Die Bananerepublik 4

Ja, dem Fridu sein Papa, das ist eine Geschichte für sich. Wie ich schon voren im Aufsätzli gschribe habe, ischt der ein Künstler. Auso – wenn er dann mal etwas gemacht hat, war es dann schon immer sehr guet. Nur – viel hat er halt nicht wollen können machen… Viele im Dorf hielten nicht viel von ihm fanden, er sei ein Versager, ein Vagabund, ja öppen die konnte man auch Schafseckel, Dummbatz und schlimmeres ghören.
Aber, es war halt dem Fridu sein Papa, und em Chanetteli si Ma, und wenn der wieder mal aufgetaucht ischt, hat der Fridu haut schon immer eine riesen Freude gehabt. Das Channettli hat dann wieder wie richtig geleuchtet, wenn man das so sagen darf – und für eine Weile hatte Fridu wieder eine ganze Familie. Ich denke, das tat dem fei gut und er konnte halt die Sachen erleben, die halt mit einem Papi am meischten fägen tun. aber eben, nach einer weile war ihm wohl das Dorfleben wol öppen zu wenig, dem Fridu seinem Papa. hat er dann gemeint, janai, hiä chöng är sich nöd entfaalte, mir verstöng sis Dalänt nöd, (ja, e zürcher ischs de ou no), und er mües itz halt wäg, sich gah verwürklichä… ja u du meischt gli drufab isch er ou furt gsi.
Dr Fridu het du meischt e huere Mischt abgla – minimum Schuelkommision hets brucht wenn nid tFürwehr ut zChanettli isch du geng zäh tag bis drü wuche nüm us em Näscht cho.
Ja und dies mal wo er halt dann wieder mal da stand, war halt schon fei viel Zeit vergangen gewesen. Ich kam grad wieder mal vom Tee trinken, die Ehrenbürgerin war auch dabei, und da sahen wir halt was geschah.
Der Fridu, der stand vor der Türe, zChanettli het chli närvös hinger fürä gluegt. Fridu, so mit den ufäglitzen ärmeln und den Fäusten an den Hüften hat er dann schon gar nüm wie ein Büebel gewirkt. und Dri gluegt het er haut winer luegt we de gar nüm guet ischt.
Ja, und wo sein Papa dann meinte: eh lueg ou a – miner Liebe chöme mi go begrüessä, meinte Fridu nur:
Nüt isch.
Hää? Ja, das hatte der wohl nicht erwartet und der fiel grad aus dem tritt, sagt man glaub ig.
Jawoll, so dr Fridu, hiä chunsch nid inä. Mira chasch grad wider gah. Hesch di haut einischt zviu us em stoub gmacht und enttüscht. Hiä si Channettli und ig di heim, du hesch hie nüt meh verlore.
Ja diser isch grad mau baff. Ja u du meint er so spöttisch, was wosch du scho, du Lümu, häsch dr Morgechlapf öppe no nöd gha, aber är chön da scho nache häufe…
Chumm du nur, du schwachchopf meint dr Fridu ganz ruhig.
Ja, u du merkt ers grad. Em Fridu isch ärnscht. Är gäbt im guet – we vilich nid unbedingt gärn uf tSchnörrä. Mittlerwile si fei Lüt am Gaffe.
Ja, seit du diser, Ig ha haut khe Sohn… u dräht sich wäg.
Fridu lachet numä chaut u meint troch är söu doch mau Zyt zäme zeuä, woner für si famili da sig gsi – was derbi ou usä chäm – für Vater tsy längis fou fäu nid. Nimmt zChanettli i Arm u geit inä. Diser luegt scho ziemli dumm us dr Wösch, aber es blibt im nüt, er mues gah.
I sta mau da, u du zupfts am Ermu – chumm, mir göh ga Crepes mache, meint du Gertrude – hop hop, i Chäuer, bring a Späcksyte und Himbeer Comfi… Keine Ahnung, was das aus grad soll, eigetli will ich mal über das was grad passiert ischt studieren. Wo ich wieder oben bin, sind schon zwei Pfannen auf dem Herd, und es wird gschwingbäselet wis nüt meh gäb…
Ah, guet. Tuesch dr Späck würfele, Schnittlouch hacke… ig luege äuä gad blöd – Gertrude meint, Ja hesch ja gseh was passiert isch. Fridu u Chanettli bruche itz grad öppis sauzigs u dernah öppis süesses – Crepes göh haut schnäu… Ig chumä it ghäng, und bin plötzli chli froh für die Zytä wo mi tHenriette in die Küche kommandiert, und sagt genau so du muesch schnidä …. Finger u Dumä inä, u nah heeer nur stossä odr nur zi.hää… und sagen duscht tu nur: oui Chef… e spezieui Aaleitig, aber i mues säge, sie hets scho im Griff, tHenriette, zChoche auso.
u gli drufab si mir mit je emne risä sSapu sües u sauzig crepes bim Fridu u Chanettli diheim.
Die beide hocke im fischtere, es wird nüt gredt. ig decke dr Tisch, u meine nur, Fridu, härehockä. Gertrud tuet ZChanettli sochli zart härebugsiere u mir ässe.
Ja, u irgent wie hat sie halt recht, die Gertrude. Also gut gehts den beiden nicht, aber auch nicht mehr so ganz verschissen wie vorher. ja, und dernah tuet Gertrude allen einen gäbigen Gutsch Brunä ins Kafi, und dann brichts aus dem Fridu ussen:
Das Arschloch, das huere verlogne … aber es isch mi Vatter ….Gopfertami, huerä verfluechti Kakke… hanig itz diä Familiä ändgüetig vercheibet, nei … Ja … scheisse no mau… U Ig wo der Fridu mis haube – quatsch mis ganze Läbe kenne und aus eigetli mi bescht Fründ aluege ha no nie gseh, das er deräwäg am änd vo was ou immer ischt.
Gertrude nimmt siner beid Händ – Fridu – seit si:
We eine öppis vercheibet het, de bischs ganz sicher nid du… Wes öpper isch, de wüsse mir hie au wär. Mönsche si Mönsche, wärdes äuä ou geng blibä. Mache Seich, Schissdräck u leider no schlimmers – sigs us Dümmi, Bosheit oder beides, oder eifacht wiu si gad nid angers wei chönnä.
U si nimmt e hang vom Chanettli – los, bis stouz if di Sohn – richtig stouz. Isch gad chli schnäu gange, und es tuet weh, het aber äuä müese si….heschs gseh u ghört, är isch itz e Ma – steit fescht u ufrächt u seit was isch. U bis ou stouz uf di – heschs praktisch geng allei müessä schaffe – aber lueg – lueg was du aues voubracht hesch…
Gertrud redt nid lut u nid wi si würd predige – aber si meint jedes Wort und es passt eifach. u ig bi wider mau so richtig froh, für dä heiss Summertag vo eismau, wo ne euteri Dame zwägli dürab vom ichoufä chunt u meh dür zuefau oder glücklicher Füegig nid eifach vorbi geit, sondern i mis läbe chunt – vo dr Dorfschrulle zur Ehrenbürgerin us spass… für mi aber haut viu, ganz viu mehr wird.
Chanettli und Fridu hei sich grad chli öppis zsäge – mir löh se u mache derwilä tChuchi.
Ja u du ischs zyt zum gah, Fridu chunnt mit zur Tür u meint: Merci – Ehrenbürgerin numero uno. scho rächt meint zTrudi – Los, isch nid auer Tag Abe – me mues sich im Läbe ja nid für immer Türä itz gsicht schletze… aber wirsch äuä müese standhaft blibe – er wirds öppe no versueche. Am beschte packsch siner sache zäme, u wenn er znächscht mau ufchrüzt – hie mitnäh, und uf widerluege… Es wird hoffentli später so sy das ne aus gascht chasch begrüessä – das wird aber si zyt bruchä.


Ja und dann beim letschten Tee meint zTrudi nur: u de, schribsch es uf? het di tMuse Küst? Mittlerweile weiss ich was Musen sind – wo das Trudi eben von den scheinbar so inspirirenden Wesen verzeut hat habe ich gemeint: i dämm fäu müesi tMusee tGarage vo de Musene si… ganz fausch lig i nid, het si gmeint, u mi gedanke sig vo re provozierende Früschi – wis mit em Ölwechsel bei denen dann so sei? das sei eben im Moment halt etwas schwierig, mein ig, zAmbrosia sig usgange….
vofau hani gmeint we das e kuss sig, de lanis gad la sii, ig luegis ehner wi ne tritt i arsch a, u abgseh dervo sig mini Muse e fuli drucke, u wes si si gsäch, chön sis ihrä gärn usrichtä – i stossi si i bach wenn si mir über ä wäg loufi…
Ja, isch haut immer guet mit der Ehrenbürgerin… aber i has ufgschribä – ja u vilich chan ig haut nüt erfinge, u mues das haut schriba was passiert – mir wärdes gseh.

Fortsetzung Bananarebublik 3

Ja, und itzt fragt ihr euch sicherlich gopfertelli no mau, das ischt scho lang kein Ufsatz für die Schuel meh und auch kein Epilog – das hat sowieso das Esti verbrochen gehabt den Epilog – die hat gemeint, ja die Leute seien dann nicht zufrieden und würden einen Muggigrind machen, wenn man einfach mit der Gschicht aufhöre, da müsse man abschliessen und bla bla bla – ja, Frau Lehrerin…
Ich habe dann gesagt mir doch gliich, die Geschicht ischt haut fertig gsi, und wenn fertig ischt chan ig ja nüm schribä wius nüm git…. dann hat Esti eben gemeint dann soll ich eben den Epilog schreiben. Das sei einfacht wie eine Gschicht wo die sachen drin sind die nach der Gschicht eben noch fertig passiert sind, wenn ihr wisst wie ich meine?
Aber eben. Ich wollte verzellen, wieso das hier steht.
Wo eben das Esti dann grad frisch weg war, und ich das grosse Loch hatte, war eben das Pech grad da. Der Fridu, der war irget wiä scho witer u chli euter, ja wegem Januar oder irget so hat der zwar schon spät angefanggen, mit der ganzen Schulbankdrückerei – er ischt aber dann hockä blibä u wägedämm aus i mir Klass. ja und itz war er haut plötzli sehr an der Gloria interessiert.
Die Gloria, das ischt die Tochter vom Sohn vom Cousin vom Konschtantin, dr beizer vo ennert em bach. Alle Gielen in einem gewissen auter finden die dann schon der Hammer, die Gloria. Wegen rum weiss ich eigetli gar nicht. Die hat halt schon viele viele Haare, so löckli haut u de bis zum Füdlä abe, von einem wirklich schönem rotbraun.
Ja auso ich fand die ehner ein bitzeli langweilig. Zum aaluege war es schon guet, immer suberi Chleider und so, aber die hat immer auf den boden geschaut und die Schnörren fascht nicht abenang gebracht. Aber Fridu war evidament angerer Meinung, und hatte nicht mehr so viu Zyt für e Mänu und mir.
Ja, und wes mir grad vom Mänu haben. Dem seine Eltern haben eine Abodek geführt, auso tun sie. Und dann ischt scheinbar einer in der Stadt voren gestorben, der immer so gschpässigs in seinerAbodeke zämen gmixt het. So von der Natur, mit Pflanzen und Mond und ja numä links umä rühre…. Ja, und die eltern vom Mänu haben diese dann grad gekauft, die Abodeke auso, mit em gspässige gmixe. Jetzt hatten sie 2 abodeken und gar keine zeit mehr für den Mänu. Derfür haben sie ihn in die Rudolf Steiner schule, auf dem affenfelsen oben gschickt. Auso war der auch fascht weg.
Ja was wollte ich denn nun? U du bin ich halt dann des öfteren bei der Ehrenbürgerin aufgeschlagen. Ich denke, der war auch öpen diä chli langweilig. Ja, und da haben wir Tee getrunken, und öppen über das Dorf einwenig gläschteret. Auso die Frau Schnegg, die kam emel nie guet weg. Aber das ist auch eine dumme Gumsle.
Auso, das Trudi, ja wir sind nun mal duzis, man kann nicht Ehrenbürgerin und Gründungsmitglied der Bananerebublik sein und engang nicht duzen. eben, das Trudi hatte dann in der Küche so etwas wie ein antikes Abodekerschäftli, aus ganz dunklem holz mit öppen sibehundert chlinä schublädli. und dort drinnen hatte sie eben dann immer ein Tee vo irget emne ort uf der Chugle, wo sie mal gelebt hat.
Ja, und dann hat sie gmeint., wir würden uns doch da mal derdür trinken, dabei käme ihr sicher eine gueti Gschicht oder zwe dreiä vo ebe dörten wider in den sinn.
Ich auso bin da ehner so der Sirup, Rivella oder Goggi, das isch fascht zbescht typ, aber die Storys hani haut scho wöuä losa u ha nid wöuä unhöflich sy… U der Aafang het si mit Marokanischer Münze gmacht, das wurde dann in einem komplizierten und verzierten Chännli gmacht u vo höch i ganz chlini dassli gäh. Dä isch zwar starch aber ü süess u richtig guet gsi. U Gschicht derzue ou.
Ja, u eis mau hei mir Tee vo ängland trunke, so im Chrüegli, ja guet la zieh, mit zersch dr chaute miuch… auso usgseh hets nach nütem, aber we me gäbig zucker mit em siuberzangli dri git de ischs fei guet auso… Fou fäu hat dann die Gertrude die gueti seel gmeint, ja tFrou Heimbächler heig ihre äbe mi ufsatz zum läse gäh.
tja.
Blööd, hani gad e schluck Tee inhaliert vor chlupf, wiu dert hani ja gschribä gha wäge dr dassli im Schrank…
Ja u nachdämm ig wider ha chönnä schnufä hani du gmeint ja auso, das sig mir de nienä rächt, gar nienä mit de Tassli im schrank u so, u denn heig ig se haut nit kennt, ja itz schiess si mi äuä ussä u wett nie meh öppis vo mir ghörä… u mir isch zWasser fasch scho glüffä mit em Esti wäg und der Fridu verliebt und em Mänu wo si name tanzet, aber si het numä gredi ussä glachet u gmeint aba, was äch… dumms züg. Si heig dä ufsatz äbe fei guet gfunge, auso aus gschicht eifach u wis verzeut sigi. Ja u zu dämm Tee gäbs ou e gschicht, aber die sig trurig, si mögi nid – aber si heig dänkt si wöu mir das gäh, eventuell sig das bi mir guet ufghobe –
Es isch es Buech in Läder i bundä und e Schriber ganz schwarz… u si meint, ja das Buech sigi lär ussert uf dr letschte Sytä – dört heig si öppis gschribä – dr räscht sigi für mi. Das sig khei verpflichtig, aber vilich chiem mir ja öppis i sinn? U lueg, wet am schrieber obä draisch, de chunnt e bleistift Minä füre … ja dä Schriber sig us silber – u wenn ig ne de bruchi glänzi er wider wi von alei.
Auf jeden fall war ich dann ziemli ergriffen von dem Geschenk, das Buch und eben dem Griffel. Bishär war halt schreiben schon eher eine Pflicht – so Aufsätze für die Schuel und so.
In Gedanken habe ich mir schon gefallen, so als Schreiberling, der da Geschichten, Hischtorien, ja vilich gar episches zu papier bringt, aber eben, der Wunsch ist vieleicht Vater des gedanken, was aber derbi usä chunt ischt öppen diä Wunschdänke…
Was ich damit sagen will, also ich hatte schon riesen Freude am Geschenk, aber bis ich da endlich was bröseln konnte gings dann schon eine weile… habe ich viel zeit im Bett auf dem ranzen gelegen. und die mine am blofi füren gedreht gehabt, und auf die weisse Seite geglotzt aber irget wiä wollte und wollte mir nüt schlaues in den sinn kommen um in das wungerschöne buech hinein zu schreiben. Ja und gad jeden blödsind kommt mir nicht hinein. aber dann kam mir halt das Leben zu hilfe – Fridus Papa ist wieder mal aufgetaucht.

Fortsetzung Bananerebublik…

2.


Ja so geht das halt in so einem Dorf. Und eben, die zeit kommt, oder die zeit geht, mau so u mau so. ich weis es auben nicht so genau. Vermuetli chli beides und gad chli angersch – aber ig weis leider nid gad wie man das besser schreiben soll.
Ja, seit der Bananerepublik ischt das Dorf immer noch das Dorf. Aber trotz dem ischt einiges gegangen.
Zersch mau hat das Esti nume no gnärvt und dann ischt si usä züglet. Ja das Esti will eben gerne Lehrerin werden. Schon das ist ziemli bekloppt, aber eben – zMueti meint, nume la mache.
So eine grosse Schwester ist im Prinzip müesam und lästig, wiu di meint eim immer müese zsäge was meh ztüe heigi… ja, aber eben dann hiuft si auch wenn man auben bei den Ufzgis nid witer weis, und cha hauben scho viu so chli erkläre we me gad nid drus chunnt was bi de Grosse so geit.
Zersch wollte sie nicht mehr so spielen, was schampar schaad ischt, denn wenn eine ein Bächli stauen kann, dann ist es das Esti – einischt haben wir kschnau vor der Au gstouet, mit em ne chline Wasserredli wo si im Wärke gmacht het u auem. Aber nach em zMittag hei mir gar nüt me dra daicht.
Plötzli steit dr Brupbacher Wale da u meint gopfertami auso, öb mir ne wöuä la verdurschte und si Acher in e Sumpf verwandle he?- dr Papi söu das Wärch gad cho luegä… ja u du sisi haut die Mur ga studierä, isch nid wiit gsi. Jaja, meinte der Wale dr Öpfel ghei nit wiit vom Stamm… Auso, e Sumpf sigs ja no grad nid meint dr Papi und so vom Gsichtspunkt vom Ääschinör sig das scho erschte Sahne, Gfäu, ibettig itd Landschaft und Usführig – topp, aber äbe… und man konnte dann halt schon sehen, an den Eugli, und wiu er zLache het müese verchlemme – dem Papa hat das fei gefallen.
Jaja -u äbe, scho guet – sis Veh heig durscht – so dr Wale – abruhme… Ursli het natürli grad vöuä dri stüpfä – Päpu het numä gmeint, nüt isch – wenn das Wasser de aus ufz mau chunnt ut Steine mitriise, de heig er de Fürabe dr Ursli – also mussten wir unseren Staudamm retour bauen, was zwar irget wie noch interessant war, aber nicht grad so gegfägt hat…

Und dann ischt sie immer mehr in ihrem Zimmer blubä, das Esti und hat nicht mehr viu brichtet ussert usgrüeft winä waud vo Affe. Ursli het eis gmeint ob si ächt ou itz de Demänz bichäm, wits Grossi Schangli wo itz Heim het müese… au hei du fei glachet – ussert zEsti vo haut gad ufz Zimmer ischt u Türä kschletzt het.
ZMueti hat du gmeint, zEsti heig äuä grad chli nes gJufu mit sich säuber, sie wärdi itz haut langsam vom Meitschi zur Frou, u das göng haut nid gäng so ring… i ha du gmeint, vilich söt si chli langsam pressiere dermit – wie dr Götti Girsbärger aube seit, ig würd re scho chli haufe süsch…
Das sig de scho schampar nätt vo mir meint du zMueti – aber leider funktioniers nid so – da mües si säuber düre.


Ja haben wir das ganze Zimmer vom Esti wos dann so weit war abgebaut und eingepackt und verladen auf den Vertlehnten Lieferwagen vo der Migro. dann in die Stadt füren gefahren und abgeladen und das Ganze in einem kleineren Zimmer wo komisch schmöckt wider aufgebaut. ja und wo wir dann endli fertig waren und müed, sitzt doch das esti ufz bett ab u verrührt thäng u mues grad brüele. ja u z Mueti macht grad ou mit, u der Papi meint chömet Manne mir göh es Glace gah hole… u, bin ich grad chli froh gsi, süsch häts mi ou gad gnoh. u dr ursli, dä het scho fasch chli ta – aber dä isch no chli.


Ja zersch habe ich gedacht das sei dann guet, keine mehr wo gäng dri schnurret, aber üüü hat mir das esti gefehlt. es isch wi nes grosses lärs loch gsi. ja, und dann war ich halt schon froh wo si mir fürs wuchenänd zu sich in die Stadt eingeladen hat.
Zuerscht war ich eben dann gäbig verlegen, weil ich die mitbewohner vom Esti noch nicht kannte. Da war eben die Ulrike. Das ist eine von Deutschland, die wollte Pfarrer studieren. Das war dann schon komisch, weil die war gar nicht so wie der Rüdisüli, die hat u viu gelacht. nur wenn sie durch die brille gluegt het hats streng ausgeschaut. meistens hat sie obe dür gluegt, mit grosse liebe schwarze ouge. Aber zum Trösten ist sie vermuetli schon sehr guet, Sie ischt nicht dick, es hat eifacht ganz viel von ihr.
Nachhär hets zAannebärbi gäh. Das ist eine Gärtnere gsi. Auso isch no. Di het nid viu gseit, aber das bini scho vom Papi gwonet. Derfür hatte sie entweder einen Roten gring von der Kälte oder einen braunen Gring von der Sonne.
Dann war noch Michelle. Die kommt von Japan und hat Oboe studiert, das ist so etwas wie eine lange Holzflöte wo man tSchnörre gegen innen mues cherä u zämmen druckä das es tönt. U wes de tuet de tönts e chli furzig. Aber vlich war Michelle halt noch eine Anfängerin?
Und dann die Ooong-ri-ett. Das Esti meinte das schreibt man Henriette – die spinnen dann gäbig, die Franzosen … Henriette… Das ist eine vom Welschland. Am Anfang habe ich die fascht nicht verstanden mit ihrem Aksong, aber du isch du gange. Die Henriette hat auch irget öppis gstudiert – das Esti meinte sie studiere öppe dr Usgang. Meischt ischt ire irget dr Puli vor schuterä drabgrütscht oder so – we si überhoupt het dra deicht richtig Chleider aazlegä.
Ihre Eltern haben eben ein Comestible – das isch e Lade wo tür isch mit ganz feinem Ässe vo überau här, ou wit wäg, het du zEsti erklärt. Und weil sie halt immer so viu feins zum Menue beisteure, tut man ihr es nachsehen, dass sie immer zu lange im Bad hat. Wobei am erschten abe wär mir fascht es unglück passiert. Ich musste dann wirklich halt schiffen, und die gumsle wollte und wollte nicht aus dem bade kommen. ich habe mir schon überlegt in die grosse Vase, die im gang mit den Trochäblumen stand – zum glück kam dann Esti und hat gepäged – ca süffit, maintenand, mon frere fait pipi a ton lit… ja und dann ischt di ussen gestürmt und ich konnte endli go schiffen. ü hat das gut getan.


Voufäu hats dann Tortellini gäh, vo Henriettes Euteres gomeschtibu… hat die dann gmeint, so was habe ich wol öppen noch nie gehabt… wouwou, dänk öppe scho, tGrossmueter vom Pietro machi diä immer früsch, weisch dr Pietro das ischt üser links ussä, und zum Penauti sig er ou dr bescht, di göh im eifacht inä. … mir sägi im haut gas fues wiu siner Latsche deräwäg schtinkä… THenriette fand diese geschichte vermeutli ziemlich doof, hat sie runzeli gmacht und öppis uf französisch brümelet – Derfüren fands Esti wohl öppen guet, hat die ganz still in sich innen glachet.
Ja und am nechsten Morgen – Samschtig – sind wir in die Stad go lädele. Üüü het das züg. zeint besser u schöner aus das angere. aber eben. a jedem vo dene sache hets es fädeli mit ere edigett und ere zau druffä. ja ir stadt hets scho aues. aber muesch de gäbig gäut ha für das aus ou zchoufä.
Am Sunntig sind wir auf den Hügel uffen mit einem Bähnli. Die Ulrike und die Henriette sind auch mitgekommen. das war dann schon sehr speziell, und man konnte auf die ganze stadt runter luegen. Henriette und Ulrike haben dann fascht ein Gstürm bekommen, weil sie sich nicht einigen konnten, welches das Haus ist wo sie drin wohnen tun. Zum Glück ist die Henriette mit einem oooh les Boches – incroyable abgedampft. Ich meinte dann zur Ulrike, dr Gischider git nah u dr Esu bliibt stah – Sie meinte nur: recht hast du Junge, lieber Gott steh mir bei… Das hoffe ich näturli auch für sie, aber der muss dann fei beistehen, von der hats wirklich viel…

Dort oben haben wir dan frisbi gespielt und dann ein füürli gmacht und würste gebraten. Auso für mich war das schon ein sehr gelungenes Wuchenänd, schon nur wegen Esti, aber auch ihre Mitbewohnerinnen waren fei gut – und weil es so schön war darf ich jetzt immer wieder kommen für ein Wochenende. das ist gut.

Die Bananerebublik

Vorab:


Tja, dann ist es halt soweit – wird die Tochter von einem Kumpel achtzäni. Ja auso Kumpel – scho, aber ehnder viu mehr, einer vo den ganz Guten, u natürli nicht nur der sondern grad das Ganze änklüsiv Frou, Tochter und em Kater. Nun, was einer Jungen Dame schenken? Ist das Persöndli mit einem gar scharfen Intellekt, einem absoluten Zahlengedächnis (Charte spielä muesch mit derä nid) und einem ironischen, einwenig dem alter geschuldeten Anspruch auf die Weltherrschaft gesegnet.
Da kommt man dann halt schon ins grübeln. Chleider? heikel. Bücher – sicher nid, disi isch vou digital. Nagulack? Tja, hat die halt auch nur zehn Fingerli, dopplet mit de Zächeli, und gar wenn die Chlöpen vom werten Herrn Nachbar zu besonderen Anlässen mitgepinselt werden vermuetli mehr als genug von dem Gedöns. Kohle? sicher nie falsch, aber etwas dröge und sind die Eltern sicher nicht stinkig, aber auch nicht unbetucht.
Pling, itz hanis – warum nid es Gschichtli? Pärsönlich, originell (hoffetli) so es A4, max angerhaub Blettli… Chasch dänke, erschtens chunts angersch u zwoitens wi me dänkt. Wollte die Gschicht eifach nicht hörä…

Hätte dies eventüell so ähnlich passiert sein können, in den 80igern, ein leicht verschlafenes Dörfli im Dunstkreis der Hauptstadt. Hat es ein Fluss, Land rundummen, ein paar Blöcke und die Migros und die Protagonischten natürli.
Das ganze aus der Sicht eines anfangs 10, 11 jährigen Bübels, der halt erwachsen wird. Zerscht im Rahmen eines Schulaufsatzes, unbeholen, mit den ganzen fehlern dazu, manchmal gar Tagebuchartig. Ein wenig „coming of age“ sicher naiv, und hoffentlich herzlich.

1


Ja, dann war das leider so, die Sommerferie sind bald düren und wir müssen wieder in die schule. Ja also ganz ehrlich – mir hat das gewaltig gestunken. Fridu und Mänu auch.
Ja da sind wir also ghocket auf der Fridhofsmauer und haben eben genau derten drüber prichtet, das die Sommerferien dann schon glii vorbei sind. Dann kam doch der luschtige Poilü verbi, das ischt der Sigrischt von der Kirche in unserem Dorf. das ist ein lustiger und auch einen guten, weil wenn er uns beim spielen auf dem Friedhof vertwütscht, dann blinzlet der nur mit dem Auge und sagt: Häbet ornig, Buebe und jagt uns nicht davon wie der Pfarrer Rüdisüli. Also der Poilu, der lütet in der Kirche am Sonntig alben die Glocken, und macht dann die Türe zu. und dann wieder auf wenn der Pfarrer Rüdisüli fertig ischt.
Dann tut er noch die Cherzli uslöschen, und die Gsangsbücher wieder aufpigelen. Ich denke, der luegt vermuetli, dass die Kirche im Dorf bleibt weil nur mit der Püez am Sunntig hat der wohl nicht gnueg zu tun.
Aber eben nun sassen wir da und dann fragte doch Poilu, he Buebe, warum so trurigi gsichter? jaaa, tFerie si äbe gli durä, u de geits los mit derä blödä blödä Schuel, ut Frau Heimbächler laht üs sicher widr e ganze ufsatz über „die Ferien“ la schribä u derbi hei mir gar nüt erläbt… meint Mänu gar ein wenig tuech.
A-baaa, seit du Poilu, auso grad drüber, dass dir im Fridhofshein zeuslet heit dät ig nid schriba… üü hei mir üs aagluegt, hei mir nid gmerkt das ers gmerkt het… isch äuä dr Rouch gsi wo ufä isch…
…Aber dir choit doch über eues eigete Land im Garte schribä, meint dann Poilu, das ischt doch fei e memorabli Sach gsi?
Ja daich, eine ganz gueti Idee meine ig u Mänu, Fridu isch nid grad so überzügt, aber dä hets du haut ou am hertischten gebreicht gehabt.
Und dies kam dann ebend so: Allenthalben kommen eben das Klärli, das isch die Schwester von meinem Papi und vom luegen her fei einen Kälblibretscher, aber eine ganz liebe Frau und demzufolge meine Tante, mit ihrem Mann dem Rüedu auf Visite. Und dann ist naturlich auch der Wewe, auso der hat nicht Schmerzen, der heisst nur Wendelin Wenger und darum eben WeWe. Er ist mit der Ursula geheirateret und so ein Halbbruder von meinem Mueti – das macht dann einen Viertel Onkel von mir.
Meine Mueti, das ist die beste von allen, auso zChanettli, das ist das Mueti von Fridu, die ist auch gut. Sie schmöckt immer so fein und Fridu darf auch fast alles, aber eigetli spielts nicht so einen Rugu, weil Fridu allenthalben sowieso macht was er wot. Aber die Schoggichrömli wo sie backt sind auso schon formidabel wie der Grossätti Schangli alben meint wenn er zässen besonders gern hat.

Aber eigentli wollte ich von eben dieser Visite verzellen – Ja, nach dem Znacht da müssen wir Chinder abwaschen was natürlich schon lästig ist, aber Mueti meint wir wollen ja nicht vom dräckigen Gschirr zmörgelen, und wenn wir nicht helfen sehe sie nicht ein wegenrumm sie kochen müsse, und da hat sie halt schon recht ein bitzeli.
Und dann gehen Mueti und Ursula ein Schwatztli halten, auso meistens schwatzt Ursula wie ein Maschinegwehr und meine Mami lost zu. Mein Papi sagt eigetli auch fast gar nix aber dafüren hat er fascht immer einen Chrummi in der Schnurren. Ja und einischt wo Ursli, das ist mein kleiner Bruder, auso eigentli einen guten Bruder aber leider auch sehr oft eine schreckliche Nervensäge, gfragt hat ob der Papi das nicht wisse wie reden geht, hat er dann den Ursli aufgenommen und nur gemeint wowou, är chöni scho, aber är losi haut gärn …
Ursli war zufrieden, auch weil er gerne aufgenommen wird, aber mann konnte schon sehen, dass es ihm grad im Grind gmotoret hat.


Ja und dann sitzen haut die Mannen am Salongtischli und brichten wenn grad kein Match ischt. Auso Ruedi und WeWe vorauem, Papi tut mehr losen. Ja und eben an diesem abend hats dann fascht einwenig gholeiet, der Ruedi meinte immer wieder das sei wie in einer bananerebublik hier, das Volk werde auseinander genommen. Aber WeWe hielt eben dagegen, und wollte immer einen grossen märit abschliessen oder so etwas.
Bis am Schluss hat mein Papi dann mit der Hang auf den Tisch geklopft und gemeint, Manne, mir näme no es Kafi mit Güx und dann ab itz Bett, Morn ischt ein neuer Tag und einig wärdet ihr ja euch sowieso nicht…


Ja und am angeren Tag hab ich halt immer noch an diese Bananerebublik rum gstudiert. Im Chinderlexikon war eben nur Republik und Banane, aber leider nicht beides ufz mau. Aber Fridu und Mänu meinten, wo ich es ihnen dann verzellte ja, das müsse doch einfach ein Land sein wo die angeren nüt zu melden haben, so fascht einwennig wie wir Kinder bei den Grossen. Dann habe ich dummerwiese noch von den Gartons im Gang mit dem gemalten bananen aufgedruckt für das Züglen vom Esti verzellt und dann haben wir einfach beschlossen unsere eigene Bananerebublik zu bauen.
Fridu, der meinte er wisse wo es noch mehr von diesen Gartongs het und tatsächlich, gli drauf ab war er mit dem Veloanhänger ober voll beladen wider da – bananen hatte er auch gefunden.
ja, und dann hat Mänu gemeint kommt wir vertlehnen noch die lange bohnenstange vom garten deiner Mueti und fridu solle doch noch hurti eine fahne zeichnen. in dem ischt er halt schon stark der fridu. ich solle da so stehen wie der räuberhauptman aus dem comic heftli, so mit einem schwert über dem Kopf und einem so vor den Körper wie ich einen grad aufspiessen wolle. Ja, aber i ha keini schwärter… nim zwe banane, du Pinsu meinte Fridu nur.
Ja genau so meinte er dann, und auso die Fahne war schon schön, nur war das nicht ich, sondern irget ein Doggel mit einer Banane über dem grind und eine gegen fürren.
Ja, und dann waren wir in unserem Land, wir mussten einen Schwur schwören auf unsere rebublik. und nacher haben wir schon ein wenig gholeiet und so halt die sachen gepäget wie:

Wir dienen keinen Fremden herren, wir sind das volk und die Stände, und darum stehen wir… Bananenrebublik vor. Wenn uns einer angreift, dann schiessen wir dem einen Bananeschinti vor tFüess dass er auskschlipfen tut…

und mehr so sachen die man vermuetli päget wenn man sein eigetes Land hat. und es kam wie es kommen musste – der Ferdinand Christen von ennert der Strass hat dann das Fenschter aufgerissen und ussengebäget: Gopfertami, isch itz de ändli mau Rueh i der Strass… und Mänu, der hinter der Garton Fassade versteckt war hat dann bevor der Christen weitermachen konnte so mit der nachemachi stimm weiter gefahren: Da chrampfet me doch tag u nacht u cha nid mau i rueh schlafe… ja, am Christen sein Sermon, den kennen wir haut… itz Längts hat der Christen dann geschrouen und das Feischter zu getätscht, dass es grad ein Spaut im glas gab. Natürlich hats uns fascht verchrugelet vor lachen.

dann kam noch die Frau Hutmacher vom Einkaufen das Wegli appen, mit dem Roten Einkaufswägeli wo das redli seit eh und je gixt. Die Brümelet meischtens was vor sich heren, aber heute waren die Tassli im schrank wohl recht ordeli versorgt, und sie meinte: eh chinder, päged er wider zganze dorf zäme, dä Lappi?
Fridu, der schon ziemli im Schwung war, und sowieso eine weiche schale mit einem harten herz hatte, oder umbekehrt? auf jeden fall ging der ganz galant auf ein Chneu appen und sagte:
oh edle dame, habet dank, eure wahren worte stärken herz und arm und gehen mir runter wie schwappi. nehmt diese banane zum danke.
Oh, danke ou – ir Migro vor hei si gmeint, die sige usverchouft… oh pardong ig mues äuä ou so gschwouä redä,
und üüh mussten wir grad staunen, di hatte es dann drauf die Frau Hutmacher. Fridu machte sie grade zum ehrenbürger vom Banana-land wie er es jetzt nannte, und wir assen alle den Kuchen von der Ehrenbürgerin.
Wo ich dann schnell drin war um sirup zu machen, dachte ich schon kurz üüü das git äuä no öpis, am Chrischte sis feischter u di vilä bananene vom Fridu… aber es hat halt so gegfägt, das ich nicht weiter an dem studieren wollte.


Mein Mueti, wo eben schon eine gute seel hat, hat dann Fridu und Mänu und die Frau Hutmacher grad zum Znacht eingeladen – Äublerr Maggronen, das ist was feines. Ja dan waren wir dann fertig und haben noch ein wenig gebrichtet, auso Fridu hat des langen und des breiten von der Bananerebublik geschwärmt. und Frau Hutmacher von Ihrem Leben verzellt. Auso die hat vermeutli schon alles gemacht und gesehen ussrt schwarz gschneit wie der Schreiner Guschti auben sagt. und Blöd ist die gar nicht, sondern ehner eine gute.
Ja, das war öppen dann schon ein gelungener Tag. Ja und näturli hat da Fridu am Nechschten Morgen grad eine selbergmaute Blagette der Ehrenbürgerin zu ehren über dem Tor aufgehängt. dan hat er noch drei vor studien, wie er es nannte für sein fast lebensgrossen Trüp-di schön vorgezeigt. Es war dann halt Die Ehrenbürgerin. Links im dö piesses – das ist wie so eine schale für frauen – an der Waldstrasse in neu york, vor dem blech muni dörten. und dann in der mitte füdliblutt wie gott sie schuf im paradies mit dem schlangenviech und dem öminösen öpfel. und dann noch rechts im tütü auf einer bühne mit gar roten bäggli und den Beinen e chli Komisch. Wie immer waren die Zeichnungen von Fridu schon sehr gut. Und wenn man halt wie ursli noch an Märli glaubt, hätten man noch gmeint haben können in der Bananerebublik hersche eitel freude und sonnenschein. Aber das Donnerwätter wartete nur schon um den Eggen.


Ja und weil wir halt wegen den bananen und wegem dem Fenster vom christen nicht âufs Bätzi bekommen hatten, wurden wir wol öppen e chli übermüetig und haben fei ein Fescht gehabt am nechsten Tag. tja, und Mänu war grad weg, um noch mehr Dachlattenreschten von der Baustelle für den Rahmen für Fridus Trüp-di-heschnidgseh zu muggen, und plötzli standen der Dicke Gianni mit seinen zwoi Ghilfen da.
Ja, und der Gianni ist eben leider nicht nur Dick, sondern eben auch gross. und stark. und eben leider auch eine saumore. haben ebent dan seine Kumplels mich ganz schnell gebaggt und hat er mir voll einen zinggiert. ja, der hat schon zwickt und gmetäuelet hats in der schurren ou. aber alle Profeli waren noch fixiert, und dann habe ich dem Gianni hurti gad einen schnurren voue Bluet und Spoifer an den Gring gespeut, gegen hinge usgschlage und einen der ungerlinge gäbig am schinnbei vertwütscht, haben die eben losglah, und hani mit auer wuet u Chraft dem gianni einen Pfust as Chini gedonnert. Dummerwis kam Mänu mit der Latte grad um den Eggen, hat natürli sofort geschaltet und dem dieselbe mit gutem willen an die birne geklatscht, diese ging grad zu bruch – die latte, nicht der gianni, der mag was verleiden, ischt aber ob dem stereo angriff grad zboden. Dummerweise grad in den Fridu innen der das Mittelbild seines Trüpdidingens in der hand hatte, und dieses ist natürli grad verissen.


Ja. und itz muss ich halt was verzellen. der Fridu, das ischt ein Liebe siech. auf dem Pausenplatz hilft er immer den schwachen und stellt die kleinen auf wenn sie umpurzeln. und dank ihm haben wir ja auch die Frau Hutmacher, unsere erste Ehrenbürgerin kennen gelernt – eine wo gar nicht blöd ischt, vilich ein wenig schrullig, aber eben eine herzensgute seele. aber wenn man dem Fridu an seine Bilder geht, ja dann guet nacht am Sächsi. für ihn ist seine kunst der ernst vom leben, sein papi, der nicht da ist, ist eben ein Künschtler, aber das ischt eine angere gschicht. dann eben bekommt er den schwarzen schleier und sieht rot. Voufau hat er dem Mänu das kabutte schittli aus der hand grissen und hat wie der Tüfu auf die zwoi verdattereten dubels vom Gianni rein geprügelt, das die zboden sind und heulten wie am letschten Tag. dann hat er dem Gianni noch den Resten gegeben und gepäget


Du dräckstschink, hingerfotzige sauaff


und das immer wider… Gianni wehrte sich natürli und Fridu hat auch sein teil abbekommen.


Ja und dann kam Mueti, und hat dem Fridu eine geklatscht. und dann waren wir alle grad stiu. und verlägen. und mir hat erscht jetzt die schnurren weh getan und das rächt. dann hat sie uns alle reinkommandiert. Wir mussten alle in einer reihe stehen und sie hat uns mit esti zämen verarztet – irget wo habe ich gelesen, das sei eine Dratition in der schweiz. zerscht gibt man enang uft tschnörre, und dann werden alle verarztet. und dann gegen weinachten kommt das briefli und man spendet dem roten kreuz.


Und dann mussten wir an den Tisch und Sirup trinken. Ja und wenn sie verruckten ischt das Mueti und sagt stiu sy, dann ischt stiu. und dann kam der Papi heim. Der meinte dann eh dr tuusig, was sit dir für e verluste souhufe, und liess sich die gschicht vom Mueti verzellen. ja und dann von mir. ja und dann vom Fridu und Mänu und zletschten Gianni, der grad äxtra so tat, wie er nüt Dütsch kann. Tja, da waren halt dann alle Paff, wo der Papi denen auf Itauienisch zur rede gestellt hat.


Der papi hat seinen Krummen ausgedrükt – ein schlechtes zeichen, und gemient, ja meine herren, das ischt nid die idee, tsommerferien so zu verbringen. er hat den einten Dubel vom Gianni losgeschickt er sol mindestens ein Elternteil, maximum dreien holen – ja mein Papi ischt ääschinör im – E- werk voren, der mags exakt – und äuä ou kes dürenang mit Gebäge uf itauieänisch…
Dieser kam dann mit Konstantin retour, dass ischt der Beizer von ennert em Bach, so ein wenig der Chef mit vielen weissen haaren bei den Itauienern. Der hat meine Mutter sehr freundlich gegrüst, sich bei meinem Papi entschuldigt und dem Gianni und seinen zwei lölis eine geglepft, dass denen die Zähne gwacklet haben. Dann hat er gemient, ja, Chinder Prügeln sich haut, aber das jemand Dräckstschinken sagt, das fände er nicht recht.


Mein papi hat dann nur die Augsbraue gelupft und gemeint, ja das Buschttelefon – Chinder? und Fridu hat gesagt, ja, das sei äuä er gsi. Ja was er damit gemeint habe hat mein papi gefragt. ja, das es eine sauerei sei, zu dritt einen zu halten, das der sich nicht weren kann, und ihm einen zu geben. aber richtig schlimm sei, dass Gianni sein Bild zerstört habe. das sei nicht so einfach zu malen, und er habe lange dran gemacht. Dan hat der Konstantin allen dreien grad noch eine gegeben. da konnte der Gianni dan plötzli deutsch und hat gemeint er wollte das Bild gar nicht kaputten, so eine bella, sicher nid.


Aha, meinte der Papi zum Fridu, er solle doch das nächste mal das dann so sagen. und ja nie wieder das andere. Fridu hat schon schnuf geholt, aber mueti hat ihn gar streng agluegt und er war grad stiu.
Papi meinte, wir müssten uns alle bei einander entschuldigen und aneinander die hand geben. dann solle doch der Konstantin die Drei mit nach hause nehmen wenns recht sei. Doch Doch, aber ob er noch das Bild sehen könne?
Wir drei, Fridu Mänu und ig haben es dann innengeholt und mehr schlecht wie recht die drei teile in die höhe gehalten. auso, da war es dem Gianni nicht recht, das konnte man sehen. Konstantin meinte nur, aah ein Trüdi-dings? Ja, meinte Fridu bas erstaunt. ja ob er das selber gemacht habe? klar doch… Ja


… in italien haben wir auch gute maler, meinte Konstantin, daich, der Fridu mikelangelo, Boditschelli… da war Konstantin grad kurz stiu. dann meinte er, ob er einen vorschlag machen dürfe? Natürli meinte der Papi.
Auso, er möchte doch ein Bild für seine Beiz, ein italienisches Motiv, nicht ganz so gross, und wenn frauen drinn seien ein bitzeli mehr chleider wenns geit? ob der Fridu das malen könne? ja, doch, er glaube schon… dafür können wir Buben dann alle zusammen in der Beiz znachten wie die grossen, ob so gut sei?
Fridu hat ihm dann ganz resbeggtvou die hand gegeben. Ja und dann hats halt geläutet.


Papi hatte wieder eine Krummen am qualmen, mueti hat auch nicht mehr gstober drein gugget, man hätte hoffen können, das schlimmste sei überstanden, aber dussen ischt die frau Schnegg gestanden.
Ja und die hat dann grad losgelassen mit aufwieglerischen, volklsverletzenden parolen die da proletet wurden, pornegrafische darstellungen, ganz schlimm und da müsse man grad mit der Fürsorg kommen. ja und alle diese wortli hat mir esti erklärt und gholfe schribe.
Das war nicht gut. Der Papi meinte, chinder, göht chli i eui burg. Ja, und dann hat er die türe geschletzt. und für das er nie fascht nüt seit, und wenn den liselig hats dan schon Gschepperret.
Wir konnten dussen jedes wort hören, und ich hab alles was ich nur konnte aufgeschrieben, aber er hat das fei gepäget. und dies war dann in etwa so:
Auso, dir fälet mir no id ir wurmbüchs – was chömet dir eui länge, trochni nase i aaglägeheite cho steckä wo nech nüt aahgö?
I cha weli biuder ou immer i mine vier wänd ha was mir gfaut, so wit chunts no
Was Fahne? mit schnäbi?
u du steckt är der grind us dr tür, buebe bringet di fahne
u mir bringe se.
Ufehäbe.
Auso?
Tfrou Schnegg zeigt ufz zungere bananeschwärt.
Fridu luegt so chli verläge, aber du chunt mir i sinn: we me öpper wot aaschuedige de bruchts bewiese – und wenn diser cha bewiese nid, de isch er uschuedig. steit i mim detektiv buech.
Das isch Fausch. mein ig. Frou Schnegg meint Tscha, u mi papi bäget ruhe u si hueret grad chli i uf irem stüeli. Auso, sohn? Momänt, und ig springe i mis zimmer u chumä mit em comicbüchli u zeige dr houptma mit de beide schwärter
Bös isch wär böses dänkt seit mi papi u hets ihre unger tnase.
U itz usä. u wen ig no öppis ghöre vor oder hingerdürä de versorgi euch grad mit oder ohni fürsorg.


Ja u we me dänkt itz isch fürabe, neineinei. Aber gliich bini scho chli stouz uf mi papi, winer disi grad abgefertiget het. Aber äbe zChanettli chunnt u si grännet u dr Herr Tschachtli, dr Chef vor Migro vor isch grad derbi. Ja, si tuet dr Fridu grad umarme, u disem isch nid rächt u si seit ja, bueb, die banana, di banane… mis mueti cha si du chli beruhige, u si göh itd Chuchi gah tee trinkä. das macht mis Mueti immer we me öpper vo de Grosse mues beruhige oder dröschte. Tschachtli u dr Papi kenne sich guet vor fürwehr här. und er fragt was sigi.


Ja u diser meint, ja äbe es sigi bananechachtle wäg cho u äbe ou banane. u me heig im zutreit das äbe dr Fridu mit em Veloahänger isch gseh wordä.
Mi Papi meint: Fridu?
ja seit du diser, di Banaschachtli si hingerus uf dr Bühni gsi u vo dört här wärde si chüderet, das heig är gseh. u di banane sigi am bode gläge – är heig gmeint di sigi ou zum furt rühre.
Nei, si si nid gsi, si si eifacht chli füecht gsi u der Stefu heigs si gschnäu usegleit zum trochnä.


Ou… seit Fridu


es isch grad chli stiu – mi Papi und dr Tschachtli luege sich a. U du seit dr Papi: Fridu – das sich ärnscht. Diebstahl. u zum Tschachtli choi mir das ohne Polizei reglä?
Diser gwagglet mit em chopf u meint: Die Schachtle u aues was drinne isch ghöre de Migro. Du chasch nid eifach näh. Wet öppis wosch muesch cho frage – zEsti het ou für schachtle gfragt, u si het bicho.
Dr Fridu meint – ja. Es tüeg im scho leid. Aber, ehrlich, wenn ig wär cho frage, hättet ihr mir gäh?
Itz wird em Tschachtli grad e chli warm und är meint: Nei, äuä nid… Fridu niket wie zum sagen: das hanig scho dänkt.


Ja und dann wurde eben der Fridu zu zöuwf mau mittwoch u samschtig nami in der Migro gah häufe verdonneret. Ich und der Mänu haben natürli laut prodestiert – wir waren ja auch dabei und mitgegangen und so. aber der Tschachtli meinte nein nein, es solle eine Strafe sein und kein Abendteuer…
Ja, und dann sind der Tschachtli und zChanettli mit em Fridu gange. Ja und ich habe gedacht ein unglück kommt selten allein, aber wie soll ich das mit dem Christen sein Fenster sagen?


Mein Papi, der sagt eben schon fast nichts. aber merken tut er viel. und der meinte: sägs gredi usä, sohn. ja und dann habe ich gemeint, es würde mich nicht wundern, wenn der Christen sein kabuttes Fenschter uns anhängen wolle, aber das seien wir nicht gsi. er habe es selber zuebrätschet, das es kabutt ging. Zum Glück meinte dann Mänu ja, und die Ehrenbürg – auso die Frau Hutmacher habe das grad auch gsehen.Soso. meinte mein Papi. Luege mir doch mau. Ja und dann ging der Mänu. Der ist ein schlüsselkind, weil beide Eltern wärchen tun. der wohnt vor im Block.

Ja und dann wo ich im Näscht so gelegen bin, kam dann das Mueti mit einer Schale voll kalten Arnika und einem Hudu wo ich mir auf das gsicht legen kann wegen dem Gianni seiner Pfuscht.
Das hat gut getan. aber noch besser war das das Mueti grad einwenig geblieben ist und gemeint hat, das sei fei ein Tag gewesen. Ja meinte ich. Die Bananerebublik sei äuä gestorben. Nei meinte dann mueti, es müsse jeder seinen weg gehen, und es sei doch gar kein schlechter anfang ein eigetes Land zu gründen – ich würde dann schon noch sehen. Man müsse dann halt auch derfür schauen, dass man mit den Nachbarländer einigermassen auskommen täte.

Epilog:


Die Schule hat wieder angefangen. Es war schon doof aber nicht so schlimm. Frau Heimbächler fand den Aufsatz ausser den fehlern und dem mundart sogar gut. Der Fridu ist immer am Mittwoch u Samschtig in die Migro go helfen gegangen. Nach zwölf Wochen waren die mit dem so Zfridä, dass sie ihm einen Wochenplatz angeboten haben. Jetzt fahrt der schon mit dem Stappler umenang, und der Tschachtli meinte wenn er so weitermache werde was ganz grosses aus Ihm.


Fridu hat das Bild für dem Konstantin seine Beiz gemalt. Es war sehr sehr schön gekommen. Eine schöne Landschaft in Italien, mit schönen, aber angelegten Mädchen, die das Veh hüten tun. im hingerund steht eine Burg, und wenn man ganz genau luegen tut, sieht man wie die Fahne der Bananerebublik am Fahnemascht wehen tut.
Das Znacht war sehr fein. Zerscht wussten wir nicht so recht was reden, aber dann wurde es luschtig. Itzt gehen wir halben mit Gianni und seinen Lölis auben Fussball spielen.


Der Christen, der Arbeitet itzt in E Werk vorne in der Logistik. Er muss nicht mehr Schicht schieben. Seither hat er nie wieder aus dem Fenschter gholeihet
Wir gehen so einmal die Woche zu der Frau Hutmacher go Zvieri näh. Da waren wir auso bas erstaunt, hatte die unsere Fahne aufgehängt, in der guten Stube mit der Plagette von Fridu drunter. Dörten stand drauf

Gertrude Hutmacher – Ehrenbürgerin Numero uno – Bananerebublik. Macht keine Hüte, aber derfür alles andere.

Frau Hutmacher meinte es rendiere scho wegen der Frau Schnegg, der entgleise grad auben tsGschicht wenn sie die sehe und dann bliebe sie auben nicht so lang…die mues me eifach gärn ha, die Ehrenbürgerin.


Mueti hatte recht. Die Bananerebublik ischt nicht ganz gestorben.