Chas Gäh 1

Tja, so kanns eben gehen zum glück ist das jetzt scho lang her. Und nun, hier und jetzt sei gesagt, diese Story ist mir wirklich und ehrlich passiert – Ehrenwort. Da ich eher nicht so ein Tüpflischiisserausimordnerableger bin musste ich gar studieren wie auch immer ich das der Versicherung beibringen sollte… Wie oben gesehen geht telefonieren mit denen gar nicht, und ich wollte da ja schon meine Kohle von der Rechnung wieder, und da musste ich schon grad alles geben und etwas dick auftragen die Gschicht wo eben passiert ischt und ausgarnieren.
Wem das Wort ausgarnieren nun noch so fremd oder nicht ganz koscher erscheinen will soll sich darüber mit einem Koch unterhalten – Amüsement, Kurzweil und sogar etwas Bildung garantiert.
Die Analogen drüllen an Ihrem Rollodex – die Endemisch-binären streicheln ihr Phön… irgendwo wird sich ein Koch schon finden.
Nun sind ja Köche ein wenig wie Oldtimer oder Salat – die brauchen eben auch das richtige Umfeld – Setting auf Neudeutsch – beim TagesmenüeàdrizähfrankefüfänünzgmitSuppeoderSalat Typen steigt man locker mit einem
Hurti chli Bierli näh – he?
Daich!!!
in den Abend… Das Gebräeu muss selbstverständlich in genügender Qualität wie auch Quantität vorhanden sein.
So ein Sternenfiseli hingegen parkiert man am besten auf einem Altmetallhaufen wie eine Corbüsier – Liege oder so – falls vorhanden – dazu dann passend ein gebranntes Wässerli frisch von einer mehrjährigen Stage in einem Holzfass und los gehts…
Also gesagt getan und eingeladen – nur haben bei mir eben grad zwei Köchlein aufs mal für den besagten Abend zugesagt… aber egal – je meh desto lüstig wie der Volksmund sagt… und es wurde ein doch bemerkenswerter Abend…
… und hier nur am Rande, ganz klein und nebenbei: also so ein Volksmund habe ich bisher meiner Läbtig noch nie gesehen oder gehört… zum glück ender, das Ding muss ja riesig sein, und wenn das ganze Volk chrüsimüsi uf zmau und dürenang derten dürren bägen tut… jaja die Deutsche Sprache eben – am Arsche hinten – dort ists finster… und da und hier und jetzt nutze ich grad die Gelegenheit der günschtigen Stunde und fahre in den nächsten Abschnittli langsam aber konsequent und endgültig mit dem Hochdeutschen ab – ich meine es ist ja kein Versicherungsfall mehr und schon gar kein Jahresbericht für Aktionäre von emenen gstudierten Imbecile du Village vo Sänktgällä und schlussundamänd komme ich weder von Hoch noch von Deutsch sondern vo Bärn – so.
Auso – uf ä Punkt: Bezüglich ausgarnieren – naja, das Auge isst ja bekanntlich mit – so weit herschte Einigkeit zwischen den Spezialisten – So einfach härephlätscheren gehe gar nicht … wobei… „Scho guet mitem Garni – meint der drizähheschnidgseh – schicke muesch, t`Lüt hei Hunger …“ der andere, so eher der Perfektionist, der jeden Teller inspiziert und auf millimeter genaues platzieren des Zitronengraspeuteterlis besteht… bemass ebenselbigen Ausgarnieren einer eher gewichtigeren Rolle zu …egal – es wurde konversiert und auch etwas getrunken, und philosophiert, auch dazu das passende Getränk und zur späteren Stunde haben wir noch schnell die Welt gerettet oder Dieselbe als unrettbar verloren aufgeben… genau weiss ich es nimmer – vermutlich beides und dies mehrmals… der Abend wurde länger, feuchter, fröhlicher und irgendwann mal rief mein Kissen dermassen – ich machte einen Abgang…. Morgens in der Früh – ohgottohgott dachte ich durch einen sanften Brummschädel düren wie sieht die Gute Stube wohl aus? …Nein – weder Armagheddon noch der Dritte Weltkrieg – die Küche so blitzeblank gefiedelt wie noch nie… Köche eben… Die Hausbar hingegen ohjemine – gähnende Leere – ausdieMaus, leer, vide, pütänisiert… auch Köche eben…
Aber warum denn die ganze Ausgarniererei? und was soll das mit den Köchen?? Dem ist eben so: Ich war da wieder mal im Emmental unterwegs – nein sicher nicht mit einem Lieferwagen – so blöd bin nicht mal ich – sondern mit dem Töff. Sehr schönes Wetter zwar, aber eben anfangs Saison und noch sau kalt… also kurzum bei der nächsten Knelle haltgemacht – so eine Ovo wäre jetzt schon wie di Pfuscht ufz Oug. Also hinein in die warme Stube – potzmillionä – irgendwie wähnt man sich so mitte 70iger bis anfangs achtziger retour gschlänzneret. Hier ist scheinbar die Zeit stehen geblieben – von der Sinalco Reklame, den Wachstischdeckli, den karierten, bis zu den Zeitungshaltern – old school kann man nicht wirklich sagen – eher eifach e scheiss Deko – aber eben es war kalt und ich hatte durscht…
Tja und wie es der Zufall so wollte schnurren am Stammtisch ein paar Chnüderen und die Wirtin so richtig despektierlich von einem Städter – Tubel der doch eis das Heimetli vom Obreggbürli mit emene Lieferwage chaut verformt hegi …und üüüü dir – di ganzi Hüttä sig schräg gsi, sone Seich, u kei Türä passi meh u tFrou Obereggbüüri heigi no Schräglag bim ihchoufe im Dorf vorä… wäge de chrummä Bödä …und bli und bla und hiä und da und gar e chli dick uftreit und usgarniert…
U ig derwiele ganz stiu mi schwul Wander gschlürft.
U du het dann die Wirtin zu mir überen glüslet – mit emene scharfe Blick und ihrem stränge Bürzi wirds mir scho bald e chli gschmuech… wot diä öppä übers Töfffahre här ziä?…
Jäääähhh – ob ig no öppis wetti – und ig mües nid so stiu und alleini i mim Eggeli hocke, ig chön ou a Stamm cho si biissi scho nid… meint sie de gar nid ufründlich.
Tja und si stellt haut mini nöi Ovi dert häre und es blibt mir nüt angersch aus haut it dRundi zhockä… Ja u de weis ig ou nid ganz warum aber irget wiä het mi dass scho chli gfuchset wiä die vorhär so gredt hei – u du han ig Tubu doch nachegfragt wiä das gange ischt mit em anger Löu und em Lieferwage…
Kchnüderen natürlich wider vou ir Story dinä und wos grad passt het han ig gfragt ob de das so ne Chaschtewage mit em ene gar bunte Biudli uf der Site sigi gsi?
He-daich – öppe scho – so heig mes brichtet…warum ig das de wüssi?
Ja wiu ig dr Tubu bi wo gfahren ischt !!! Und ussert emenä kniggtä Dachhänel und emene gschpautenä Höuzli und ere Bülä i mim Ego sig de gar nüt lätz mit däm Heimetli gsi hanig witer gmeint u was si da verzeui sigä völligä Chabis –
Blödsind und Habaschezüg…
U du simer aui so i derä chris dickä Stiui da ghocket – niemer het rächt gwüsst wo häre luege u jede wär öppe gärn itz grad aneme angere n Ort wiit wäg gsi…
Tja … hanig dänkt i trinki cool mini Ovi us, knallä ä zwänzger ufä Tisch, schnappen mi heum und uf u dervo – u ir zukunft wider meh i Jura…
Aber nei – t Wirti chlepft mir tHand uf tSchulter das mir baud dr Schnuuf nimmt, lacht gredi usä und meint janeiaberou das sig ja ne Gschicht wo numä zLäba chöng schribä – da druf gäbs ä Rundi Brunä uf zHuus un de wöu sie de ou no äs Hischtörli verzeuä wo sich gwäsche heigi… u kei Widderred u blibet hockä …
Ja was wosch de – hani grad vorhär aune am Tisch verbal scho grad chli Chuttlä putzt… u du hani dänkt gschider nüt säge u blibä hockä…
Auso dr Bruun isch kei Chuttlärugger – aber guet brönnt isch er gsi und het er ou… u du het de t Marie-Anne Ceour – tPierre, wiä sie sich mit riesig Charme vorsteut, afange verzeuä:
Ja sie sig eigetli e Zuäzogni – Ihres Gschlächt zwar siit über hundert Jahr im Ämmitau, aber äbe …zwinker zwinker grins – Ihri Familie chäm ursprünglich vor Bretagne – nei, nei sicher nid Frankriich tBretagne äbe… u dört heigi si es chlises Chatöli – nüt grandioses aber grad so gäbig – ar e Flüssmündig zum Meer kha – nid grad hesch nid gseh aber doch fei chli und e gar wungersami Gägend… Und ihri Vorfahre heigi äbe scho gäng chli mit em Gastro gmacht, und der erscht Chevallier de Coeur – tPierre heig äbe mit de Ouschtere aagfange – sig äbe afangs no nid Chevalier sondern Hiufschoch bim ene Gislene de Perche-Putte Coaen, e Generau vom damalige Franzose Chönig gsi.
U di Story wöu si itz zum beschte ghä, mir näme no äs Fertig und de geits los.
Auso – dr Thomas Coeur, ire Urahn äbe, isch aus Hiufschoch im dienscht gstande. U disä Generau het äbe fei gärn kgässe u trunkä , aber dummer wiis het sis Mägeli nid immer so guet mit möge.
Und eis mau wo dr Generau wieder mau gäbig taflet het – da het im doch dr Ranze deräwäg blaget das är gar khei Ruhe het gfunge. U du het är ir Verzwiiflig innä zur dunkle Nachtstung äs Süppli bsteut – dr Chefchoch wider mau gäbig mit einem am Chessu – het natürli nid mögä wärche und het mi Vorfahr häre zitert und är heig diä Suppa zchocha u du söun är sie grad bim Zäut vom Generau ga ablifäre…
Das het dr Thomas, mi Vorfahr de ou brav gmacht – ussert het er äbe nid em Chef nachechochet sondern es auts Rezept vo sire Grand Maman brucht. Das Süppli het du haut am Mösjöh Gislene dermasse guet ta, het är am Morgä dernah begehrt zwüssä wär äbe dr Creatör vo däm Zauber – Süppli sigi… ja und em Chefchoch isch nüt angers blibe aus mi Vorfahr zpräsentiere und so nach einige…
Uui mon Chenerau, engchongtee, natürellemänt avec grand pläsirs – mais sür mais uui…
u er e gar genaue Befragig wi n är was so wiä genau chochi, het sich mi Vorfahr vom Hiufschoch vo de Offizier plötzlich aus Liibchoch für e Generau widergfungä. Am Vorfahr het das gäbig pässlet – isch är vo nun a si eiget Meischter u chaner mache und tue wis ne düecht solang Gislene zfridä ischt.
Tja aues guet und rächt, natürli isch aber dr Gregor Croche – Queck, dr Chefkoch äbe vo derä Wändig gar nid aata gsi – het är vo nun aa sim ehemalige Hiufsbüezer dr Vorrang ar Chochsteu müessä überlaa, dise het zbeschte Fleisch vom Metzg chönnä usläse und so witer, sprich het r grad chli verlore dr Chefchoch- auso het är dä Thomas trijaket woner numä het chöna. U du chunts wies muess cho, macht dr Thomasli grad Wachteli für e Generau – und dr Gregor wo grad hingerdüre düre geit, tuet so winer müest stoglä, dä Souhung – mit der Absicht mi Vorfahr mit heissem Oel usser Gfächt zsetze – Thomasli ischt aber gar en Flingge, wicht em Gregor uus, und steut im grad no dr Haake. Diser nätürlich gredi um, u zheisse Öl blibt erwartigsgemäss nid im vorgsehne Bhäutniss – sondern züglet gleitig em Gsetz vo der Phüsik fougend zumene guete teil itz Gsühn und übert Häng vom Gregor. U de no e guete Sprutz landet dummer wiis uf em Schosshündli vom Generau wo wider mau usbüchst, und richtig Chochsteu uf Frässchlautour ungerwägs isch.
Ja, u du het das afa weysse a dämm Örtli – het de Gregor gleitig gmerkt, dass heisses Öl im Gfräss gar nüt gäbigs ischt und het holleiet u chlagt wie bim letschte Gricht. Dr Adjudant vom Generau, dr Marquis Blanc-pol-de Vide het wägem Hündli wo är eegetli het müsse druf uffpasse – zwar ir chli e höchere Tonlag – aber ou gäbig mitchlagt, zHündli sauber isch irr vor Schmärz quer dür aues dürä gsecklet u het no zgrössere Dürenang aagrichtet – u dr räschten – sigs Magte oder Chnächte, Dätle oder Höchi si ja aus Franzose gsi und aui hei grediusä vou mitbäget egau – haubtsach holleiä u dumm gaffe.
Derwile het dr Thomas i eire seelä ruä siner Wachteli abglösche, aagrichtet und isch mau dermit richtig Stabszaut abgange…
Dr Giselne het scho fei Runzeli uf dr Stirne gmacht, aber tWachteli hei haut scho äs verdammt feins Düftli vo sich ghä, u du meint är dr Thomas söu doch grad gschnäu warte u vertrommet mau zerschte…
Formidable, tres bien, parfait seit dr Gislene – aber was da für e Mais dusse sig gsi, mir sigi hiä doch nid öppe uf em Fehmärit sondern ir Irer Majhestät sim Milidär und so chön me doch khei Chrieg gwinnä merde alor u si Adjudant sig ou no abgängig – he?
Ja auso meint mi Vorfahr es sig haut grad es Malheur passiert, dr Gregor sig mit ememe Topf heissem Oel usgschlipft u heig sich gäbig verbrühjet, ja und es tuet im leid zbrichtä sis Hündli heig ou chli vertwütscht … aber äbe, tWachteli mües me grad näh we si nache sigi und är wüssi ja das dr Mösjöh Chenerau gärn pünkli ässi, u dr Adjudand sig ja ou dört gsi u dä würdi wou ordnig chönnä schaffä…
Encore merde alors putain, salopard u no viu wüeschti Wort meh het dr Gislene du vo sich gäh u het uf ä tisch brätscht das tWachteli fasch wider hei wouä flügä… da wot me i ruhä zMittag näh u nähr so öppis- aber nid öppä mit mir – u het siner Wache inebäget – sie söuä für Ruhe sorge u dr Adjudant häreschaffe…
U du muess sich dr Adjudant erkläre, Ja tSophie de Ciel Bleu -so heisst das blöde Viech – het haut wider mau müessä … u du sig är haut ar chuchi verbi um grad zfrage wies mit em zMittag für Mon Chenerau stöngi … ja ganz doof isch dä Marquis schinbar nid…
Blödsinn, schnuuft der Gislene – bisch sicher wider mit de Wöschwiiber go charsiere – womit dr Generau wahrschiens nid fausch ligt… dr Thomas het aber brav am Adjudant Stange ghäbet und knicket…
Tja u du ischs haut bim ene gottlose Donnerwätter mit Degradiere, Chrützige, Ufhänke u Vierteile für e Adudant blibe.
Diser isch aber froh gsi, het dr Thomas ne deckt. Isch ja klar isch dä Wiiberheud am charisiere gsi – aber so het der Thomasli haut e Verbündete meh im Lager kha.
U so si Tage cho u gange. Ja u so richtig chriege heig me denn nid grad müesse… u so het Dr Thomas witerchochet, het Chrüter Aapflanzt wos gange isch, uf de Märite guet Ichouft, und siner Rezäpte verfineret und dr Gislene – dä het das super gfunge – het är immer guet u viu tzässe, u gar nümm so viu Ranzeweh – u so sie au meh oder minger zfride.
Im Ämitau ischs langsam gäge Aabe gange – mir het di Gschicht gar guet gfaue – tMarie het haut ou schampar guet u läbig verzeut…
U du meint si auso – si täti itz de zue, aber mi chönge scho no chli blibe privat haut, mir müessi eifach Stüel ufä tue und der Bode fäge. Voruf de Chnüdderen öppis vo hei ga u Stau und so murmle, zahle u verdube.
I ha da natürli scho wöuä wüsse wi di Story usgeit u du hanig gärn ufestuelet und gfägt – Marie het zfride dri gluegt u gmeint mir tüegi it Chuchi verlege. U dert het si scho ne Rote offe u zwe Gleser parat – meint ig söu mau ufdecke und de hurti Salat a mache … si stifli derwäg no öppis zäme u den verzeu si gärn wiiter.
Ja auso hurti isch es gsi – aber üüü isch das Ässe fein gsi… i ha du gmeint ja auso zchoche sig irä mit somne Vorfahr öppä it tWiegä gleit wordä – das sig ja sensationell… Si lächlet numä fiin u so heimer stiu u zfridä zämen ghässe

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