…chas gäh

Prolog

Liebe Mobiliar

Also eigentlich haben wir zusammen telefoniert – also ich mit euch – aber ihr wolltet scheinbar nicht so recht mit mir – zerscht so ein Getüdel von Lift Musig, dann das Tonbändlifroueli wo meint ja schön rufen sie an, und bla bla bla – aber wenns so schön ist, dass ich anrufe, so nehmt doch eifach z Telefon ab heilandzack… und endlich dann ein Mensch am anderen Ende… also hätte man anfangs noch meinen können, bin aber jetzt gar nicht mehr so sicher…

Ja also eure Frau da, die wo nach Moschtindien tönt – ja ich weiss dann nicht so recht ob die dann mehrheitsfähig ischt – he so von Tonlage und Frequenz her – naja nach meinem Erachten nicht mit der Genfer Konvention kompatibel – und Lautstärke und Wortwahl janeinaberauch das geht dann gar nicht – nid mau villich geht das.
Hab ich doch versucht so in aller Freundlichkeit mein Anliegen – eben einen kleinen Schaden – anzumelden, meint doch die Tschättere ich sei falsch…
Janein sicher nicht bin ich falsch – ä suberä Bueb, Lehre abgeschlossen mit füfzwöi – naja, beim Milidär war ich halt nicht… ja und wo ich dann grad Schwung bekomme mit der Vitae, blökt doch die Alte wieder rein hier sei eben die Buchhaltung…
Ja mir doch gliich habe ich dann gmeint …tja was Die kann kann ich noch lang, also Der flink ins Wort gefallen mit: Ja das passt ja grossartig, hervorragend – die Buchhaltung – Sie könne in dem fall die Zahlig grad veranlassen…
Sicher Nöd – gahts no… Dienschtwäg, Formular und so – ig chöng das ou „ohni Linie“ mache –
Ja u du hets mir scho auso langsam afa Zäienegeli hingere rugele … e Linie ??? schliefts Derä???
Ja was Si de eigetli meini – ig sig vo Bärn u nid vo Züri – hie chunnt der schnee no guet eidgenössisch vom Himu obenabe u nid vo Südamerika – für tNase ungerufe…!
Ja- da hat sie grad ein bitzeli pausieren müssen – Gentlemän wie ich bin hab sie dann auch verschnufen lassen, bis sie dann süfisant – genüsslich meint ja also wie auch immer – ich müsse mein Anliegen bei der Schadensabteilung deponieren, und da seien jetzt alle grad im Mittag…
Was de – habe ich darauf gesagt – naja sind wir ehrlich vielleicht ehner gepolteret … ig ha gmeint ig heig der Schade, aber wenn ig Euch so zuelose de sit t Ihr äuä diä mit dem Schade u de was für einä – nid ganz bache, eine am Sänder, e Schrube – nei e ganze Isewareabteilig heit t Ihr locker – choit usläse – ade und e guete – u ufghängt.

Ja, im nachhinein wohl nicht grad meine Glanzstunde in der Diplomatie aber dörten rufe ich sicher nie mehr an – die Drucke war einfach zu viel, und so muss ich ihnen halt schreiben, denn leider kann ich nicht so gut zeichnen wie doch recht nett in der Reklame zu sehen ist.

Der Herr Sigg, mein Lehrer selig – meinte allenthalben mit den Schreiben seis auch nicht grad gut bestellt bei mir… aber der hatte immer solche Runzeli auf der Stirn u zMüli deräwäg uf Rägewätter, als ob der 14 Tage nicht aufs Hüsli gedurft hat – villicht lags auch daran.

Also – zur Sache:

Ich habe Glück, und davon schönes und vieles und dies schon recht lange und immer wieder.

… und weil ich Glück habe, haben Sie liebe Mobiliar eben auch Glück, also fast immer… zahle ich doch brav die Prämie immer wieder einischt pro Jahr brav an Ihnen ein… und Sie müssen gar nichts, kommt da so ein nettes Blättli das Sie wohl baschteln müssen, aber sonst haben sie Ruhe, Frieden und können eigentli machen was Sie wollen – von mir aus emel.
Nun aber hat mich aber eben das Glück verloren – grad umbekehrt wie da der Laueri oder wie er heisst von der Musikgruppe vom Vorort vo Bern singt – blöd halt aber das kanns geben im Leben und dies kam so:

Fahre ich doch im Lieferwagen durch  das Emmental – grosse Sachen haben nicht im PW platz und darum muss man einen Lieferwagen vertlehnen wenn man keinen eigenen hat und mit grossen Sachen ins Emmental will –  was übrigens sehr schön ist, das Emmental auso – ausser es ist Winter und es hat Nebel und die Strasse verschwindet und wird so zum Weg, und der Weg verschwindet und wird zur Spur und die Spur verschwindet und wird zum Nüt und das Navi quäkt weiter auf dieser Strasse – die gar keine mehr ist. Dann hat es noch Schafe die gar blöd kukken, dass man denken muss: Gigot, aber schnell und mit Knoblauch, dabei geht es so steil appen, das mir doch fascht ein wenig gschmuech wird, wenn Sie wissen was ich meine?
Dann hat es noch links so ein Baum, der so mirnixdirnix in den weg wachsen tut – tja, und dann ists halt passiert. 

Hat es Dukkk gemacht.

Üüüüü habe ich gedacht – janeinaberauch dasdarfnichtwahrsein – geht die Scheisse jetzt richtung Ventilator wie Die ennert em Teich zu sagen pflegen?
Also rechts ist dann eben noch dummerweise so ein Heimetli, im Nebel, im schönen Emmental und das ist natürlich schon enorm wichtig, weil ohne dieses Bauernhaus hätte es nie und nimmer Dukkk gemacht.

Ja – dumm gange, wegen den obig beschriebenen Umständen bin ich halt ein wenig mit dem Lieferwagen in das Bauernhaus geputscht.  Der Dachchänel hat dann schon ein wenig kaltverformt ausgesehen. Aber wenn wir ehrlich sind, der Dachchänel hat eh schon ein wenig wie von 1899 ausgesehen.

… dann kam noch der Bauer heraus und meinte ob das nötig gewesen sei … eigentlich hätte ich dem sagen wollen, dass er sein Zündhölzlihaus doch gefälligscht stabiler bauen soll, und warum das Dach denn so tief sein müsse, wir seien ja da im Emmental und nicht im Appenzell.
Aus strategischen Erwägungen und weil es mir schon gar peinlich war habe ich ihm aber gesagt, dass es mir schampar leid tue und gar nienen recht sei , ich wollte ihm eben den Baum ja nicht knicken und drum habe ich nicht grad toll auf sein Heimetli geachtet, dass doch gar schön sei und gut im Schuss… 
Das hat ihm vermutlich ein wenig gefallen.

Mir hingegen hat sehr gefallen, dass der Lieferwagen nicht mal einen Kratzer hatte, denn schliesslich habe ich den nur vertlehnt, der ist gar nicht meiner. Und das wird ihnen liebe Mobiliar auch gefallen – eine Rechnung ist ja bekanntlich immer noch besser als zwei, was Sie dann schon noch sehen wenn Sie weiter lesen.

Bekanntlich ist so ein Berner Schädel nicht von Plastik, dass ist hinlenglich bekannt. Die Bauernhäuser sind aber schon etwas vom Gartongg emel verglichen mit einem Lieferwagen – wenn Sie also mal so eins versichern müssen würde ich dann schon gäbig Prämie heuschen – man weiss ja nie.. Aber eben. Der Mann hatte den Schaden – verspottet habe ich ihn nicht, aber Zahlen musste ich den Dachdecker schon.

Und hier liebe Mobiliar haben sie Ihren Auftritt – es ist soweit, nun haften und pflichten sie doch gerne mal wenn sie so nett sein mögen, wie es ihnen ja gebührt. Mit der Iban – nummer ( immer zuerst das CH und dann ganz viel) können sie mir ja das Geld ja problemlos per I-bänking rüber wachsen lassen …het emu dr Fridu gmeint.

Und dies fast lieber gestern als heute wie der Dichter so schön meint – denn stellen sie sich auch vor – das Bauernhaus hätte ja noch morscher sein können, und grad noch einstürzen. Und dann wenn ein dicker Balken dem Preisgekrönten Muni Fridolin auf die Birne gefallen wäre, hätte der dann vermuetli einen ziemlichen Brummschädel, und kar keine Lust mehr seinen ehelichen Pflichten mit den Kühen nach zu gehen – aber ganz sicher hätte er einen riesen Chlupf bekommen, der Muni Fridolin, hätte dann im eben diesen Chlupf innen auf die Melkmaschine geschifft, was einen gäbigen Churzen gegeben hätte, so ein altes Haus hat sicher keinen Schütz. Und darum hätte es gemuttet und dann richtig gläuet und dann gebrannt und bis am Schluss gfüüeret wie am Erschten Augschten aber eben traginiau wie der Berner sagt und alles wäre Glump und Asche.

Üüüü dir – der ganzen Bauersfamilie hätte das dann wohl richtig gestunken. Müssten Sie in der Turnhalle schlafen und ich wäre tschuld.

Und Sie können dann grad alles zahlen – genau.
Und wenn das Haus dann irgendwie noch Heimatschutz geniesst, und dann viellecht noch der Geburtsort vom Götti von Gopfrid Duttwyler oder sonst so einem toten B – Promi gewesen ischt tja, da mag ich gar nicht drüber sinieren.  Da wird so aus einem kleinen Dukkk nicht eine kleine Rechnung für den Dachdecker sondern grad Millionen – Millionen.
Und dann kommt noch der Blick und das SRF und öpen hinten drein noch die 20 minuten und spätestens dann können wir nicht mehr von Scheisse im Ventilator sprechen – nein dann haben wir ein Pschüttfass im Windkanal und das kann nun wirklich niemand wollen.

Da denke ich schon, dass da auch im Pech noch ein wenig Glück zu finden ist. Und Darum und desweggen können Sie mir doch grad noch den Selbstbehalt streichen und die Kugel ist rund, und gut ischt – wenn sie wissen was ich meine?
Ins Emmental gehe ich für ein Ziitli nicht mehr – und Ich denke ganz fest dass mich das Glück wieder gefunden haben wird und somit Sie, liebe Mobiliar, auch.

Schnoitz

Dr Schnoutz – es eher em Ma zugehörigs Teil vo der Gs(ch)ichtsbehaarig, meischt zfingä unger dr Nase u oberhaub vo de Lippä. Tuets mau relativ sparsam eifacht unger em Näsli borschtelä u fertig. Chas ou fei usladend, mit Wachs fixiert ufä, abe, oder gar rundum zwirbelet wärde. Öppä nach dr Modä oder em düeche vom jewiligä Mandli, bezätweh wis de sini Härzdame es äuä ma erduldä.
Bim Maler Dali hättis fascht gar aus Blitzableiter chönnä häre ha – nei das isch gar nid wit här khout, si bi dänn tUhrä gschmouzä, hei tFrouä öppä Schublädli bicho ut Giraffe – di brönnä…
Wenn i richtig bi isch das Teil, mängisch ou liecht despektierlich Pornobauke gnannt, so richtig no i de Achtzgerjahr en vogue gsi – chunts u geits, äuä wie dr Minirock u angers Modischs.
Nun wird i disem schönä Ländli wider mau gwäuht am Sunnti. Hei sich glücklicherwiis doch einigi gfungä wo sich ufsteuä – oder seit me äch „la ufsteuä“ – item, tüe doch einigi Gsichter so meh oder minger zivilisiert am Bort nah vo Plakatli obenabe guenä mit em eint oder anger Schlagwortli drungert, und me söu doch Diser oder Jeni uf das Bärn uffä schicke – si wöui de scho luegä…
Schwirig haube, so Parteiprogramm u Gsinnig fingsch no ring – dr gsung Mönscheverschtang? I lueg äuä am lätze n Ort, das wirds si, u chönnt is ja säuber ou nid besser – drumm – scho guet.
Voufäu fahr i doch eines schönes Morgens wider mau gäge tArbeit zue, da gseh ni – potz – si weli fliisig gsi. Hei au die Bishärige, die Zuekünftige u no dr Räscht konsequänt, und über au Parteiä hinwäg basisdemokratisch u gliichberächtigt Ma wi ou Frou, so ne schnouz verpasst bicho – u de nid öppä häre gjufflet – nei fei guet platziert, dä Haarschmuck.
Aus eifachs Gmüet het mi das gar guet ämusiert. Und i fahr haut drann vorbi, einisch am Morge u de wider am Aabe. Ja, öb de es Amüsement überhoupt aabracht sig, sinierän ig – chönts nid it Richtig vor e Verundglimpfig, e Verletzig vom Pärsönlichkeitsrächt gah? … faus es so öppis git. Oder gar de Vandalismus? E Beleidigung gäge Effort, gäge zpärsönliche Engagement vo denä Polit-Fiseli – un dennä wos wei wärde?
Nei, i dänke nid, weder noch. Vandale schlö aus abe, waulos – gedankelos. Übermotivierti der Sym, bezätweh ehnder dr Antipathie fougend mau drgäge houä. Nachtbuebä verunstaute ehnder gschmacklos.
Hei diser aber öppis gstudiert, hei e gwüssi Absicht – weli weis i nid, oder ämu Vorsicht la wautä. E Streich nei, dafür zviu Gedanke. Es Kunschtprojekt? Nö, derfür längts nid.
I nennä si mau Wauhäufer wider Willä – wets mi duächä, so würd i weniger uft Gsichter ga, si ja au so prächtig gschnützeret u tuets kem Antlitz en Abruch.
U vergässe mir nid um was es geit – schlussundamänd der guet Schwiizerisch Kompromiss – zwar verbrieft und versiglet, meh isch aber dert nid dahinger – obwou – einigi si gad chli dri gschossä – Birenä so gross wi ne Heissluftbalon wo gad wet dervo flügä, uf Aahänger gmontiert – scho guet Schöberli, i gseh di scho, u numä wäge gross machsch nid di besser Fauä – mir si hiä ir Schwiiz u nid im Zirkus, gäu…
Wis ou usä chunt – vlicht bruchts e Stichwau, seit eine glich nei, isch er vor partei häre gschacheret wordä, das disi nid cha – schlussundamänd geit fei e Tschuppelete Schnoitz-u-inne uf das Bärn – u de hofeni ämu, das si vor lutter Staatsdienerei, Aperöle und Verwautigsratsmandate nid vergässe wi si mit Schnutz usgeh hei, u de sich säuber nid au zu ärnscht müessä gseh.

FE Okt 23

adoptiert – adaptiert

Chatze? Dünns Iisch – isch scho fei guet drüber gschribä worde, u hei di meischte ihri eiget Chatze- Gschichtenä zum brichtä im trauten Kreise und so. Aber itzä – chunt mir haut nüt bessers i Sinn, u drum…… Wo ni hiä häre bi Züglet, si einigi vo denä Chatzeviecher so ums zHüsli gschtrielät – auso, dä wo uf mi Pfäffermünz (es isch de no a Nadu Münzä gsi) gmarkiert het – zersch gnüsslich dran gschnupperet, när zFudi uechä, mit em Schwänzli zitteret u hüh gib im, vo drübert. Mir wärde vermuetli nüm Fründä… Pfui, ää-ääh, abfahre blöds Viech… I meinti haut Pfäffermünzsirup a la Katzenpisse – nö. Cha nüt sy. Aber eini, fei viff, grau mit chli wiis gschlirket isch öppä am Morgä wo ni richtig Büez los zogä bi im Gras gläge, het aus gluegt… Hani mau es Bögli zuechä gmacht – vilich hallo säge, chli chräbelä? Nid mau vilich, isch si dervo, u het mi aagluegt wi:

U du? … Frömdä Fötzu, was wosch i mim Läbe?…

U chuum bini so wit wäg, das cherä u irget öppis usrichte nüm lohnti – stouziert si zum Hüsli – luegt arrogant übere – ätsch – du mir ou… Tja – bin i nid gfragt – chan i so näh macht nüt. Het aber das Viech haut mis Komposchtnetzli gfungä u dr Inhaut grossflächig verteilt – Chäsräuft si schinbar wit obä uf em Menue Salatbletter nid… aber immer wenn i chumä wird bös gluegt u abghouä.

Ischs mittllerwilä wider Winter – hani das de Nachburä verzeut bim Kafi, und es tüeg mir scho leid, i wöu de nid öppe ihri Chatz … ah, di sig nid ihri, ja di chäm öppä ou zu inä…Ja, de miechs nüt, wenn ig ihrä chli Chäsräuft u so gäbi? (Dr Komposcht hanget mittlerwile, ma nid immer wider zämeläse…) Und aus öb sis ghört hätti, steit si mau da und macht miau – mit em ne Piepsistimm ganz fiin. U so fahts haut aah – gönn i däm Tier doch, Foodwaste isch doof. Hei mir mittlerwilä fei e Symbiose – ischs es angers hei cho, ligt das Tier uf em Gländer, u meischt durets wenig vo dert wo dr Töff abgsteut isch, bis di Puusle motoret… Si aber natürli Ritual, Abloif zbeachte:

Wird mau ufgluegt – ahh oh scho da? hmmm. Mau ufhockä, blinzle, e Haubmeterchatz gäge füre, dr anger haub Meter gäge retour gäh, e churze Schläck, no mit em Pföti hurti überä Gring – für Disä simer präsentabel gnue – schmöcki schmöcki lueg – „toink“ mit em Chöpfli dra häre – auso, los chräbel er mal… U meischt wirds de gad chli guet, mues me Chopf a Chopf, unger em Chini dürä – ü da hei mir dezidiert Differänze- vor luter Wöhli tChraue dür tTöffhosä its Bei inä lah u ziä? Vilich für di – für mi? Danke – aber nei danke – näme mir die Pfötli gschider itd Hand… U sclussundamänd mues me du när uf e Chopf ufe chräsme, und isch me immer wider erstuunt – diser isch rund, dä Chopf und es geit hinger abe…… U du isch meischt guet. Bini äuä dr momentan Läbesabschnitts-heschnidgseh – hani aber klar dürä gäh, meint i ämu:

Auso, Liebi chasch ha soviu du wosch – wärdi das schiinbar meh, je meh me dervo gäbi – u wet richtig hunger hesch – Müüs fah weisch ja wiä – Wasser hets im Brunnä … Aber natürli – mittlerwilä gits nid numä tRäuft, sondern öppä no chli Chäs, e Zipfu vor Wurscht, luegt me das no chli Fleisch am Chnochä isch… Passt scho – geit si u chunt wi si hiä würd wonä. I chumä u ga wini wot u wonä tun i ou. Früecher, im ne stressigere Teil vo mim Läbe hani mir vor gno: Wenn i khei Zyt me fing, a Chatz zschtriechlä – müess i mis Läbe änderä… dermit meini heig i geng no rächt.

Faus oppäer fragt – i ha khe Chatz – e Chatz het mi.

FE August 23

Zur Tat schreiben

Hmmm – war gad ein bitzeli still auf diesem Kanal letzhin quasi so – also still ist es hier immer, ist einfach nix Neues gekommen, leider.
Dabei ist grossomodo eigetli alles recht flockig, von vier Tomätelis tun doch drei langsam fei was, der Vierte – naja – hoffetli gibts ein Spätzünder – und der Resten vom Gärtli – auso für das ich zwei linke, gar nicht grüne Dumen mein eigen nenne bin ich doch fei häppi – und für die meditativen Momente kann ich mit dem geschenkten Handmäher ummenpfurren…
Könnte es an der Muse liegen? Von der Musse also hätte ich eigetli – natürli niä gnue aber doch geng chli, gehe gar zwischen dürren den Gang des Müssigen, ohne aber gad zur Sofakartoffel zu mutieren – auso von dem her…
Hat Sie etwa ein kleiner Bummelstreik eingelegt, die Muse, wegen mangelnder Wertschätzung, die Zwämele? Gut. Geb ichs ja zu – hab ich sie abgfäntileti, fuli Druckke genannt – mehrmals… äuä nid ganz mehrheitsfähig, das… chli leid tuets mir ja scho, aber gad ganz e so elusiv müest si sich ja würkli nid gäh…
Villeicht ist sie eifacht in die Badi, chli go sii? Oder torkelt sich leicht beschwipst von Apero zu Apero durch den Sommer – was weiss ich schon?
Nun also – hierzu kann ich nur Dies komentieren, glasklar und ohne wenn-u-aber: Das mit der Badi und den Aperos find ich an sich völlig in Ordnung, ein absolut gangbarer Weg, wenn wohl etwas mäandernd – aber das di Huderä mi nid mitnimmt – ää-ääh – nö – no go!
Glich gäbig – cha me haut derä chli Tschuld aa-dichte, quasi so chli wi… aber Globi kann nichts dafür…
Und so darf festgestellt werden: Ist zwar praktisch nur geklagt – nichts desto trotz aber sind ein paar Zeilen stehen geblieben – auf der persönlichen „Üüüh Dir Skala“ nicht brutal der Börner aber doch ganz recht…
… kommt mir machmal vor wie beim Bogenbau, die Schreiberei – hat man einen Staven, mit glück gar gerade oder wenigstens interessant, sucht man frisch und mit frohen Mut den Bogen darin, die Form, möglichst dem Holz gerecht werdend – könnte man nun ähnlich dem Michelangelo meinen – der David steht im Marmorblock – brauchst nur das Überflüssige weg zu kloppen…
Und so wird gesucht nach dem passenden Jahresring, feinsäuberlich mit dem Messer gezogen, der Klinge geschabt, dann weg mit dem Groben – hierfür das Beil. Es wird gespahnt, und gekkukt, vorsichtig der erste Bodentiller – und – ja nicht zu viel – was weg ist kommt nicht wieder… biegt sichs Bogenähnlich -ran an den Tiller und so wird, mit Fleiss und Geduld aus einem Stück Holz ein Bogen. Wenn nicht richtig gemacht – hat man ganz viel Spähne, ein aufwändiges Stück Feuerholz und ein richtig mieses Gefühl…


Wie wenn aus einer gefühlt brillanten Idee anstelle eines feschen, dynamischen und inspirierenden Textes eine nichtssagende Wortklauberei übrig bleibt, egal wie sehr bemüht Wörter umenang, Sätze angersch aufgegleist, Abschnitte neu gepiggelet werden…
Tja – gits haut, würde ich meinen – öppis angersch mache oder de haut einä näh…
… wollte ich eigentlich aus dem richtigen Leben heraus über Schreibtischtäter, deren Umfeld, Wirkung und Zweck berichten. Dazu nur so viel:
Schreibtischtäter. Was die tun? khe Ahnig. Wennt ä Schribtisch bruuchsch – vergiss es. Muesch Flättpägg vo Blau-Gäub näh, ussert du hesch e Houzige wo hiuft.


FE Juli 23

Schimpfis

Ja, wär mag sich nid erinnerä – passiert e Seich – het me e Schissdräck gmacht oder öppis boosget, oder vilich numä Was nid verhinderet was äbe hätti söuä-chönne verhinderet wärde – weti me ja khe Rätschibase sy – oder het me Öpper la drii loufä – viu sis nid besser verdient, di hingerfotzig Huderä, di blödi…
Ja – da hets du öppe Schimpfis gäh.
Schnäu giuts zlehre, wän mues me für was frage und wenn ischs besser um Verzeihig zbitte ansteu vo dr Erloubniss. Mängsmau isch „eifach mache“ pertinänt – geit erstuunlich guet, wenn die benutzti Infrastruktur wider perfekt hingerlah wird wi mes het vorgfunge. Ja. (Wet haut es Töffli „vertlehnsch“ muesch haut dr Tacho abhängkhe u nachetanke wes haut wider mau wosch bruuche, des Nachts…)
Der bescht Fau isch haut znid la verwütsche – geit aber natürli nid immer – drückt je nach je zGwüssä deräwäg das mes von alei geit gah biechte…
U isch me sich ungerenang ou nid immer einig – di einte hei fei mit de Wort chönnä, di anger gärn öppe mit de Füscht argumentiert – bi de meischte vo dererart isch aber de glücklicherwiis irget eis mau tErkenntnis cho – hmmm – hei mir ungerenang es Veieli, e Platti Nase, Preuige, Schürfige und rundumä tuet aus weh … wird tMueter vom Zuestand vo dr Bechleidig ou nid gad erbout si… si aber khe Schritt witer, u sone richtige Held isch äbe eigetli ou kennä…
Hei da diä wo öppis zsäge hei auergatig verschidenes druf gha um dr Missmuet, dr Ärger und tEntüüschig überä zbringä. Die Eintä bouiä sich vor eim uf, bichömmä e rote Chessu u bäge mau e rundi. Auso aabäget zwärde cha nüt si, aber wet lut wirsch, besteit haut geng zRisiko lächerlich zwürke.
Angeri schüttle nur mittleidig zChöpfli u säge wi unändlich truurig und entüscht si sigä und hätti sis de niä dänkt vo eim… oh nid aagnähm, aber äbe. Für mi si di schlimmschte diä, wos eim erkläre – was äbe di Tat aus hätti chönne u het bewürkt. Das isch ja rächt u guet – het mes meischt säuber scho gschnaut, mache sis aber nid einisch sondern immer wider vo vor. Gfüeut hundert mau het me sich entschuldigt, u sorry, ich maches niä meh gseit – aber nei – chunt me zwenig zerkirscht, reuig oder zertört überä? – was weis ig?
Het mir leider damaus di nötig Confiance kopplet mit em geischtige Schuggi gfäut um chönnä tsäge: Hey, I bi scho am Bodä – muesch nüm dri stüpfe… Was gange isch hani begriffä – i wet mi uf zwider guet mache konzentrierä …
U du chunt me haut its Auter wo me ou zschimpfe het, entüscht und schockiert isch… Macht mes besser? Emu sicher nid immer. Zeint oder anger mau wär i gärn retour, u hät anger Wort gwäut, hani haut gemrkt, füehlt sich dr Beschimpft aagriffe oder gar beleidigt – het mes nid überä bracht oder gratet me wäg vo der Sach.
Isch itz scho baud ewigs här, hei haut di eintä uf em schuuwäg so chli vo hinger em Zuun dürä bäget was mir für Schafseckel, Gesocks u no viu meh sige. Si ig u dr Kolleg fei baff gsi – hei mir gad nid chönnä umä gäh, isch üs derigs Greed eigetli nid erloubt gsi, hei mir aber du gmeint – nö. Choi mir üs nid la gfaue. Hei mir auso trainiert:
U du? Verdammdti Moschtmiubä, verkakkts Stück Scheisse was de bisch – nid mau em Tüüfu ab em Charre gheit – nei- du misslungnigs Labor Experimänt – isch öppä i dim Chopf fieschter, TBirrli klepft, tSicherige dürrä – aber de dünkler aus ire Chuä drin-innä – im Gotthard Tunnäu – nach em Atomare Erschtschlag, u geit me mit em Ohr dra häre, a di Usred vomene Gring ghörsch zMeer ruuschä… Dubbu, Vanille Cornet … u i dämm sinn witer…
… natürli gäge tUhr, Widerholige verbotä u wet einisch stagaggelisch – nochmals von vorn.
U znächscht mau hei di Schnudderbuebe de haut e Wouche vertwütscht – ha ig nid witer gwüsst, isch dr Kumpel iigschprungä – veritabel verbal iigseift hei mir si.
Auso – Mit dr Schimpferei gsehnis so: I wet eigetli nid tContenance verlürä – i chas nid immer – findes aber besser öppis zsäge, wi ou gseit zsbicho aus es muffs Aazschwigä…
Aber für hüt isch guet u znäscht mau de wider chli liechteri Choscht – hoffen i ämu…


FE Juni 23

Mundart

Mundart. Ehh daich. Was de süsch. Das isch wie tlaffersich, der eint oder anger plagagerets haut, u wes höch chunnt verissä si tSchnörrä u potz lieber Güdu was de äch aus no.
Wet Päch hesch gratisch an ne Liribänz, Pflanzblätzlafferi, Gartehaagprediger e Seyescheichler. Chüschele tüe tMeitschi, tNonne süfzge u luegä hochnäsig läng der Nase nah obenabe, u wet tWiber am schnädere si – chasch scho öppis wöuä meinä, wet zWort chunsch.
Foufäu tönt die Mundart nid geng glliich – fahrsch chli gäge derte wot tSunnä gärn nidzy geit, tönts scho gli angersch – u wet de nid mau brämsisch de wirts no wäusch. I de Högger obä tüä si ou chli appartig, u gäge ufä gluegt, uf der Landcharte auso, wirds fei eiget. Sisch öppe ou guet eso, isch dr Fromage zwar überau dr Chäs aber glücklicherwiis nid geng gliich… U öppe so i der Art chönts ou mit üs Mönsche sy…


U diä vo früecher hei angersch müessä-dörfe oder dörfe-müessä fougeli – hei si angersch gredt isch ja klar … Het me Härdöpfu dri ta u dises druus ta, eis geit i Chäuer u zangere chunt iigmacht, igleit, geliert – was weis i scho – hei si ämu gmacht das es später chasch mangierä, quasi…
Wi das aues gange ischt genau weis i leider nid – hüt hei mir haut Iiichoufszäntre u Verpackig u deräwäg gäbigs – aber jaja – treit jede sis Burdeli – u wärs gliich mängisch spannend chli säuber … kennen i haut de Chööch und anger Gastro-Fiseli wo mirs de vilich bi Glägeheit zeige, wenn i ganz nätt frage… U de nid zvergässe zIgleit-vergorene de ja brönne – weisch wi guet?


Hmmm – hei mir eigetli über zParlirä wöuä brichtä chli – u si mir scho wider bim Ässe – aberaber was söus – het di Frou das Rennvelo…
Göh mir retour zum Grehd, Gliir u Gschnörr u hesch nid gseh…
U de mir? Hei mir natürli ou gärn chli wöuä eiget u angersch sy hei mir du haut gartet u usgartet wis üs grad gmundet het – hei mir üs fei gfaue i der Art. U was doch schön ischt u richtig – versteit me enang so plüs ou moin öb me gad vou cringy itd Pubertät versclüft oder haut ehner gäge zÄnd oder dr Afang geit je nach je wi mes wot gseh…
I meinti redet wi nech dr Schnabu gwachsen isch – nach mir ischs scho rächt.
FE juni 23

Ein altes-neues Wort

Nun ja. War es heute wieder mal soweit – in einer von vielen Zischentönen des Tages – nämli den alltäglich – heiligen Momenten wo zwecks re – Koffe-inierung gschwind innegehalten werden kann und soll – fiel mir ein frisches Druckerzeugniss in die Hand…
Quatsch, Blödsind, und den Habakuk wollen wir auch nicht vergessen – schwebte das Heftli natüterli nicht mit leiser verminderter Quinte aus dem Off über dem Kaffeetischli, um mit Jedi – Meisterlich gehauchten „chuuuuoi-t-phaai“ in meiner Hand zu landen – nö…
Hobla-Goerges.
Bin ich heut wieder mal in Form, völligen Blurch darnieder zu schreiben.
Also. Nochmals von Vorn: Ist mir heut in der Kaffepause ein Fachmagazin in die Hand geraten… Shit – aber scheinbar schreibt man das einfach so – hab ichs in die Hand genommen – aber egal und weiter: Hab ich natürlich selbiges mit berechtigtem Interesse verblättert und inmitten des wiederholt kreativen aber fei compressereten Journaille-Geschreibsels fiel mir das Wundersame
Altvorderen, die
ins Auge. Scho wider. Merde-alors – die Deutsche Sprache – ob wir wohl je Freunde werden?
… Was wohl heute alles noch fallen muss – zu ,hin, weg, ab, auf, ein… Aber was solls – habe ich mir ja selbst im „Warum“ recht liberal die Lizenz zum Flunkern erteilt… Und in Tat und Wahrheit hat mich das Wort Altvorderen fei durch den Tag geholfen, meine ich doch. Ist ebend jenes Wort eines von denen, die man schon mal gehört hat, aber scho lang nüm und so dem Sinn nah zu verstehen meint, aber leider nicht ganz precisement – wenn ihr wisst was ich meine?
Würde das Ge-goggel natürli sofort und in aller Art eine Definition für her geben, und wenn nicht direkt, emel ganz sicher den Weg zur Etymologie aufzeigen. Aber eben, zeitgleich mit dem „Aha“ kommt halt auch eine nachhaltige Entzauberung… jawoll, ich gebs ja zu – bin ich hier hoffnungslos in die Romantik abgedriftet, aber was solls – in meinem Alter… ich gönn mirs nun mal…
Konnt ich halt sinnieren was da eben wohl damit gemeint sei – Altvorderen, die?
Die, die in der Beiz zvorderscht und lautstark mit erhobenen Zeigefinger und krachender Faust auf dem Tisch, und je nach je mehr oder minger Promille, die Welt in Ordnung rücken meinen zu können? Oder sind es die Altersbedingten wo am ehsten in den Sarg und sechs Fuss ungere zu fallen haben bezätweh gepflanzt wollen gewesen sein werden ? Oder gar Die, schon dahingeschieden, deren Wissen, Können und Meinung zwar noch vorhanden oder gar hartnäckig festgefressen nun doch von Neuem ersetzt sein soll?
U de Ig? Bin ich erst alt oder schon vorder? Eigetli Füdlä gliich.. bin nach diesem Tag zufrieden ins Bett gefallen (ätsch) – konnte ich meinem immerwährenden Ziel gerecht werden und minimum an Etwas am Tage Freude haben.
Und Das, werte Lesersternslashwasihrwolltinnen wünsch ich allen an was auch immer auch – ole!


FE Mai 23

In der Schule

Ja, da war ich auch. Ein kleinwenig hats vermuetli schon was gebracht, wobei mir damals der Sinn der ganzen Übung doch oft irgetwie verborgen blieb, und mit em dran glauben wars auch eher schwierig. Bin ich halt gegangen weil man eben geht, sind die meisten Versuche selbiger zu entkommen doch kläglich gescheitert. Immer schlimm war es auch nicht und bin ich auch Realist und ehrlich genug um zu wissen, dass vorallem ich selber viel mehr hätte daraus machen müssen.Nun ja, retour kann man nicht, und doch gibt es Weniges, dass sich einigermassen flockig wieder aufwärmen lässt…

Hatten wir einen Lehrer. Optisch sah er fei gfürchig aus, die Haare pechschwarz, wie mit dem Lineal gescheitelt. Das Gesicht streng gefurcht, die Haltung militärisch.Nun aber war der Herr doch ziemlich in ordnung. Oldschool, und durchaus fähig Disziplin aufrecht zu erhalten. Nicht ohne Humor, sehr konsequent und immer fair. Die Matthe hatte er richtig gut drauf und konnte selbige doch recht mehrheitsfähig rüber bringen. Eloquent war er auch, manchmal gar beflügelt, war sein Steckenpferd aber die Lyrik. Oje. Aber da kommen wir noch drauf. Sein vermuetli nicht liebstes aber sicher intensivstes Wort, immer im Gebrauch, sehr versatil, das kleine und bescheidene

So

Beim Scrabble gibts für nicht viel Punkte, ausser man kann fei was dran hängen wie sowieso, achso und ach, noch so viel mehr … bei sodeli gabs meischt ziemlich zu diskutieren – aber im richtigen Leben halt, ist das S und O schon ziemli potent so, wenn ihr wisst was ich meine? Der Herr Lehrer halt, der hats verstanden viel Bedeutung in das kleine Wortli hinein zu packen. Haben wir dann auch relativ schnell gecheckt, was dann nach welchem SO kommt. Manchmal ein kurzes Anekdötli zur Auflockerung der gar trockenen Zahlenpigglerei, oder jetzt dann endgültig den Griffel nieder legen und die Probe abgeben. Leider wurden die Kreidestücke ganz ohne Vorwarnung abgeschossen – e Preichi het dä gha – wobei einige fei guet reagierten, kältesten arsches retour geschmissen, was einerseits Held des Tages, anderseits der Ausschluss für den Rest des Tages mit dem obligeten Telefonat mit den Eltern bedeutete. Athletisch aufgefangen und sich nachher gefeiert (und sich feiern lassen) kam auch nicht gut an. Aus dem Fenster schmeissen resultierte in einem spontanen Kopfrechentest für alle, hispeed diktiert – die Ergebenisse dann süffisant verpackt kundgetan – unter dem Strich – hmmm chömet dir euch öppe fei vor, aber rächne choit dir nid… Aber egal, ein anderer Lehrer schmiss mit dem Schlüsselbund, was eigetli für damals schon daneben war – nur gings nicht daneben – leider.

Nun kommen wir zur Lyrik. Hat das Aufstellen in Reihen und Gedichte hingebungsvoll und mit Inbrunst rezitieren vermutlich schon seinen erzieherischen Wert. Und somit seine Zeit und seinen Platz in der Schulischen Karriere eines jeden. Im Alter wo die Hormone fei uffen and appen gehen, man(n) grad gäbig mit sich selber und dem möglichen Platz im Leben beschäftigt … ists… naja… Eher risikoreich optimistisch. Nun behaupte ich doch keines weges es gehe nicht – besagter Pädagoge konnte es nicht rüber bringen, jugendgerecht und passend. Wurde halt unserseits sabotiert und verweigert. Kommts mir heute irgend wie selber hart vor, die totale Verweigerung des vermuetli doch mit Vorsicht und in guter Absicht Dargebotenen – Gnadenlos einig die Klasse – Nö und das wars, ists esakliert und wurde die Klasse geschlossen…. Und wieder aufgemacht. War eine Privarschule, hatten wir bezahlt, auso unsere Alten vermuetli. Und ganz ehrli machts äuä gar khe Gattig wet e Klass muesch schliessä…Egau u tempi passati – haben wir wohl doch öppen alle unseren Weg gemacht – so hoffe ich. Der Lehrer, nun ja, vielleicht kann er ja im Himmel seiner Lyrik frönen – sind die Engeli vermuetli nicht grad am pubertieren… … ob egal oder nicht – war halt so.

FE Feb 23

Work Life Balance

Was ischt das? kann man das essen? Nun also dann halt – habe ich mit Büebu – das ist so einer vom Nachwuchs, wo ich arbeiten tue, über die Work-Life balance diskutiert. Also Englisch kann ich halt, habe ihn aber grad äxtra gefragt, wassn das den genau sei, die Work Life balance?
Das sei die wirtschaftliche Zukunft – meinte er leicht aufgeblasen- … die Rückstellung von privaten Interessen zugunsten der Arbeit…
Ach so. Glücklicherweise lebe ich auch, wenn ich arbeite, denke ich, ob da echt was falsch sei?
Kommt mir ein Seniorchef von einem anderen Leben in den sinn – wo der Juniorchef so alles einwenig zungeropsi organisiert hat, seufzte der tief und meinte: Neue Zeiten verlangen nach neuen Ideen…
Dann hat halt das Telefon geschellt, und war fertig mit diskutieren und sinnieren.
Also – der Bübel. Das ist einer von den guten. Von seinem Karma oder den Sternen oder woher auch immer mit der Akribie, der Disziplin und dem Pi-Pa-Po eines Analtheoretikers gesegnet, dazu aber das sonnige Dispositiv vom Bonvivant. Ist er voll italienischen Geblütes – also kann und tut der reden – nicht nur bis die Kühe in den Stall, gemolken, der Bauer gegessen, noch schnell auf die Alte und des nachts noch pissen gegangen ist – item – ischt dieser immer noch am schnurren – obwohls scho lang nüm zsäge git.
Und dies alles holistisch gesehen, noch recht gut verteilt – ist er also pünktlich – noch gerade, zuverlässig, aber nicht bieder, genau und doch charmant – quasi. Und ein guter Kumpel noch dazu.
Hat er dann und wann Stress und üüh dir – wie und wo soll das alles enden – Auch ein Kind seiner Zeit, ist er ziemlich gut mit seinem Mobile verwachsen und in der Zeit wo er pro tag sein Telefon streicheln tut, mit den Schatzeli schreiben, und irgendwelchen Ungeschickten zukuggt wie sie auf die Fresse fliegen hätt er vermuetlich glatt die gleiche Arbeit ohne Stress gemacht… aber eben – neue Zeiten…
Nun ja. richtig Fett sollen die Autos, das Haus und die Uhren sein – aber Arbeiten ja nicht zu viel dafür. Ist ja nachvollziehbar – habe ich persönlich auch noch kein Bankkonto zum heiraten gefunden… aber item – geht es hier um die Work Life balance.
Hab ich und mein kleines Hasenherzli mich scho lang mit der Tatsache abgefunden – so für richtig Malochen und dran klotzen bin ich wohl nicht gemacht. Hab ich halt immer Jobs gewählt, die mich fei gut dünken, zwischen düren habe ich das Gefühl ich täte bitzeli spielen… aber bis am Schluss artets trotzdem immer irget wiä in Arbeit aus. Will ich ja natürli auch gut sein – naja, geben wirs zu – nicht gerade excellent aber schon eher sehr gut… In wie fern (oder nah) die jeweiligen Chefs da durchblicken bleibt mir ein Rätsel. Bisher waren die meisten, doch recht nett, aber zu meinem grossen Bedauern wurde ich bisher noch nie mit Gold überschüttet – einmal gabs einen roten Teppich, aber der war nicht für mich – musste ich den appen postitchen.
Und sind wir nun am Ende der Weisheit angelangt, und ganz ehrli – nicht viel schlauer als am Anfang. Selber sehe ich mich grossomodo balanciert. Tue ich halt gern go schaffe gehen – ausser man wir getrijaket, und / oder Ungerechtigkeit und Dopplemoral herschen vor – aber sind wir ehrli – dies ist immer und überall beschissen.
Und dann gehe ich auch gerne in den Feierabend, in die Ferien und die Weiterbildung. Und komme auch gerne wirder.
Wenn ich denke, so ganz früher in der Höhle und so. Hat man wohl gegessen was man erlegt hat. Ging das Feuer aus, hat nichts mehr gedampft – nicht mal die Kakke. Wochenende? War nicht mal Science Fiction aber angersits war auch immer ein wenig Wochenende – so hoffe ich emel. Ein ganzkleinwenig bitzeli versuche ich das auch so zu sehen.
Under der Bübel? Ist halt einjeder selber der Kapitän vom Schiff von seinem Leben. Wird fou fäu spannend zu sehen wohin der segelt – hart am Wind, oder eher chli wi Trybguet – butelets mau hiä mau derte… sini Sach söu ers guet ha uz zLäbe gniessä!
Und zu guter Letzt: bin ich im richtigen Leben nicht ganz so oberflächlich – so von wegen Bankkonto heiraten … da gibts a schon Wichtigeres – hoffe ich emel das Steuer meines Lebens nie aus der Hand zu geben. Hat mal einer gemeint: Löt nech nüt la gfaue u blibet wi dir syt!


FE März 23

… öppis was mau…

Nun ja – gabs noch diese sorgenfreie Zeiten prä – Pandemie – konnte man hauben noch unter die Leute, so auch an einem Sonntag, auso dem ersten im Monat auf den Flohmarkt der Reitschule der Stadt Bern aufschlagen. War dies alben rundum ein gelungener Ausflug, tatsächli öppen ein Schnäppli, immer für ein Amüsement gut und oft gar eine nach meinem bescheidenen Dafürhalten recht nette Synopsis der Stadtberner Gesellschaft.
Junge Damen, immer gestylt, so von 0815 über schrill bis dezent elegant – aues säuber gmacht nicht zu vergessen – haben alle fau fäu immer eine halbe Chleiderboutigg derbi. Stell i mir vor ist die Kreditkarte endgültig am verglühn, oder droht die WG mit blatanten Rauswurf wegen akkuter Modeschwemme – mit erfrischend realen Preisen, so e schöne, rundä Füfliber ufwärts wird da easy come – easy go die Ware feilgeboten. Da können doch immer wieder Scenen genossen werden – auso dä Fues geit vilich scho i dä schue – aber nach füfhundert meter Daggle bruchsch e Säubschtfindigskurs u drü Wuchä Suva… Tja Vanitas Vanitam u heschnidgseh …
Dann schleichen vereinzelt die Mehrbesseren umenang, sagen nix aber Austrahlen tun sie: … Ja auso, mir chömä numä chli cho luegä – isch eigetli süsch nid so üses Umfaud – aber hei mir gspändet … schön heit ihrs hie – anders, aber scho rächt…
Aber so suma sumarum doch ein recht harmonisches Vielerlei, nicht unbedingt einig aber doch friedlich beisammen.
Irgeteismau ists dann zeit für ein Kaffee – aaah in der grossen Halle – eine Bar… Erinnerungen werden wach – vor mängem mängem Jahr an epische Konzerte, stümperhafte Flirtversuche und eben der Bar – ein Bacardi Cola im Pappbecher für einen 2liber bei den Punks – wobei Cola Bacardi wohl eher zutrift…
Item, mau bsteuä: der Espresso geht noch, aber als bei der Schale die Frage kommt: Hafer, Mandel oder Sojamilch – da muss ich dann schon intervenieren – nid mau vilich den Kaffee mit sowas vergiften … öb si nid öppä öpis heigä was mau ir ä Chueä drin isch gsi? fragt der Kollege diplomatisch.
Nei nei, äbe nid, hüt wetti si äbe gärn chli andersch… gits haut khes Kafi – auso derte emel nid…
Und seither ist doch scho einiges an Wasser der Aare runter gegluggeret, und eis mau beim Einkaufen hat mich dann doch e chli wenig der Hafer gestochen – wenn man das so sagen darf – Sah ich eben diese ganzen Laktose ersatz Dinger in reih und glied aufgestellt und dachte mal:
Muesch es ja nid i Kafi kheiä, aber mal probieren, vilich ischt es ja sogar fein? Gesagt getan und je einen strammen Liter in das Einkaufswägeli gepigelet.
Als erstes mal fällt auf – das Zeug ist garstig – teuer, aber nun gut – was nix kostet ist nix wert. Diheim dann frohgemut mal den Haferdrink eingeschenkt, wässrig weiss, ein ehnder trauriges geplätschere, aber dann im Gaumen doch sehr nett, so etwas nahrhaftes im Geschmack und angenehm rutschig. Für sich gestellt gar nicht übel – gar eher gut, ganz sicher nix für Tee und Kafi, aber wer weiss, vieleicht kommen mir noch ein paar Anwendungen in den Sinn…Dann meine grosse Hoffnung – die Mandelmilch – mag ich eben sehr gerne Mandeln in fast jedem Agregatszustand…
Pfui deibel kann man nur sagen – liebe ich wie gesagt Mandeln über alles, aber das? so schmeckt Nichts wenn Nichts ein Geschmack hätte, oder eine aufgelöste Kornfleeks Packung – nicht das ich selbiges so probiert hätte, aber in der Vorstellung öppen äbe eso.
Das Soja Gedöns ist kein deut besser – wässrig mit einer unangenehmen Bitternote im Abgang – ein klobig – unbeholfenes Getränk und nö, nicht meins.
Tja – so stehe ich nun da, reaktionär und unbelehrbar, und wenn ichs mir so überlege obwohl nicht grade extatisch aber doch beruhigend oft frohgemut bis glücklich und in tiefer Dankbarkeit der Lisa, Elsa, Anna-Belle und den unzählig anderen furzenden Wiederkäuern gegnüber, die doch mein Kaffee und Tee zu dem machen was es ist: huerä fein nämli!
Merci viu mau, und in diesem Sinne: Milch Lait Latte.


FE Juni 2022