeli blöd – einerseits war ich auch entäuscht, das der Götti scheinbar nicht so angetan war vom Talent meines Kumpels – anderseits war der Girsbärger halt auch mein Götti, und ich hielt eigetli schon noch so grosse Stücke auf ihn… da kam dann grad der Papi ussen und meinte zum Fridu … het gmeint jaja nid schlächt – geit e so …. zu diner Arbeite? Ja, genau öppe deräwäg… Los, mach dir nüt druus – dä würd sich äuä lieber itz Füdlä biise aus em ne anger Künschtler oder Kunschthandwärker gägenüber zoffebare, das är oder si öppis guets gmacht heig. Dr Girsbärger – ja dä kennt e uhuere Brätsch Lüt -aber wi viu Fründe das er äch het?
I bi grad chli froh gsi für das, u Fridu het ou wider zu sim nonchalente si retour gfunge.
Die Bananarebublik 5
Ja, und tatsächlich – am nächschte Tag fragt mi Fridu, öb ich ihm helfen würde, das Atelier vo sim Papa zrumä, nach der Schule. Klar, machi doch… u du göh mir drah hi – überall hat es Bilder – fertig und nicht fertig, Sculpturen und Modelle, vertöcknete Pinsel und sogar leere Flaschen … Fridu ist vorbereitet, geit nid lang u der Stöffu chunt mit em Liferwage vor Migro u bringt Bananeschachtle, Kartong, Packpapier, und Chläbi…
Ich merke, es kommt dem Fridu hert a, als kleine Kinder durften wir dort selten rein und jetzt muss er das Werk vom seinem Papa räumen. Wir schaffen stiu u gschwind – zum Glück gits e tür diräkt it Garage, und es pigelet fei.
Wo wir dann Zvieri näme, meint Fridu chli verläge – weisch, ig u Gloria…mir hätte üs no so gärn. Ja, was soll man auch zu dem sagen… Mir doch gliich passt irgetwiä nid so… Okeh, schön… mein ich nur – Ja weisch, Ihre Papa, dä meint das Kunscht-zügs, das sig Schissdräck, da verdien me nüt – är meint, ig chönn bi ihm ihr Italia Garage Outomech lehre, da heig me gäng Büez… aber i weis nid so rächt…
Irgetwiä freuts mi no, das dr Fridu mir das sagt – aber wiä chan ig dämm numä häufe? I mues grad chli studierä, aber zum glück chunts mir i sinn und i säge
Dr Götti Girsbärger!
Hä? meint dr Fridu…. und ig erkläre – weisch, dr Götti Girsbärger. Dä het niä zyt, meint zwar immer, me söu langsam pressierä, aber äuä gloubt ärs sichs säuber nid. Voufäu vergisst er immer mi Geburri u derfür gits de immer gäbig Gäut zur Wiehnacht – aber item – i has ghört, wos si einischt mit em Esti diskutiert haben… er hat eben eine Agentur. Er hat Grafiker gelernt – für das mües me irget ine Kunscht – schuel oder so öpise… und danach könne man nicht nur malen und zeichnen, die Buchstaben sind dann auch wie kunnst aber nicht ganz…vou fäu, er selber hat keine Zeit mehr zum Grafikeren, von denen hat er jetzt Angestellte. Mit dem Verdienen weis ich es nicht so genau. Dr WeWe weisch, mi Viertu-Onku, wo i dr Bank schaft, het eis mau gmeint,är wöu nümme so viu für tProspäkte zahle, we dr Götti Girsbärger so nes outo vo schwede chöng fahre… So Künschtler wiä berühmt u so sigs nid, aber unger em ne charre lig er so ou nid… mües er haut ir Freizyt male wie ne morä, tGloria sig ja Itaujenere – si würd öppä scho luege, das er fein ässi…
Dr Fridu seit langi zyt nüt. nähr luegt er mi a u meint
geile gügger.
I ha zwar khe anig was e geile gügger isch – aber winers seit, mues es öppis guets si.
Ja, meint är, mues i nume no use finde win ig i di schuel chumä, und win i si cha zahle…
Mir wird grad gschmuech – ja auso, mit em Gaut heis sis nid so, isch ja klar, wets zChanettli allei für aus mues luege.
I meine, chum, mir göh zur ehrebürgerin, vilich het diä no e idee. Tja, Gertrude isch geng für e Überaschig guet – Klar gits fang mau Tee, u mir verzeuä.
Si seit kes Wort, bringt zTelefon uz Telefonbuech u leits em Fridu häre. … Kunstgewerbeschule Bern – nacheschlah, aalütä.
Tja, u du mues i mir fascht zLache verchlemme – dr Fridu, geng zvorderscht, mit dr Schnurre u auem… mit em telefonierä het ers nid, er wird ganz rot, u stagagelet irget e seich zäme.
Chum, rütsch übere… i schla uf u lüte a… grüasich. Ig hätte gärn gwüsst, was me mues mache, für Grafiker zwärde… aha, Vorkurs, Prüfigsarbeit iireichä jawoll…mmmhm… ja. Chöschte? … Pro semeschter… üh dir. Stipendium. Ja, gärn, schicked dä prospäkt…
Hmmmm, macht Gertrude. Hesch e guete Fründ… e geile gügger mein ig, u mir müesse lache.
I meine chumm, ig lade der Götti Girsbärger zum Znacht i, zMueti meint sowieso das sig überfällig. du chunsch ou, u chasch ne grad frage – ut Gloria bringsch ou mit. Warum ich das letzte gesagt habe, keine ahnung, bin selber einwenig verschrokken…
Fridu luegt grad chli verläge, u meint er wüsi nid so rächt. ihrä Papa sei halt gar streng… du meint du zTrudi itz hänksch mir nid der weich usä. Hesch hurti gschnäu di Papa des Hauses verwiesen, u das zu rächt… aber dis Froueli e Abe usführe söu plötzli es problem si?
Nä-ää Bürschtu – nid mau vilich.
Da mues i grad scho chli uf de Stöckzähn grinse – zTrudi auso, diä isch eifach fade grad u gredi usä – da wird nüt umägmüedet dak-bumm u hop dr Bäse.
Der Arme Fridu -dem ist es alles angere aus wohl. är gruchset so chli umä, u meint du, ja, es sig ja no nid offiziell… habakukk u blödsind, tönts vom Trudi. Heschse gärn? ja.. jaja ja winämorä, es wet mi mängisch verchlepfe so gärn han i se…
guet.
… u si di? mou, i dänke scho.
no besser. Hmmm dr sit scho droschtprisä – jung, u äuä so frei wie ir kener gseuschaft je zuvor, u so nes gheu auso. Itz fragsch si mau, öb sie gärn würd zum znacht cho, u erklärsch ire ou um was es geit. wet nähr de tag weisch, geisch zum papa vor Gloria, am beschte wenn er ghässe het, hungrig manne choi schampar doof tue – seits u verdraiht tougä.
Ja, u nähr muesch di haut vorbereite – was isch Diser für eine? seissch
Guete abe herr de la Quadra, mi cinquecento het grad e quatro stagioni geborä, bruch ig itz e noiä uspuff?
Nei, mein ig, aber ig hätt eckig redli montiert, das me besser tStäge abe chunnt…
Mi uz Trudi verpollets fasch – Fridu checket gar nüm… Ja mir säge eifach mängisch irget öppis mehr oder minger sinvous ohni Zämehang usä, u dr anger mues passend, luschtig und originell witerfahre oder umä gäh – es chlises spieli wo sich bim tee trinke entwicklet het…
Muesch entschuedige meint tEhrebürgerin – auso, Nomau – guete abe Herr de la Quadra. heit ihr gschnau zyt für mi?
… u nähr gisch im gar nid zyt zum überlege ob er söu zyt ha, sondern fahrsch gad wyter:
wi dir ja wüsset isch eui wunderbari Tochter Gloria mi fründin. Itz, mir si natürli seriös. es geit um tzuekunft – i wirde miner brötli müese verdienä um a Familie zernähre, u das mues ufgleiset sy.
Punkt zäni bring i si retour, versprochä, isch das so i der ornig?
Tja, Fridu isch für siner verhäutnis extrem stiu – es motoret ihm im Gring churz vor em abrouchnä. Voufäu hei mir gli drufab e tag für das znacht gnaglet – dr Fridu mues reüssierä…. Am abe hei mir bi dr Ehrebürgerin abgmacht – wei mir natürli wüsse wis gange ischt.
Ja u wo dr Fridu du ändli chunnt versuchte r eis uf cool düräzgäh, aber es hiuft nüt, es verjagt ne fasch.
Auso, verzeu doch … guet. ig ha ziemlih aus so gemacht wi du gmeint hesch, ga lüte, u dörte isch är, er het du gmeint mir trinki es esspresso – hani zwar gar nid gärn, aber was wetsch de… u du meint är: auzso? Dä het genau gwüsst was itz de chunt
ja, u du hani mis sprüchli ufgseit… är meint chum, i zeig dir öppis. u mir göh zum schaft, wo täuer u auergattig sörigs versorget isch, u du zieht är e schublade ungerführe, uf der ganze breite eini auso, u ja…
Es isch e Schublade vou gwehr, Pistolene u Munition.
Guiseppe meint numä troch, weisch dises isch für hasene, dise für Vögu – ja, u eis stoppi e wiudsau, und mit dämm geit me uf bäre… u du nimmt er so nes churzeses schwarzes ding usä u macht kla klack dermit u meint ig wirdä mini Dochter aus Jungfrou zum autar füerä – es wird nüt knuschperlet – gar nüt. und um haubi Zäni sit ihr wider da, nid Zähni – sowit klar?
Hobla denke ich. Fridu hats nicht so mit Autoritäten und Massregelungen.
U de, machts zTrudi. Fridu meint ja, du hani gmeint: ja das sig ja super, was für ne erliechterig – itz weiss i wo nig effektives Grät findi faus mir öpper tGloria wett strittig mache…
Seppli sig du haut grad chli Baff gsi, heig äuä ehner e gfürchigeri Reaktion erwartet. hmmm macht dr Fridu – Zersch hani no wöuä säge aha, itz weiss ig warum kener vo diner füf Döchtere ghüratet isch… wär aber grad chli starche dubak…. I ha du gmeint – auso, suberi sach und haubi si mir wider retour ade merci u e schönä aabe… ja u itz bini hie…
Tja, zTrudi – guet, sehr guet. lueg, dass du am nünifüfezwänzg retour bisch. Warum de das meint Fridu – ehh, dänk mau nache bueb – Wiä isch es äch für e Vater sini jung Tochter itz Zläbe usä zla gah… diser isch äuä stouz wi anton, liebt si über aues u wet natürli, das ihre nüt gscheht…
wet um füfüberhaubi dert bisch draiht er scho im rote, wet um haubi dert bisch, dänkt er aahhh, ändli gopfertelli, u wet am füfvor haubi ifäderisch – tja, het er no gar khe grund zum zwifle, Grüble oder mötzle, isch ja nid gfasst das dir itz scho da syt. u du wosch ja wider mit ihre furt oder nid?
Daich – dr Fridu
Auso, chunsch haut paarmau öpis zfrüe, u du entspannt sich Papa- Gloria, u de chunsch chli pünktli u bis am schluss seisch numä, auso, seppli, wird hüt de chli später…
Fridu macht nur grosse Augen, und ich denke hobla die Ehrenbürgerin. Dä merki mir.
Die Bananerepublik 4
Ja, dem Fridu sein Papa, das ist eine Geschichte für sich. Wie ich schon voren im Aufsätzli gschribe habe, ischt der ein Künstler. Auso – wenn er dann mal etwas gemacht hat, war es dann schon immer sehr guet. Nur – viel hat er halt nicht wollen können machen… Viele im Dorf hielten nicht viel von ihm fanden, er sei ein Versager, ein Vagabund, ja öppen die konnte man auch Schafseckel, Dummbatz und schlimmeres ghören.
Aber, es war halt dem Fridu sein Papa, und em Chanetteli si Ma, und wenn der wieder mal aufgetaucht ischt, hat der Fridu haut schon immer eine riesen Freude gehabt. Das Channettli hat dann wieder wie richtig geleuchtet, wenn man das so sagen darf – und für eine Weile hatte Fridu wieder eine ganze Familie. Ich denke, das tat dem fei gut und er konnte halt die Sachen erleben, die halt mit einem Papi am meischten fägen tun. aber eben, nach einer weile war ihm wohl das Dorfleben wol öppen zu wenig, dem Fridu seinem Papa. hat er dann gemeint, janai, hiä chöng är sich nöd entfaalte, mir verstöng sis Dalänt nöd, (ja, e zürcher ischs de ou no), und er mües itz halt wäg, sich gah verwürklichä… ja u du meischt gli drufab isch er ou furt gsi.
Dr Fridu het du meischt e huere Mischt abgla – minimum Schuelkommision hets brucht wenn nid tFürwehr ut zChanettli isch du geng zäh tag bis drü wuche nüm us em Näscht cho.
Ja und dies mal wo er halt dann wieder mal da stand, war halt schon fei viel Zeit vergangen gewesen. Ich kam grad wieder mal vom Tee trinken, die Ehrenbürgerin war auch dabei, und da sahen wir halt was geschah.
Der Fridu, der stand vor der Türe, zChanettli het chli närvös hinger fürä gluegt. Fridu, so mit den ufäglitzen ärmeln und den Fäusten an den Hüften hat er dann schon gar nüm wie ein Büebel gewirkt. und Dri gluegt het er haut winer luegt we de gar nüm guet ischt.
Ja, und wo sein Papa dann meinte: eh lueg ou a – miner Liebe chöme mi go begrüessä, meinte Fridu nur:
Nüt isch.
Hää? Ja, das hatte der wohl nicht erwartet und der fiel grad aus dem tritt, sagt man glaub ig.
Jawoll, so dr Fridu, hiä chunsch nid inä. Mira chasch grad wider gah. Hesch di haut einischt zviu us em stoub gmacht und enttüscht. Hiä si Channettli und ig di heim, du hesch hie nüt meh verlore.
Ja diser isch grad mau baff. Ja u du meint er so spöttisch, was wosch du scho, du Lümu, häsch dr Morgechlapf öppe no nöd gha, aber är chön da scho nache häufe…
Chumm du nur, du schwachchopf meint dr Fridu ganz ruhig.
Ja, u du merkt ers grad. Em Fridu isch ärnscht. Är gäbt im guet – we vilich nid unbedingt gärn uf tSchnörrä. Mittlerwile si fei Lüt am Gaffe.
Ja, seit du diser, Ig ha haut khe Sohn… u dräht sich wäg.
Fridu lachet numä chaut u meint troch är söu doch mau Zyt zäme zeuä, woner für si famili da sig gsi – was derbi ou usä chäm – für Vater tsy längis fou fäu nid. Nimmt zChanettli i Arm u geit inä. Diser luegt scho ziemli dumm us dr Wösch, aber es blibt im nüt, er mues gah.
I sta mau da, u du zupfts am Ermu – chumm, mir göh ga Crepes mache, meint du Gertrude – hop hop, i Chäuer, bring a Späcksyte und Himbeer Comfi… Keine Ahnung, was das aus grad soll, eigetli will ich mal über das was grad passiert ischt studieren. Wo ich wieder oben bin, sind schon zwei Pfannen auf dem Herd, und es wird gschwingbäselet wis nüt meh gäb…
Ah, guet. Tuesch dr Späck würfele, Schnittlouch hacke… ig luege äuä gad blöd – Gertrude meint, Ja hesch ja gseh was passiert isch. Fridu u Chanettli bruche itz grad öppis sauzigs u dernah öppis süesses – Crepes göh haut schnäu… Ig chumä it ghäng, und bin plötzli chli froh für die Zytä wo mi tHenriette in die Küche kommandiert, und sagt genau so du muesch schnidä …. Finger u Dumä inä, u nah heeer nur stossä odr nur zi.hää… und sagen duscht tu nur: oui Chef… e spezieui Aaleitig, aber i mues säge, sie hets scho im Griff, tHenriette, zChoche auso.
u gli drufab si mir mit je emne risä sSapu sües u sauzig crepes bim Fridu u Chanettli diheim.
Die beide hocke im fischtere, es wird nüt gredt. ig decke dr Tisch, u meine nur, Fridu, härehockä. Gertrud tuet ZChanettli sochli zart härebugsiere u mir ässe.
Ja, u irgent wie hat sie halt recht, die Gertrude. Also gut gehts den beiden nicht, aber auch nicht mehr so ganz verschissen wie vorher. ja, und dernah tuet Gertrude allen einen gäbigen Gutsch Brunä ins Kafi, und dann brichts aus dem Fridu ussen:
Das Arschloch, das huere verlogne … aber es isch mi Vatter ….Gopfertami, huerä verfluechti Kakke… hanig itz diä Familiä ändgüetig vercheibet, nei … Ja … scheisse no mau… U Ig wo der Fridu mis haube – quatsch mis ganze Läbe kenne und aus eigetli mi bescht Fründ aluege ha no nie gseh, das er deräwäg am änd vo was ou immer ischt.
Gertrude nimmt siner beid Händ – Fridu – seit si:
We eine öppis vercheibet het, de bischs ganz sicher nid du… Wes öpper isch, de wüsse mir hie au wär. Mönsche si Mönsche, wärdes äuä ou geng blibä. Mache Seich, Schissdräck u leider no schlimmers – sigs us Dümmi, Bosheit oder beides, oder eifacht wiu si gad nid angers wei chönnä.
U si nimmt e hang vom Chanettli – los, bis stouz if di Sohn – richtig stouz. Isch gad chli schnäu gange, und es tuet weh, het aber äuä müese si….heschs gseh u ghört, är isch itz e Ma – steit fescht u ufrächt u seit was isch. U bis ou stouz uf di – heschs praktisch geng allei müessä schaffe – aber lueg – lueg was du aues voubracht hesch…
Gertrud redt nid lut u nid wi si würd predige – aber si meint jedes Wort und es passt eifach. u ig bi wider mau so richtig froh, für dä heiss Summertag vo eismau, wo ne euteri Dame zwägli dürab vom ichoufä chunt u meh dür zuefau oder glücklicher Füegig nid eifach vorbi geit, sondern i mis läbe chunt – vo dr Dorfschrulle zur Ehrenbürgerin us spass… für mi aber haut viu, ganz viu mehr wird.
Chanettli und Fridu hei sich grad chli öppis zsäge – mir löh se u mache derwilä tChuchi.
Ja u du ischs zyt zum gah, Fridu chunnt mit zur Tür u meint: Merci – Ehrenbürgerin numero uno. scho rächt meint zTrudi – Los, isch nid auer Tag Abe – me mues sich im Läbe ja nid für immer Türä itz gsicht schletze… aber wirsch äuä müese standhaft blibe – er wirds öppe no versueche. Am beschte packsch siner sache zäme, u wenn er znächscht mau ufchrüzt – hie mitnäh, und uf widerluege… Es wird hoffentli später so sy das ne aus gascht chasch begrüessä – das wird aber si zyt bruchä.
Ja und dann beim letschten Tee meint zTrudi nur: u de, schribsch es uf? het di tMuse Küst? Mittlerweile weiss ich was Musen sind – wo das Trudi eben von den scheinbar so inspirirenden Wesen verzeut hat habe ich gemeint: i dämm fäu müesi tMusee tGarage vo de Musene si… ganz fausch lig i nid, het si gmeint, u mi gedanke sig vo re provozierende Früschi – wis mit em Ölwechsel bei denen dann so sei? das sei eben im Moment halt etwas schwierig, mein ig, zAmbrosia sig usgange….
vofau hani gmeint we das e kuss sig, de lanis gad la sii, ig luegis ehner wi ne tritt i arsch a, u abgseh dervo sig mini Muse e fuli drucke, u wes si si gsäch, chön sis ihrä gärn usrichtä – i stossi si i bach wenn si mir über ä wäg loufi…
Ja, isch haut immer guet mit der Ehrenbürgerin… aber i has ufgschribä – ja u vilich chan ig haut nüt erfinge, u mues das haut schriba was passiert – mir wärdes gseh.
Fortsetzung Bananarebublik 3
Ja, und itzt fragt ihr euch sicherlich gopfertelli no mau, das ischt scho lang kein Ufsatz für die Schuel meh und auch kein Epilog – das hat sowieso das Esti verbrochen gehabt den Epilog – die hat gemeint, ja die Leute seien dann nicht zufrieden und würden einen Muggigrind machen, wenn man einfach mit der Gschicht aufhöre, da müsse man abschliessen und bla bla bla – ja, Frau Lehrerin…
Ich habe dann gesagt mir doch gliich, die Geschicht ischt haut fertig gsi, und wenn fertig ischt chan ig ja nüm schribä wius nüm git…. dann hat Esti eben gemeint dann soll ich eben den Epilog schreiben. Das sei einfacht wie eine Gschicht wo die sachen drin sind die nach der Gschicht eben noch fertig passiert sind, wenn ihr wisst wie ich meine?
Aber eben. Ich wollte verzellen, wieso das hier steht.
Wo eben das Esti dann grad frisch weg war, und ich das grosse Loch hatte, war eben das Pech grad da. Der Fridu, der war irget wiä scho witer u chli euter, ja wegem Januar oder irget so hat der zwar schon spät angefanggen, mit der ganzen Schulbankdrückerei – er ischt aber dann hockä blibä u wägedämm aus i mir Klass. ja und itz war er haut plötzli sehr an der Gloria interessiert.
Die Gloria, das ischt die Tochter vom Sohn vom Cousin vom Konschtantin, dr beizer vo ennert em bach. Alle Gielen in einem gewissen auter finden die dann schon der Hammer, die Gloria. Wegen rum weiss ich eigetli gar nicht. Die hat halt schon viele viele Haare, so löckli haut u de bis zum Füdlä abe, von einem wirklich schönem rotbraun.
Ja auso ich fand die ehner ein bitzeli langweilig. Zum aaluege war es schon guet, immer suberi Chleider und so, aber die hat immer auf den boden geschaut und die Schnörren fascht nicht abenang gebracht. Aber Fridu war evidament angerer Meinung, und hatte nicht mehr so viu Zyt für e Mänu und mir.
Ja, und wes mir grad vom Mänu haben. Dem seine Eltern haben eine Abodek geführt, auso tun sie. Und dann ischt scheinbar einer in der Stadt voren gestorben, der immer so gschpässigs in seinerAbodeke zämen gmixt het. So von der Natur, mit Pflanzen und Mond und ja numä links umä rühre…. Ja, und die eltern vom Mänu haben diese dann grad gekauft, die Abodeke auso, mit em gspässige gmixe. Jetzt hatten sie 2 abodeken und gar keine zeit mehr für den Mänu. Derfür haben sie ihn in die Rudolf Steiner schule, auf dem affenfelsen oben gschickt. Auso war der auch fascht weg.
Ja was wollte ich denn nun? U du bin ich halt dann des öfteren bei der Ehrenbürgerin aufgeschlagen. Ich denke, der war auch öpen diä chli langweilig. Ja, und da haben wir Tee getrunken, und öppen über das Dorf einwenig gläschteret. Auso die Frau Schnegg, die kam emel nie guet weg. Aber das ist auch eine dumme Gumsle.
Auso, das Trudi, ja wir sind nun mal duzis, man kann nicht Ehrenbürgerin und Gründungsmitglied der Bananerebublik sein und engang nicht duzen. eben, das Trudi hatte dann in der Küche so etwas wie ein antikes Abodekerschäftli, aus ganz dunklem holz mit öppen sibehundert chlinä schublädli. und dort drinnen hatte sie eben dann immer ein Tee vo irget emne ort uf der Chugle, wo sie mal gelebt hat.
Ja, und dann hat sie gmeint., wir würden uns doch da mal derdür trinken, dabei käme ihr sicher eine gueti Gschicht oder zwe dreiä vo ebe dörten wider in den sinn.
Ich auso bin da ehner so der Sirup, Rivella oder Goggi, das isch fascht zbescht typ, aber die Storys hani haut scho wöuä losa u ha nid wöuä unhöflich sy… U der Aafang het si mit Marokanischer Münze gmacht, das wurde dann in einem komplizierten und verzierten Chännli gmacht u vo höch i ganz chlini dassli gäh. Dä isch zwar starch aber ü süess u richtig guet gsi. U Gschicht derzue ou.
Ja, u eis mau hei mir Tee vo ängland trunke, so im Chrüegli, ja guet la zieh, mit zersch dr chaute miuch… auso usgseh hets nach nütem, aber we me gäbig zucker mit em siuberzangli dri git de ischs fei guet auso… Fou fäu hat dann die Gertrude die gueti seel gmeint, ja tFrou Heimbächler heig ihre äbe mi ufsatz zum läse gäh.
tja.
Blööd, hani gad e schluck Tee inhaliert vor chlupf, wiu dert hani ja gschribä gha wäge dr dassli im Schrank…
Ja u nachdämm ig wider ha chönnä schnufä hani du gmeint ja auso, das sig mir de nienä rächt, gar nienä mit de Tassli im schrank u so, u denn heig ig se haut nit kennt, ja itz schiess si mi äuä ussä u wett nie meh öppis vo mir ghörä… u mir isch zWasser fasch scho glüffä mit em Esti wäg und der Fridu verliebt und em Mänu wo si name tanzet, aber si het numä gredi ussä glachet u gmeint aba, was äch… dumms züg. Si heig dä ufsatz äbe fei guet gfunge, auso aus gschicht eifach u wis verzeut sigi. Ja u zu dämm Tee gäbs ou e gschicht, aber die sig trurig, si mögi nid – aber si heig dänkt si wöu mir das gäh, eventuell sig das bi mir guet ufghobe –
Es isch es Buech in Läder i bundä und e Schriber ganz schwarz… u si meint, ja das Buech sigi lär ussert uf dr letschte Sytä – dört heig si öppis gschribä – dr räscht sigi für mi. Das sig khei verpflichtig, aber vilich chiem mir ja öppis i sinn? U lueg, wet am schrieber obä draisch, de chunnt e bleistift Minä füre … ja dä Schriber sig us silber – u wenn ig ne de bruchi glänzi er wider wi von alei.
Auf jeden fall war ich dann ziemli ergriffen von dem Geschenk, das Buch und eben dem Griffel. Bishär war halt schreiben schon eher eine Pflicht – so Aufsätze für die Schuel und so.
In Gedanken habe ich mir schon gefallen, so als Schreiberling, der da Geschichten, Hischtorien, ja vilich gar episches zu papier bringt, aber eben, der Wunsch ist vieleicht Vater des gedanken, was aber derbi usä chunt ischt öppen diä Wunschdänke…
Was ich damit sagen will, also ich hatte schon riesen Freude am Geschenk, aber bis ich da endlich was bröseln konnte gings dann schon eine weile… habe ich viel zeit im Bett auf dem ranzen gelegen. und die mine am blofi füren gedreht gehabt, und auf die weisse Seite geglotzt aber irget wiä wollte und wollte mir nüt schlaues in den sinn kommen um in das wungerschöne buech hinein zu schreiben. Ja und gad jeden blödsind kommt mir nicht hinein. aber dann kam mir halt das Leben zu hilfe – Fridus Papa ist wieder mal aufgetaucht.
Fortsetzung Bananerebublik…
2.
Ja so geht das halt in so einem Dorf. Und eben, die zeit kommt, oder die zeit geht, mau so u mau so. ich weis es auben nicht so genau. Vermuetli chli beides und gad chli angersch – aber ig weis leider nid gad wie man das besser schreiben soll.
Ja, seit der Bananerepublik ischt das Dorf immer noch das Dorf. Aber trotz dem ischt einiges gegangen.
Zersch mau hat das Esti nume no gnärvt und dann ischt si usä züglet. Ja das Esti will eben gerne Lehrerin werden. Schon das ist ziemli bekloppt, aber eben – zMueti meint, nume la mache.
So eine grosse Schwester ist im Prinzip müesam und lästig, wiu di meint eim immer müese zsäge was meh ztüe heigi… ja, aber eben dann hiuft si auch wenn man auben bei den Ufzgis nid witer weis, und cha hauben scho viu so chli erkläre we me gad nid drus chunnt was bi de Grosse so geit.
Zersch wollte sie nicht mehr so spielen, was schampar schaad ischt, denn wenn eine ein Bächli stauen kann, dann ist es das Esti – einischt haben wir kschnau vor der Au gstouet, mit em ne chline Wasserredli wo si im Wärke gmacht het u auem. Aber nach em zMittag hei mir gar nüt me dra daicht.
Plötzli steit dr Brupbacher Wale da u meint gopfertami auso, öb mir ne wöuä la verdurschte und si Acher in e Sumpf verwandle he?- dr Papi söu das Wärch gad cho luegä… ja u du sisi haut die Mur ga studierä, isch nid wiit gsi. Jaja, meinte der Wale dr Öpfel ghei nit wiit vom Stamm… Auso, e Sumpf sigs ja no grad nid meint dr Papi und so vom Gsichtspunkt vom Ääschinör sig das scho erschte Sahne, Gfäu, ibettig itd Landschaft und Usführig – topp, aber äbe… und man konnte dann halt schon sehen, an den Eugli, und wiu er zLache het müese verchlemme – dem Papa hat das fei gefallen.
Jaja -u äbe, scho guet – sis Veh heig durscht – so dr Wale – abruhme… Ursli het natürli grad vöuä dri stüpfä – Päpu het numä gmeint, nüt isch – wenn das Wasser de aus ufz mau chunnt ut Steine mitriise, de heig er de Fürabe dr Ursli – also mussten wir unseren Staudamm retour bauen, was zwar irget wie noch interessant war, aber nicht grad so gegfägt hat…
Und dann ischt sie immer mehr in ihrem Zimmer blubä, das Esti und hat nicht mehr viu brichtet ussert usgrüeft winä waud vo Affe. Ursli het eis gmeint ob si ächt ou itz de Demänz bichäm, wits Grossi Schangli wo itz Heim het müese… au hei du fei glachet – ussert zEsti vo haut gad ufz Zimmer ischt u Türä kschletzt het.
ZMueti hat du gmeint, zEsti heig äuä grad chli nes gJufu mit sich säuber, sie wärdi itz haut langsam vom Meitschi zur Frou, u das göng haut nid gäng so ring… i ha du gmeint, vilich söt si chli langsam pressiere dermit – wie dr Götti Girsbärger aube seit, ig würd re scho chli haufe süsch…
Das sig de scho schampar nätt vo mir meint du zMueti – aber leider funktioniers nid so – da mües si säuber düre.
Ja haben wir das ganze Zimmer vom Esti wos dann so weit war abgebaut und eingepackt und verladen auf den Vertlehnten Lieferwagen vo der Migro. dann in die Stadt füren gefahren und abgeladen und das Ganze in einem kleineren Zimmer wo komisch schmöckt wider aufgebaut. ja und wo wir dann endli fertig waren und müed, sitzt doch das esti ufz bett ab u verrührt thäng u mues grad brüele. ja u z Mueti macht grad ou mit, u der Papi meint chömet Manne mir göh es Glace gah hole… u, bin ich grad chli froh gsi, süsch häts mi ou gad gnoh. u dr ursli, dä het scho fasch chli ta – aber dä isch no chli.
Ja zersch habe ich gedacht das sei dann guet, keine mehr wo gäng dri schnurret, aber üüü hat mir das esti gefehlt. es isch wi nes grosses lärs loch gsi. ja, und dann war ich halt schon froh wo si mir fürs wuchenänd zu sich in die Stadt eingeladen hat.
Zuerscht war ich eben dann gäbig verlegen, weil ich die mitbewohner vom Esti noch nicht kannte. Da war eben die Ulrike. Das ist eine von Deutschland, die wollte Pfarrer studieren. Das war dann schon komisch, weil die war gar nicht so wie der Rüdisüli, die hat u viu gelacht. nur wenn sie durch die brille gluegt het hats streng ausgeschaut. meistens hat sie obe dür gluegt, mit grosse liebe schwarze ouge. Aber zum Trösten ist sie vermuetli schon sehr guet, Sie ischt nicht dick, es hat eifacht ganz viel von ihr.
Nachhär hets zAannebärbi gäh. Das ist eine Gärtnere gsi. Auso isch no. Di het nid viu gseit, aber das bini scho vom Papi gwonet. Derfür hatte sie entweder einen Roten gring von der Kälte oder einen braunen Gring von der Sonne.
Dann war noch Michelle. Die kommt von Japan und hat Oboe studiert, das ist so etwas wie eine lange Holzflöte wo man tSchnörre gegen innen mues cherä u zämmen druckä das es tönt. U wes de tuet de tönts e chli furzig. Aber vlich war Michelle halt noch eine Anfängerin?
Und dann die Ooong-ri-ett. Das Esti meinte das schreibt man Henriette – die spinnen dann gäbig, die Franzosen … Henriette… Das ist eine vom Welschland. Am Anfang habe ich die fascht nicht verstanden mit ihrem Aksong, aber du isch du gange. Die Henriette hat auch irget öppis gstudiert – das Esti meinte sie studiere öppe dr Usgang. Meischt ischt ire irget dr Puli vor schuterä drabgrütscht oder so – we si überhoupt het dra deicht richtig Chleider aazlegä.
Ihre Eltern haben eben ein Comestible – das isch e Lade wo tür isch mit ganz feinem Ässe vo überau här, ou wit wäg, het du zEsti erklärt. Und weil sie halt immer so viu feins zum Menue beisteure, tut man ihr es nachsehen, dass sie immer zu lange im Bad hat. Wobei am erschten abe wär mir fascht es unglück passiert. Ich musste dann wirklich halt schiffen, und die gumsle wollte und wollte nicht aus dem bade kommen. ich habe mir schon überlegt in die grosse Vase, die im gang mit den Trochäblumen stand – zum glück kam dann Esti und hat gepäged – ca süffit, maintenand, mon frere fait pipi a ton lit… ja und dann ischt di ussen gestürmt und ich konnte endli go schiffen. ü hat das gut getan.
Voufäu hats dann Tortellini gäh, vo Henriettes Euteres gomeschtibu… hat die dann gmeint, so was habe ich wol öppen noch nie gehabt… wouwou, dänk öppe scho, tGrossmueter vom Pietro machi diä immer früsch, weisch dr Pietro das ischt üser links ussä, und zum Penauti sig er ou dr bescht, di göh im eifacht inä. … mir sägi im haut gas fues wiu siner Latsche deräwäg schtinkä… THenriette fand diese geschichte vermeutli ziemlich doof, hat sie runzeli gmacht und öppis uf französisch brümelet – Derfüren fands Esti wohl öppen guet, hat die ganz still in sich innen glachet.
Ja und am nechsten Morgen – Samschtig – sind wir in die Stad go lädele. Üüü het das züg. zeint besser u schöner aus das angere. aber eben. a jedem vo dene sache hets es fädeli mit ere edigett und ere zau druffä. ja ir stadt hets scho aues. aber muesch de gäbig gäut ha für das aus ou zchoufä.
Am Sunntig sind wir auf den Hügel uffen mit einem Bähnli. Die Ulrike und die Henriette sind auch mitgekommen. das war dann schon sehr speziell, und man konnte auf die ganze stadt runter luegen. Henriette und Ulrike haben dann fascht ein Gstürm bekommen, weil sie sich nicht einigen konnten, welches das Haus ist wo sie drin wohnen tun. Zum Glück ist die Henriette mit einem oooh les Boches – incroyable abgedampft. Ich meinte dann zur Ulrike, dr Gischider git nah u dr Esu bliibt stah – Sie meinte nur: recht hast du Junge, lieber Gott steh mir bei… Das hoffe ich näturli auch für sie, aber der muss dann fei beistehen, von der hats wirklich viel…
Dort oben haben wir dan frisbi gespielt und dann ein füürli gmacht und würste gebraten. Auso für mich war das schon ein sehr gelungenes Wuchenänd, schon nur wegen Esti, aber auch ihre Mitbewohnerinnen waren fei gut – und weil es so schön war darf ich jetzt immer wieder kommen für ein Wochenende. das ist gut.
Die Bananerebublik
Vorab:
Tja, dann ist es halt soweit – wird die Tochter von einem Kumpel achtzäni. Ja auso Kumpel – scho, aber ehnder viu mehr, einer vo den ganz Guten, u natürli nicht nur der sondern grad das Ganze änklüsiv Frou, Tochter und em Kater. Nun, was einer Jungen Dame schenken? Ist das Persöndli mit einem gar scharfen Intellekt, einem absoluten Zahlengedächnis (Charte spielä muesch mit derä nid) und einem ironischen, einwenig dem alter geschuldeten Anspruch auf die Weltherrschaft gesegnet.
Da kommt man dann halt schon ins grübeln. Chleider? heikel. Bücher – sicher nid, disi isch vou digital. Nagulack? Tja, hat die halt auch nur zehn Fingerli, dopplet mit de Zächeli, und gar wenn die Chlöpen vom werten Herrn Nachbar zu besonderen Anlässen mitgepinselt werden vermuetli mehr als genug von dem Gedöns. Kohle? sicher nie falsch, aber etwas dröge und sind die Eltern sicher nicht stinkig, aber auch nicht unbetucht.
Pling, itz hanis – warum nid es Gschichtli? Pärsönlich, originell (hoffetli) so es A4, max angerhaub Blettli… Chasch dänke, erschtens chunts angersch u zwoitens wi me dänkt. Wollte die Gschicht eifach nicht hörä…
Hätte dies eventüell so ähnlich passiert sein können, in den 80igern, ein leicht verschlafenes Dörfli im Dunstkreis der Hauptstadt. Hat es ein Fluss, Land rundummen, ein paar Blöcke und die Migros und die Protagonischten natürli.
Das ganze aus der Sicht eines anfangs 10, 11 jährigen Bübels, der halt erwachsen wird. Zerscht im Rahmen eines Schulaufsatzes, unbeholen, mit den ganzen fehlern dazu, manchmal gar Tagebuchartig. Ein wenig „coming of age“ sicher naiv, und hoffentlich herzlich.
1
Ja, dann war das leider so, die Sommerferie sind bald düren und wir müssen wieder in die schule. Ja also ganz ehrlich – mir hat das gewaltig gestunken. Fridu und Mänu auch.
Ja da sind wir also ghocket auf der Fridhofsmauer und haben eben genau derten drüber prichtet, das die Sommerferien dann schon glii vorbei sind. Dann kam doch der luschtige Poilü verbi, das ischt der Sigrischt von der Kirche in unserem Dorf. das ist ein lustiger und auch einen guten, weil wenn er uns beim spielen auf dem Friedhof vertwütscht, dann blinzlet der nur mit dem Auge und sagt: Häbet ornig, Buebe und jagt uns nicht davon wie der Pfarrer Rüdisüli. Also der Poilu, der lütet in der Kirche am Sonntig alben die Glocken, und macht dann die Türe zu. und dann wieder auf wenn der Pfarrer Rüdisüli fertig ischt.
Dann tut er noch die Cherzli uslöschen, und die Gsangsbücher wieder aufpigelen. Ich denke, der luegt vermuetli, dass die Kirche im Dorf bleibt weil nur mit der Püez am Sunntig hat der wohl nicht gnueg zu tun.
Aber eben nun sassen wir da und dann fragte doch Poilu, he Buebe, warum so trurigi gsichter? jaaa, tFerie si äbe gli durä, u de geits los mit derä blödä blödä Schuel, ut Frau Heimbächler laht üs sicher widr e ganze ufsatz über „die Ferien“ la schribä u derbi hei mir gar nüt erläbt… meint Mänu gar ein wenig tuech.
A-baaa, seit du Poilu, auso grad drüber, dass dir im Fridhofshein zeuslet heit dät ig nid schriba… üü hei mir üs aagluegt, hei mir nid gmerkt das ers gmerkt het… isch äuä dr Rouch gsi wo ufä isch…
…Aber dir choit doch über eues eigete Land im Garte schribä, meint dann Poilu, das ischt doch fei e memorabli Sach gsi?
Ja daich, eine ganz gueti Idee meine ig u Mänu, Fridu isch nid grad so überzügt, aber dä hets du haut ou am hertischten gebreicht gehabt.
Und dies kam dann ebend so: Allenthalben kommen eben das Klärli, das isch die Schwester von meinem Papi und vom luegen her fei einen Kälblibretscher, aber eine ganz liebe Frau und demzufolge meine Tante, mit ihrem Mann dem Rüedu auf Visite. Und dann ist naturlich auch der Wewe, auso der hat nicht Schmerzen, der heisst nur Wendelin Wenger und darum eben WeWe. Er ist mit der Ursula geheirateret und so ein Halbbruder von meinem Mueti – das macht dann einen Viertel Onkel von mir.
Meine Mueti, das ist die beste von allen, auso zChanettli, das ist das Mueti von Fridu, die ist auch gut. Sie schmöckt immer so fein und Fridu darf auch fast alles, aber eigetli spielts nicht so einen Rugu, weil Fridu allenthalben sowieso macht was er wot. Aber die Schoggichrömli wo sie backt sind auso schon formidabel wie der Grossätti Schangli alben meint wenn er zässen besonders gern hat.
Aber eigentli wollte ich von eben dieser Visite verzellen – Ja, nach dem Znacht da müssen wir Chinder abwaschen was natürlich schon lästig ist, aber Mueti meint wir wollen ja nicht vom dräckigen Gschirr zmörgelen, und wenn wir nicht helfen sehe sie nicht ein wegenrumm sie kochen müsse, und da hat sie halt schon recht ein bitzeli.
Und dann gehen Mueti und Ursula ein Schwatztli halten, auso meistens schwatzt Ursula wie ein Maschinegwehr und meine Mami lost zu. Mein Papi sagt eigetli auch fast gar nix aber dafüren hat er fascht immer einen Chrummi in der Schnurren. Ja und einischt wo Ursli, das ist mein kleiner Bruder, auso eigentli einen guten Bruder aber leider auch sehr oft eine schreckliche Nervensäge, gfragt hat ob der Papi das nicht wisse wie reden geht, hat er dann den Ursli aufgenommen und nur gemeint wowou, är chöni scho, aber är losi haut gärn …
Ursli war zufrieden, auch weil er gerne aufgenommen wird, aber mann konnte schon sehen, dass es ihm grad im Grind gmotoret hat.
Ja und dann sitzen haut die Mannen am Salongtischli und brichten wenn grad kein Match ischt. Auso Ruedi und WeWe vorauem, Papi tut mehr losen. Ja und eben an diesem abend hats dann fascht einwenig gholeiet, der Ruedi meinte immer wieder das sei wie in einer bananerebublik hier, das Volk werde auseinander genommen. Aber WeWe hielt eben dagegen, und wollte immer einen grossen märit abschliessen oder so etwas.
Bis am Schluss hat mein Papi dann mit der Hang auf den Tisch geklopft und gemeint, Manne, mir näme no es Kafi mit Güx und dann ab itz Bett, Morn ischt ein neuer Tag und einig wärdet ihr ja euch sowieso nicht…
Ja und am angeren Tag hab ich halt immer noch an diese Bananerebublik rum gstudiert. Im Chinderlexikon war eben nur Republik und Banane, aber leider nicht beides ufz mau. Aber Fridu und Mänu meinten, wo ich es ihnen dann verzellte ja, das müsse doch einfach ein Land sein wo die angeren nüt zu melden haben, so fascht einwennig wie wir Kinder bei den Grossen. Dann habe ich dummerwiese noch von den Gartons im Gang mit dem gemalten bananen aufgedruckt für das Züglen vom Esti verzellt und dann haben wir einfach beschlossen unsere eigene Bananerebublik zu bauen.
Fridu, der meinte er wisse wo es noch mehr von diesen Gartongs het und tatsächlich, gli drauf ab war er mit dem Veloanhänger ober voll beladen wider da – bananen hatte er auch gefunden.
ja, und dann hat Mänu gemeint kommt wir vertlehnen noch die lange bohnenstange vom garten deiner Mueti und fridu solle doch noch hurti eine fahne zeichnen. in dem ischt er halt schon stark der fridu. ich solle da so stehen wie der räuberhauptman aus dem comic heftli, so mit einem schwert über dem Kopf und einem so vor den Körper wie ich einen grad aufspiessen wolle. Ja, aber i ha keini schwärter… nim zwe banane, du Pinsu meinte Fridu nur.
Ja genau so meinte er dann, und auso die Fahne war schon schön, nur war das nicht ich, sondern irget ein Doggel mit einer Banane über dem grind und eine gegen fürren.
Ja, und dann waren wir in unserem Land, wir mussten einen Schwur schwören auf unsere rebublik. und nacher haben wir schon ein wenig gholeiet und so halt die sachen gepäget wie:
Wir dienen keinen Fremden herren, wir sind das volk und die Stände, und darum stehen wir… Bananenrebublik vor. Wenn uns einer angreift, dann schiessen wir dem einen Bananeschinti vor tFüess dass er auskschlipfen tut…
und mehr so sachen die man vermuetli päget wenn man sein eigetes Land hat. und es kam wie es kommen musste – der Ferdinand Christen von ennert der Strass hat dann das Fenschter aufgerissen und ussengebäget: Gopfertami, isch itz de ändli mau Rueh i der Strass… und Mänu, der hinter der Garton Fassade versteckt war hat dann bevor der Christen weitermachen konnte so mit der nachemachi stimm weiter gefahren: Da chrampfet me doch tag u nacht u cha nid mau i rueh schlafe… ja, am Christen sein Sermon, den kennen wir haut… itz Längts hat der Christen dann geschrouen und das Feischter zu getätscht, dass es grad ein Spaut im glas gab. Natürlich hats uns fascht verchrugelet vor lachen.
dann kam noch die Frau Hutmacher vom Einkaufen das Wegli appen, mit dem Roten Einkaufswägeli wo das redli seit eh und je gixt. Die Brümelet meischtens was vor sich heren, aber heute waren die Tassli im schrank wohl recht ordeli versorgt, und sie meinte: eh chinder, päged er wider zganze dorf zäme, dä Lappi?
Fridu, der schon ziemli im Schwung war, und sowieso eine weiche schale mit einem harten herz hatte, oder umbekehrt? auf jeden fall ging der ganz galant auf ein Chneu appen und sagte:
oh edle dame, habet dank, eure wahren worte stärken herz und arm und gehen mir runter wie schwappi. nehmt diese banane zum danke.
Oh, danke ou – ir Migro vor hei si gmeint, die sige usverchouft… oh pardong ig mues äuä ou so gschwouä redä,
und üüh mussten wir grad staunen, di hatte es dann drauf die Frau Hutmacher. Fridu machte sie grade zum ehrenbürger vom Banana-land wie er es jetzt nannte, und wir assen alle den Kuchen von der Ehrenbürgerin.
Wo ich dann schnell drin war um sirup zu machen, dachte ich schon kurz üüü das git äuä no öpis, am Chrischte sis feischter u di vilä bananene vom Fridu… aber es hat halt so gegfägt, das ich nicht weiter an dem studieren wollte.
Mein Mueti, wo eben schon eine gute seel hat, hat dann Fridu und Mänu und die Frau Hutmacher grad zum Znacht eingeladen – Äublerr Maggronen, das ist was feines. Ja dan waren wir dann fertig und haben noch ein wenig gebrichtet, auso Fridu hat des langen und des breiten von der Bananerebublik geschwärmt. und Frau Hutmacher von Ihrem Leben verzellt. Auso die hat vermeutli schon alles gemacht und gesehen ussrt schwarz gschneit wie der Schreiner Guschti auben sagt. und Blöd ist die gar nicht, sondern ehner eine gute.
Ja, das war öppen dann schon ein gelungener Tag. Ja und näturli hat da Fridu am Nechschten Morgen grad eine selbergmaute Blagette der Ehrenbürgerin zu ehren über dem Tor aufgehängt. dan hat er noch drei vor studien, wie er es nannte für sein fast lebensgrossen Trüp-di schön vorgezeigt. Es war dann halt Die Ehrenbürgerin. Links im dö piesses – das ist wie so eine schale für frauen – an der Waldstrasse in neu york, vor dem blech muni dörten. und dann in der mitte füdliblutt wie gott sie schuf im paradies mit dem schlangenviech und dem öminösen öpfel. und dann noch rechts im tütü auf einer bühne mit gar roten bäggli und den Beinen e chli Komisch. Wie immer waren die Zeichnungen von Fridu schon sehr gut. Und wenn man halt wie ursli noch an Märli glaubt, hätten man noch gmeint haben können in der Bananerebublik hersche eitel freude und sonnenschein. Aber das Donnerwätter wartete nur schon um den Eggen.
Ja und weil wir halt wegen den bananen und wegem dem Fenster vom christen nicht âufs Bätzi bekommen hatten, wurden wir wol öppen e chli übermüetig und haben fei ein Fescht gehabt am nechsten Tag. tja, und Mänu war grad weg, um noch mehr Dachlattenreschten von der Baustelle für den Rahmen für Fridus Trüp-di-heschnidgseh zu muggen, und plötzli standen der Dicke Gianni mit seinen zwoi Ghilfen da.
Ja, und der Gianni ist eben leider nicht nur Dick, sondern eben auch gross. und stark. und eben leider auch eine saumore. haben ebent dan seine Kumplels mich ganz schnell gebaggt und hat er mir voll einen zinggiert. ja, der hat schon zwickt und gmetäuelet hats in der schurren ou. aber alle Profeli waren noch fixiert, und dann habe ich dem Gianni hurti gad einen schnurren voue Bluet und Spoifer an den Gring gespeut, gegen hinge usgschlage und einen der ungerlinge gäbig am schinnbei vertwütscht, haben die eben losglah, und hani mit auer wuet u Chraft dem gianni einen Pfust as Chini gedonnert. Dummerwis kam Mänu mit der Latte grad um den Eggen, hat natürli sofort geschaltet und dem dieselbe mit gutem willen an die birne geklatscht, diese ging grad zu bruch – die latte, nicht der gianni, der mag was verleiden, ischt aber ob dem stereo angriff grad zboden. Dummerweise grad in den Fridu innen der das Mittelbild seines Trüpdidingens in der hand hatte, und dieses ist natürli grad verissen.
Ja. und itz muss ich halt was verzellen. der Fridu, das ischt ein Liebe siech. auf dem Pausenplatz hilft er immer den schwachen und stellt die kleinen auf wenn sie umpurzeln. und dank ihm haben wir ja auch die Frau Hutmacher, unsere erste Ehrenbürgerin kennen gelernt – eine wo gar nicht blöd ischt, vilich ein wenig schrullig, aber eben eine herzensgute seele. aber wenn man dem Fridu an seine Bilder geht, ja dann guet nacht am Sächsi. für ihn ist seine kunst der ernst vom leben, sein papi, der nicht da ist, ist eben ein Künschtler, aber das ischt eine angere gschicht. dann eben bekommt er den schwarzen schleier und sieht rot. Voufau hat er dem Mänu das kabutte schittli aus der hand grissen und hat wie der Tüfu auf die zwoi verdattereten dubels vom Gianni rein geprügelt, das die zboden sind und heulten wie am letschten Tag. dann hat er dem Gianni noch den Resten gegeben und gepäget
Du dräckstschink, hingerfotzige sauaff
und das immer wider… Gianni wehrte sich natürli und Fridu hat auch sein teil abbekommen.
Ja und dann kam Mueti, und hat dem Fridu eine geklatscht. und dann waren wir alle grad stiu. und verlägen. und mir hat erscht jetzt die schnurren weh getan und das rächt. dann hat sie uns alle reinkommandiert. Wir mussten alle in einer reihe stehen und sie hat uns mit esti zämen verarztet – irget wo habe ich gelesen, das sei eine Dratition in der schweiz. zerscht gibt man enang uft tschnörre, und dann werden alle verarztet. und dann gegen weinachten kommt das briefli und man spendet dem roten kreuz.
Und dann mussten wir an den Tisch und Sirup trinken. Ja und wenn sie verruckten ischt das Mueti und sagt stiu sy, dann ischt stiu. und dann kam der Papi heim. Der meinte dann eh dr tuusig, was sit dir für e verluste souhufe, und liess sich die gschicht vom Mueti verzellen. ja und dann von mir. ja und dann vom Fridu und Mänu und zletschten Gianni, der grad äxtra so tat, wie er nüt Dütsch kann. Tja, da waren halt dann alle Paff, wo der Papi denen auf Itauienisch zur rede gestellt hat.
Der papi hat seinen Krummen ausgedrükt – ein schlechtes zeichen, und gemient, ja meine herren, das ischt nid die idee, tsommerferien so zu verbringen. er hat den einten Dubel vom Gianni losgeschickt er sol mindestens ein Elternteil, maximum dreien holen – ja mein Papi ischt ääschinör im – E- werk voren, der mags exakt – und äuä ou kes dürenang mit Gebäge uf itauieänisch…
Dieser kam dann mit Konstantin retour, dass ischt der Beizer von ennert em Bach, so ein wenig der Chef mit vielen weissen haaren bei den Itauienern. Der hat meine Mutter sehr freundlich gegrüst, sich bei meinem Papi entschuldigt und dem Gianni und seinen zwei lölis eine geglepft, dass denen die Zähne gwacklet haben. Dann hat er gemient, ja, Chinder Prügeln sich haut, aber das jemand Dräckstschinken sagt, das fände er nicht recht.
Mein papi hat dann nur die Augsbraue gelupft und gemeint, ja das Buschttelefon – Chinder? und Fridu hat gesagt, ja, das sei äuä er gsi. Ja was er damit gemeint habe hat mein papi gefragt. ja, das es eine sauerei sei, zu dritt einen zu halten, das der sich nicht weren kann, und ihm einen zu geben. aber richtig schlimm sei, dass Gianni sein Bild zerstört habe. das sei nicht so einfach zu malen, und er habe lange dran gemacht. Dan hat der Konstantin allen dreien grad noch eine gegeben. da konnte der Gianni dan plötzli deutsch und hat gemeint er wollte das Bild gar nicht kaputten, so eine bella, sicher nid.
Aha, meinte der Papi zum Fridu, er solle doch das nächste mal das dann so sagen. und ja nie wieder das andere. Fridu hat schon schnuf geholt, aber mueti hat ihn gar streng agluegt und er war grad stiu.
Papi meinte, wir müssten uns alle bei einander entschuldigen und aneinander die hand geben. dann solle doch der Konstantin die Drei mit nach hause nehmen wenns recht sei. Doch Doch, aber ob er noch das Bild sehen könne?
Wir drei, Fridu Mänu und ig haben es dann innengeholt und mehr schlecht wie recht die drei teile in die höhe gehalten. auso, da war es dem Gianni nicht recht, das konnte man sehen. Konstantin meinte nur, aah ein Trüdi-dings? Ja, meinte Fridu bas erstaunt. ja ob er das selber gemacht habe? klar doch… Ja
… in italien haben wir auch gute maler, meinte Konstantin, daich, der Fridu mikelangelo, Boditschelli… da war Konstantin grad kurz stiu. dann meinte er, ob er einen vorschlag machen dürfe? Natürli meinte der Papi.
Auso, er möchte doch ein Bild für seine Beiz, ein italienisches Motiv, nicht ganz so gross, und wenn frauen drinn seien ein bitzeli mehr chleider wenns geit? ob der Fridu das malen könne? ja, doch, er glaube schon… dafür können wir Buben dann alle zusammen in der Beiz znachten wie die grossen, ob so gut sei?
Fridu hat ihm dann ganz resbeggtvou die hand gegeben. Ja und dann hats halt geläutet.
Papi hatte wieder eine Krummen am qualmen, mueti hat auch nicht mehr gstober drein gugget, man hätte hoffen können, das schlimmste sei überstanden, aber dussen ischt die frau Schnegg gestanden.
Ja und die hat dann grad losgelassen mit aufwieglerischen, volklsverletzenden parolen die da proletet wurden, pornegrafische darstellungen, ganz schlimm und da müsse man grad mit der Fürsorg kommen. ja und alle diese wortli hat mir esti erklärt und gholfe schribe.
Das war nicht gut. Der Papi meinte, chinder, göht chli i eui burg. Ja, und dann hat er die türe geschletzt. und für das er nie fascht nüt seit, und wenn den liselig hats dan schon Gschepperret.
Wir konnten dussen jedes wort hören, und ich hab alles was ich nur konnte aufgeschrieben, aber er hat das fei gepäget. und dies war dann in etwa so:
Auso, dir fälet mir no id ir wurmbüchs – was chömet dir eui länge, trochni nase i aaglägeheite cho steckä wo nech nüt aahgö?
I cha weli biuder ou immer i mine vier wänd ha was mir gfaut, so wit chunts no
Was Fahne? mit schnäbi?
u du steckt är der grind us dr tür, buebe bringet di fahne
u mir bringe se.
Ufehäbe.
Auso?
Tfrou Schnegg zeigt ufz zungere bananeschwärt.
Fridu luegt so chli verläge, aber du chunt mir i sinn: we me öpper wot aaschuedige de bruchts bewiese – und wenn diser cha bewiese nid, de isch er uschuedig. steit i mim detektiv buech.
Das isch Fausch. mein ig. Frou Schnegg meint Tscha, u mi papi bäget ruhe u si hueret grad chli i uf irem stüeli. Auso, sohn? Momänt, und ig springe i mis zimmer u chumä mit em comicbüchli u zeige dr houptma mit de beide schwärter
Bös isch wär böses dänkt seit mi papi u hets ihre unger tnase.
U itz usä. u wen ig no öppis ghöre vor oder hingerdürä de versorgi euch grad mit oder ohni fürsorg.
Ja u we me dänkt itz isch fürabe, neineinei. Aber gliich bini scho chli stouz uf mi papi, winer disi grad abgefertiget het. Aber äbe zChanettli chunnt u si grännet u dr Herr Tschachtli, dr Chef vor Migro vor isch grad derbi. Ja, si tuet dr Fridu grad umarme, u disem isch nid rächt u si seit ja, bueb, die banana, di banane… mis mueti cha si du chli beruhige, u si göh itd Chuchi gah tee trinkä. das macht mis Mueti immer we me öpper vo de Grosse mues beruhige oder dröschte. Tschachtli u dr Papi kenne sich guet vor fürwehr här. und er fragt was sigi.
Ja u diser meint, ja äbe es sigi bananechachtle wäg cho u äbe ou banane. u me heig im zutreit das äbe dr Fridu mit em Veloahänger isch gseh wordä.
Mi Papi meint: Fridu?
ja seit du diser, di Banaschachtli si hingerus uf dr Bühni gsi u vo dört här wärde si chüderet, das heig är gseh. u di banane sigi am bode gläge – är heig gmeint di sigi ou zum furt rühre.
Nei, si si nid gsi, si si eifacht chli füecht gsi u der Stefu heigs si gschnäu usegleit zum trochnä.
Ou… seit Fridu
es isch grad chli stiu – mi Papi und dr Tschachtli luege sich a. U du seit dr Papi: Fridu – das sich ärnscht. Diebstahl. u zum Tschachtli choi mir das ohne Polizei reglä?
Diser gwagglet mit em chopf u meint: Die Schachtle u aues was drinne isch ghöre de Migro. Du chasch nid eifach näh. Wet öppis wosch muesch cho frage – zEsti het ou für schachtle gfragt, u si het bicho.
Dr Fridu meint – ja. Es tüeg im scho leid. Aber, ehrlich, wenn ig wär cho frage, hättet ihr mir gäh?
Itz wird em Tschachtli grad e chli warm und är meint: Nei, äuä nid… Fridu niket wie zum sagen: das hanig scho dänkt.
Ja und dann wurde eben der Fridu zu zöuwf mau mittwoch u samschtig nami in der Migro gah häufe verdonneret. Ich und der Mänu haben natürli laut prodestiert – wir waren ja auch dabei und mitgegangen und so. aber der Tschachtli meinte nein nein, es solle eine Strafe sein und kein Abendteuer…
Ja, und dann sind der Tschachtli und zChanettli mit em Fridu gange. Ja und ich habe gedacht ein unglück kommt selten allein, aber wie soll ich das mit dem Christen sein Fenster sagen?
Mein Papi, der sagt eben schon fast nichts. aber merken tut er viel. und der meinte: sägs gredi usä, sohn. ja und dann habe ich gemeint, es würde mich nicht wundern, wenn der Christen sein kabuttes Fenschter uns anhängen wolle, aber das seien wir nicht gsi. er habe es selber zuebrätschet, das es kabutt ging. Zum Glück meinte dann Mänu ja, und die Ehrenbürg – auso die Frau Hutmacher habe das grad auch gsehen.Soso. meinte mein Papi. Luege mir doch mau. Ja und dann ging der Mänu. Der ist ein schlüsselkind, weil beide Eltern wärchen tun. der wohnt vor im Block.
Ja und dann wo ich im Näscht so gelegen bin, kam dann das Mueti mit einer Schale voll kalten Arnika und einem Hudu wo ich mir auf das gsicht legen kann wegen dem Gianni seiner Pfuscht.
Das hat gut getan. aber noch besser war das das Mueti grad einwenig geblieben ist und gemeint hat, das sei fei ein Tag gewesen. Ja meinte ich. Die Bananerebublik sei äuä gestorben. Nei meinte dann mueti, es müsse jeder seinen weg gehen, und es sei doch gar kein schlechter anfang ein eigetes Land zu gründen – ich würde dann schon noch sehen. Man müsse dann halt auch derfür schauen, dass man mit den Nachbarländer einigermassen auskommen täte.
Epilog:
Die Schule hat wieder angefangen. Es war schon doof aber nicht so schlimm. Frau Heimbächler fand den Aufsatz ausser den fehlern und dem mundart sogar gut. Der Fridu ist immer am Mittwoch u Samschtig in die Migro go helfen gegangen. Nach zwölf Wochen waren die mit dem so Zfridä, dass sie ihm einen Wochenplatz angeboten haben. Jetzt fahrt der schon mit dem Stappler umenang, und der Tschachtli meinte wenn er so weitermache werde was ganz grosses aus Ihm.
Fridu hat das Bild für dem Konstantin seine Beiz gemalt. Es war sehr sehr schön gekommen. Eine schöne Landschaft in Italien, mit schönen, aber angelegten Mädchen, die das Veh hüten tun. im hingerund steht eine Burg, und wenn man ganz genau luegen tut, sieht man wie die Fahne der Bananerebublik am Fahnemascht wehen tut.
Das Znacht war sehr fein. Zerscht wussten wir nicht so recht was reden, aber dann wurde es luschtig. Itzt gehen wir halben mit Gianni und seinen Lölis auben Fussball spielen.
Der Christen, der Arbeitet itzt in E Werk vorne in der Logistik. Er muss nicht mehr Schicht schieben. Seither hat er nie wieder aus dem Fenschter gholeihet
Wir gehen so einmal die Woche zu der Frau Hutmacher go Zvieri näh. Da waren wir auso bas erstaunt, hatte die unsere Fahne aufgehängt, in der guten Stube mit der Plagette von Fridu drunter. Dörten stand drauf
Gertrude Hutmacher – Ehrenbürgerin Numero uno – Bananerebublik. Macht keine Hüte, aber derfür alles andere.
Frau Hutmacher meinte es rendiere scho wegen der Frau Schnegg, der entgleise grad auben tsGschicht wenn sie die sehe und dann bliebe sie auben nicht so lang…die mues me eifach gärn ha, die Ehrenbürgerin.
Mueti hatte recht. Die Bananerebublik ischt nicht ganz gestorben.
Gottesgabe oder von der Erfindung der Handtasche
Vorwort
Das Histörchen ist bekannt – gar fast ein Allgemeinplätz, wie der Berner so schön sagt. Also nix neues erfunden. Wurde schon mal vor Jahren von mir in ähnlicher Form aus der Tastatur gedengelt, damals für einen Kunden. Dieser hatte seinen scheinbar sehr lukrativen aber gar stressigen Job an den Nagel gehängt, sich allem Überflüssigen entledigt, sprich Immobilien, Autos und die Briefmarkensammlung, und lebte nun seinen Traum vom Sein und aufschreiben was grad stimmt… Dies in einem wilden, aber vergessenen Tal im Graubünden.
Haaaltla, denkt sich jetzt der intelligente Leser – u de tFrou??? Richtig, sage ich – hat selbige mittels eines scharfen Anwaltes sich Seiner entledigt… war ihr Troum nicht ein vergessenes und wildes Tal im Graubünden, sondern ehner Bling-Bling-Monaco u so – tja – musste der Typ grad scho chli luegä …Die Vitae hat mich noch so beeindruckt, und ich meinte so halber im Gspass … falls etwas gestimmt, und ers aufgeschrieben hätte, würde ichs dann schon lesen, wenn er wolle. Naja, es gäbe da schon etwas meinte er.
Voufäu ist der Handel zustande gekommen – wunderbar, merci viu mau, uf widerluegä und viel Vergnügen… Ich hab gar nicht mehr dran gedacht, als da tatsächlich doch ein Kouvertli mit zwei schmalen Bändchen daher kam mit auch: Wunderbar, merci viu mau und viel Vergnügen. Natürli habe ich das sehr gerne gelesen – die Versli? So mmmh – naja, aber das liegt an mir – und die Geschichten – die waren fei gut. Also, war ich schon so ein wenig berührt, dass er tatsächlich dran gedacht hat, und habe ich halt was aufgeschreiben, beschäftigt hats mich einewäg, so chli als merci. Nun, letzthin bin ich gezügelt, und wie das eben beim Zügeln so ist, kommt doch so einiges wieder füren, oder in diesem Falle eben dann nicht. Wollte ich mir das Histörchen wieder mal zu Gemüte führen, aber ojemine, keine Festplatte, nicht mal die Externe gab was her… Blöd halt, säuber tschuld u dumm wi Brot – muesch äbe sichere… würde das Ei-Ti- Schutzengeli sagen, der über meine Bits und Bytes wacht – also sagen tut er das selbstvernatürli nicht – ist er ein Engel und diese reden nicht so – aber wenn er das Müli zum Strichli macht, und die Eugli hurti uf minusgrad abefahrt muss er das gar nicht sagen, ich weiss dann schon… Janusodenn, schreiben wir sie halt nochmals und denen, wo das noch nicht vertleidet ist können sie nun lesen…
Vor langer langer Zeit, also so langer Zeit, wo es noch keine Rolle gespielt hat, ob die Welt nun Rund ist, oder eben nicht – da gabs ein Mann und eine Frau. Und die hatten einen Garten, oder der Garten hatte sie, es geit beid wäg ume. Und in diesem Garten gabs eigentli alles, so das die beiden nicht luegen mussten das gluegt ischt, sie konnten einfach, aber mussten nicht. Und dort lebten sie, mit den Pflanzen und Tieren und es war hiub. Und der Mann, wenn er am Fluss hockte, und in die Ferne guggte und friedlich auf einem Grashalm kaute dachte manchmal an den Gedanken eine Dampflokomotive zu erfinden – aber nein, sicher nicht jetzt, warum auch. Was die Frau dachte – nun da wage ich schon gar nicht drüber zu spekulieren, was die wohl gedacht hat, ist es öppen sowieso das falsche was ich sage und ich war ja auch nicht dabei. Vermuetli, so hoffe ich emel fand sie es schon schampar schön, wie der Tau vom neuen Gras kühl zwischen den Zecheli kitzelte – jawoll.
Also so einen Garten hat es vermuetli seit dem nie mehr gegeben, und wenn , de wüsti emu nid wo, wo man nie ein Gjufel hat – wie denn auch, wenn es die Zeit schon gab hat sie ganz sicher nicht tick-tack gemacht und war noch gar nicht wichtig und da man ja war, mit allem drum und dran musste man nüte zämenramüsieren, und sparen scho gar nicht und so.
Nun, der nervt langsam mit seinem Garten delinoumau, könnte der einte oder andere sinieren – das ischt mir aber gad hurti gliich – denn ich muss ja nun verzellen, gab es da noch den grossen Chef. Ja also, den ganz grossen, den im oberschten Stock. Und dieser Chef, der war dann so ziemlich flott, ja, wieso denn auch nicht, denn bevor er dann fang mau mit dem Wort anfing und dann mit doch ungemein wundersamen Schwung und fast gar göttlichem Verve das ganze dann hurti gad hingestellt hat, aus dem Nichts, auso aus dem gar nichts, das öd und leer war, den Garten, den Mann, den er aus Lätt, und die Frau, eben dann so hurti geknetet bezättweh dann aus dem Rippli vom eben diesem gschnitzleret hat. Ja und da hatte er dann halt nicht viel Konkurrenz, und so grad eis zu eis hats ihm vermuetli niemand gad so nachegaggeret.
Und wo er dann fertig war, hat er leicht mit dem Köpfli genickt und gemeint: Mou – no schön cho…
Auso, dir Zwöi, hei mir hiä ä Garte – mit Pflanze u Tier, machet mau – ussert am Füfi Apero hei mir hie nid gross Reglä – du het im dr Micheli hurti mit em Eubögli itd Rippi gschtüpft – Üüüh-dir! …Nid das igs öppä vergiss – da die Früchtli vo däm Boimli dörten – einfacht la si, nüt isch – nid mau vilich – interdit, nei – nei, pfui, ää ääh … Und in diesem Sinn noch so weiter, ein bitzeli. Die zwei haben vermuetli schon haubers nicht mehr guet zueglost, waren sie doch bas erstaunt und sehr erfreut über ihr Diheim. Ja und so ist die Zeit vergangen, würde man heute sagen, aber damals hätte es ewig sein können, oder aber auch nicht. Auf alle Fälle, hat die Frau eben manchmal das verbotene Boimli angekukkt und sinniert – ja, was echt dann so speziell an dem sein sollte, das der Verboten gehört, also grad appart hats dann gar nicht ausgesehen, und ein Züünli hatte es auch nicht drum umen – da war also die Berner Rose schon ganz was anders, zwar chli verzworgleti Eschtli, aber üüüh, was für feini Öpfeli die macht…und eben genau so ist es haut gegangen, war halt alles gad so neu und frisch erfunden, hatte es gnueg zum probieren, dass man da nicht lange über besagtes Boimli studieren musste.
Ja und wenn man den wenigen, aber sich erstaunlich einig-gehenden Quellen glauben schenken wollte, würde jetzt so ein Schlangenviech ins Spiel kommen. Nun ja… da muss ich leider sagen – nein, eher weniger. Denke ich, dass die Schlange, die vermutlich Hermann hiess, einfach in der Astgabel vom besagten Boimli lag, und gemütlich eine runde Chrösen wollte… Die Menschen, ihrer menschlichen Natur folgend dachten sich wohl die ganze Katastrophe ein wenig zu verblüemelen und vermäntelen, wollten sicher nid alleine tschuld sein…und da haben Sie die Schlange wohl so ein bitzeli vorgeschoben, denke ich.
Jetzt nützt kein usästüdelen mehr – es ist halt geschehen, und darum muss ich es berichten. Einischt wars halt dann so weit – hat die Frau gemeint:
Chum itz Ätti, bise mir doch da mau dri…Jjääääh meinsch de? Meint der Mann, dr Chef het doch gmeint… Aba, bis khei Höseler… dä merkt doch öppä nüte…
Ja so dann halt, nicht bös, äuä eifach us luter Dümmi hei si haut i di Frucht inä bissä – du hets a Chlapf gä wi am letschte Tag, u fieschter ischs worde. U wos du wider Liecht het gä ischs nüm so gsi wi aube. Hei sich di Zwoi aagluegt u dänkt:
Hobla, hei mirs itz äch verheit?
Haben Sie gehofft, es merke niemer nüt und mal so weiter gemacht. Der Garten war immer noch wunderschön, aber weder der Mann noch die Frau fühlten sich wohl, ihre Herzen waren schwer. Und so fanden sie sich einmal zusammen, hielten einander an der Hand und machten sich auf den Weg zum grossen Chef. Dieser war eigentli immer so ummen gsi, hat alben ein bitzeli gärtneret, oder an der Göttlichen Eingebung gewerkelt, aber nun mussten sie doch fei laufen bis sie ihn fanden. Und so standen sie vor dem grossen Chef, aber konnten ihm nicht ins Gesicht schauen, denn es war ihnen gar nienen recht. Der Grosse Chef schaute sie lange an und sagte dann:
Ahh.
Dann war es lange, sehr lange still. Dann meinte der Mann: Ja auso, da da haben wir wohl richtig einen Seich gemacht das tut uns sehr leid und ist uns nienen recht – aber öbs nicht irgendwie geit dass es wieder so sei wie alben? Die Frau hat gar hoffnungsvoll und hübsch drein gesehen, aber der grosse Chef meinte nur:
Janein. Es sei ja ihre Entscheidung gewesen, man könne halt nur erkennen und nicht entkennen, wenn Sie wüssten was er meine?
Das taten Sie nicht…. Klar, brümelete der Chef, Dir heit ja khe ahnig – wie de ou…Dann war es wieder still, lange still, bis die Frau mit einer sehr kleinen Stimme fragte:
Ja, und itze?
Nein-ja – so der Chef, das sei das Ende und der Anfang… ab jetzt müesst dir haut luegä… der Micheli begleitet nech zum Usgang…Da hat der Mann wüst geflucht , und war darob erschrocken – hat er gar nicht gewusst, dass er so grob schnurren kann, das er grad schwieg und dachte:
Üüüh, itz bini gschider stiu – süscht gits Lämpe… und die Frau lugte ihn vo unger ufen an, und dachte:
Itz bisch gschider stiu – süscht gits Lämpe.
Die Frau sagte zum grossen Chef: Öbs de nid grad chli hert sei, grad usgschaffe zwärde , numä so wägemne läpische Biisli – i meine sisch ja nid mau es Amuse Bouche gsi?
Und derwile hat Sie aues mögliche zämen ramüsiert und in Ihre Tasche gestopft was sie nur fand – denn ihr müsst wissen, die Frau hatte eben immer eine Tasche dabei, meist mit Blumen und schönen Kieseln, Muscheln und so Auergattigs drinnen. Diese sah dann auch fei schnadig aus, die Tasche so halt „au natürell“ . Hatte sie die selber gemacht, aus Sachen aus dem Garten und vom Strand.
Hmmm. Dachte sich der Grosse Chef, und luegte grad so drein, wie Eltern tun, wenn Ihre Kinder so das erste mal richtig umen geben – und dann noch mit den eigenen Worten retour, und passend , wi di pfuscht ufz Oug… und wie besagte Eltern war er halb stolz, halb betupft, und halb belustigt … (ich weiss, das Mengengerüst geht gar nicht auf, aber es waren besondere Momente, und da war alles möglich…)
Potz – dachte er, tMueter cha beides ufz mau: Schnürrä u Tue … und üüüh dir, han i gseit luege müesse si – i weiss de nid öb si de weiss dass sies weiss das sies scho tuet… Respäkt… aber hie bin i Chef, die wärde no a mi dänke…Und weil er der grosse, also der ganz grosse Chef war, und alles gemacht hat konnte er das natürli, und weil er gad vom ganzen Machen und tun noch ein klitzekleines Räschteli vom Nichts hatte, auso ja scho vo dämm, das öd und leer war, im Hosesack innen, hat er dieses so mirnixdirnix in das Täschli der Frau innen geschmuggelt. Da musste er schmunzeln, und hat dem ganzen Treiben noch ein wenig zu gekukkt, bis er dann dachte, so, itz isch öppä guet.
Hrrrrm!
Het er du gemacht – und weil es halt ein göttliches Hrrrm war, hat es halt gescheppert, gepolderet und getan, das grad alles still gestanden ist, und der Mann vor luter Chlupf:
Jawoll, hie, awesend gesagt hat und die Frau gredi hingestanden und sich die Haare gerichetet hat.
Auso, meinte der Chef: Uf widerluege, ade, läbit wohl u machets guet – Fürabe – mir mache zue… eifach de Tier nache, Micheli wiest nech der wäg und tatsächlich – so wars. Michel stand im Blechtenüe, und hat den Weg gezeigt, mit dem Schwert, so ein wenig wie ein gwackliger Verkehrspolizist.
Die Sonne ging langsam unter, es nachtete ein, da war plötzlich ein Schild „Ausgang“ hatten Sie dies noch nie gesehen. Micheli hatte du plötzli ein Gjuffel mit seinem Schwert, hat gedrückt geschüttelt und gemacht. Der Mann, der im Grunde seines Herzens ein guter Siech war, ist hin und hat gemeint:
Chani häufe, Michu?
Aber da hat mit einem grossartigen „Fluummmp“ das es dem Mann grad die Augsbrauen gekrüselet hat, das Schwert nun endli gebrunnen, und sie konnten sehen, wos düren geht. Erst da sahen der Mann und die Frau, das alle Tiere auch den Garten verliessen. Und einerseits waren sie grad froh, nicht ganz alleine weg zu müssen, aber andersch ummen hat es ihnen die Härzli zämen drückt, dass die Tiere nun auch den Garten verlassen mussten, wo sie doch nüt, aber auch gar nüten derfür konnten.
Und So sind sie gegangen, und wo sie gschnau retour gluegt hei, haben sie den Michel gesehen, der das Tor zu tun wollte, nur das Büsi war noch dörten und isch inä u usä u inä…
So entscheid di itzä, sagte du Michel und du schlüpfte das Büsi usen, und mir einem Klong ist das Tor zu gefallen. Der Mann und die Frau sind gelaufen und gelaufen, bis Sie nicht mehr konnten. Die Frau meinte: Ja, zum glück hani mis Täschli, wei mir mau luege – und sie tat es auf und – Nichts! Die Tasche war leer – und wir, ja wir wissen warum – wegem Nichts vom grossen Chef dänk, aber Sie – die hatte keinen Plan und konnte es nicht glauben…
Jä – nei himuhämulütisämu meinte die Frau – …cha ja nid sy, ha ja packt u inä piget u itz nüt? Und sie nuschte und nuschte… bis es dem Mann einwenig gnüegelete und er meinte:
Jä heschs öpä verjufflet?
Was de, schliefst im Gring, die Frau – u du, gar nüt hesch mitbracht, Löu…
Ja vo nüt chunt nüt, meinte der Mann, was in diesem Moment zwar treffend, aber weder speziell diplomatisch, noch sehr konstruktiv war. Wie ihr sehen könnt, hatten die zwei Lämpen – und das grad richtig, haben sie einander gäbig Haber gegeben, und wenn ich alles aufschreiben müsste, was die aneinander Schlämperlig angehängt haben, dann sind wir noch in zwei Wochen dran, darum hier nur noch der letzte Bitz: Waren die mittlerweile beim Nichts angekommen, und der Mann sagte:
Ja-eben Nichts sei ja nichts, gar nichts das Gegenteil von etwas – und die Frau entgegnete:
Ja, aber wenn wir über nichts, bzw. das Nichts diskutieren, dann müsse es ja etwas sein, sonst könne man ja nicht drüber parlieren, checksch-es? Und der Mann meinte:
Itz wirsch mir aber grad chli exischtenziell… und ward darob grad einwenig rot, denn er wusste eigentlich gar nicht, was das ist – existentiell…
Schiess dr Hung druf, so die Frau i ma nüm lirä – mir frage doch dr gross Chef…
… Und sie luegten sich grad betreten an – denn dieser war nicht mehr ummen. Darauf waren beide tuche und still, legten sich nieder, umarmten sich und versuchten einander einwenig warm zu geben. Und da nun Ruhe war, kam das Büsi zu ihnen, schnürelete ein bitzeli, was doch alles ein wenig besser für sie machte.
Der Grosse Chef, derweilen? Nun, ob von oben oder überau her – darüber ist man sich bis heute nicht einig – hat das alles mitbekommen. Ja, hei si a mi tänkt, hat er gemeint, und musste ein Tränli verdrücken, hani si ja wi ig bi gmacht, hat er sich erinnert – Micheli? rief er. Dieser hatte grad wieder Comedy mit seinem Schwert, hatte er es in den Schirmständer gesteckt, um die Rüstung, auso um wieder Tenue normau an zu legen, aber vergessen, es ab zu löschen – Tja hat die ganze himmlische Garderobe grad chli gläuet… hat der grosse Chef gsüfzget und es wider idt ornig gschnippt.
Micheli, luegsch mir chli denä Zwoi, gäu, nid imische, aber luege. Gabriel u die angere Buebe söuä ou häufä.
Epilog
…Und die Moral von der Geschicht? nun, ich mag Gesichten, und gegen die Moral ist dann gar nichts einzuwenden, aber zämmen? Geschichten mit Moral und dem Zeigefinger, dem gwackligen, sind nicht so meins – darum berichte ich was mi düecht:
Haben auso der Mann und die Frau gluegt, sonst wären wir ja ehnder nicht. Und haben die Frauen bis heute fascht immer ein Täschli derbi – war ich auch schon froh, ein Nastuch zu bekommen. Tun Sie bis heute drin innen nuschen, als obs kein Morgen gäb – ja, vilich suächä sie haut so chli ihrere Ururur-heschnidgseh-ahnin nah, es biräbitzli vom Garte – wär weiss?
Und – handelt es sich hier um ein auch vom grossen Chef nicht vorhergesehener, oder dann eben doch, reziprok verdrehten Umkehreffekt – also ich behaupte nicht – ich beobachte, dass die Frauen bis heute Zügs und Sachen und noch mehr in ihre Tasche pigelen können, das wirs nicht glauben und es hat geng noch Platz.
Und haben wir bis heute immer wider Lämpen – geben einander Haber… im nachhinein meist wegen nichts. Und wenn es grad so richtig gut läuft, und alles passt und ischt top, ja ob der Michel oder einer seiner Kumpels grad vorbi pfilet ischt? Man weiss es nicht.
Was ich weiss, wenn eine Katze zu mir kommt und chli schnürelet, ist alles grad ein wenig besser – bis heute – und morgen hoffetli auch. Füfi isch lang düre, Apero vorbi, gschribä isch für hüt gnue.
Öbs öpe zyt für es chlises Gin Tönicli isch?
FE Januar 22