Ja, dem Fridu sein Papa, das ist eine Geschichte für sich. Wie ich schon voren im Aufsätzli gschribe habe, ischt der ein Künstler. Auso – wenn er dann mal etwas gemacht hat, war es dann schon immer sehr guet. Nur – viel hat er halt nicht wollen können machen… Viele im Dorf hielten nicht viel von ihm fanden, er sei ein Versager, ein Vagabund, ja öppen die konnte man auch Schafseckel, Dummbatz und schlimmeres ghören.
Aber, es war halt dem Fridu sein Papa, und em Chanetteli si Ma, und wenn der wieder mal aufgetaucht ischt, hat der Fridu haut schon immer eine riesen Freude gehabt. Das Channettli hat dann wieder wie richtig geleuchtet, wenn man das so sagen darf – und für eine Weile hatte Fridu wieder eine ganze Familie. Ich denke, das tat dem fei gut und er konnte halt die Sachen erleben, die halt mit einem Papi am meischten fägen tun. aber eben, nach einer weile war ihm wohl das Dorfleben wol öppen zu wenig, dem Fridu seinem Papa. hat er dann gemeint, janai, hiä chöng är sich nöd entfaalte, mir verstöng sis Dalänt nöd, (ja, e zürcher ischs de ou no), und er mües itz halt wäg, sich gah verwürklichä… ja u du meischt gli drufab isch er ou furt gsi.
Dr Fridu het du meischt e huere Mischt abgla – minimum Schuelkommision hets brucht wenn nid tFürwehr ut zChanettli isch du geng zäh tag bis drü wuche nüm us em Näscht cho.
Ja und dies mal wo er halt dann wieder mal da stand, war halt schon fei viel Zeit vergangen gewesen. Ich kam grad wieder mal vom Tee trinken, die Ehrenbürgerin war auch dabei, und da sahen wir halt was geschah.
Der Fridu, der stand vor der Türe, zChanettli het chli närvös hinger fürä gluegt. Fridu, so mit den ufäglitzen ärmeln und den Fäusten an den Hüften hat er dann schon gar nüm wie ein Büebel gewirkt. und Dri gluegt het er haut winer luegt we de gar nüm guet ischt.
Ja, und wo sein Papa dann meinte: eh lueg ou a – miner Liebe chöme mi go begrüessä, meinte Fridu nur:
Nüt isch.
Hää? Ja, das hatte der wohl nicht erwartet und der fiel grad aus dem tritt, sagt man glaub ig.
Jawoll, so dr Fridu, hiä chunsch nid inä. Mira chasch grad wider gah. Hesch di haut einischt zviu us em stoub gmacht und enttüscht. Hiä si Channettli und ig di heim, du hesch hie nüt meh verlore.
Ja diser isch grad mau baff. Ja u du meint er so spöttisch, was wosch du scho, du Lümu, häsch dr Morgechlapf öppe no nöd gha, aber är chön da scho nache häufe…
Chumm du nur, du schwachchopf meint dr Fridu ganz ruhig.
Ja, u du merkt ers grad. Em Fridu isch ärnscht. Är gäbt im guet – we vilich nid unbedingt gärn uf tSchnörrä. Mittlerwile si fei Lüt am Gaffe.
Ja, seit du diser, Ig ha haut khe Sohn… u dräht sich wäg.
Fridu lachet numä chaut u meint troch är söu doch mau Zyt zäme zeuä, woner für si famili da sig gsi – was derbi ou usä chäm – für Vater tsy längis fou fäu nid. Nimmt zChanettli i Arm u geit inä. Diser luegt scho ziemli dumm us dr Wösch, aber es blibt im nüt, er mues gah.
I sta mau da, u du zupfts am Ermu – chumm, mir göh ga Crepes mache, meint du Gertrude – hop hop, i Chäuer, bring a Späcksyte und Himbeer Comfi… Keine Ahnung, was das aus grad soll, eigetli will ich mal über das was grad passiert ischt studieren. Wo ich wieder oben bin, sind schon zwei Pfannen auf dem Herd, und es wird gschwingbäselet wis nüt meh gäb…
Ah, guet. Tuesch dr Späck würfele, Schnittlouch hacke… ig luege äuä gad blöd – Gertrude meint, Ja hesch ja gseh was passiert isch. Fridu u Chanettli bruche itz grad öppis sauzigs u dernah öppis süesses – Crepes göh haut schnäu… Ig chumä it ghäng, und bin plötzli chli froh für die Zytä wo mi tHenriette in die Küche kommandiert, und sagt genau so du muesch schnidä …. Finger u Dumä inä, u nah heeer nur stossä odr nur zi.hää… und sagen duscht tu nur: oui Chef… e spezieui Aaleitig, aber i mues säge, sie hets scho im Griff, tHenriette, zChoche auso.
u gli drufab si mir mit je emne risä sSapu sües u sauzig crepes bim Fridu u Chanettli diheim.
Die beide hocke im fischtere, es wird nüt gredt. ig decke dr Tisch, u meine nur, Fridu, härehockä. Gertrud tuet ZChanettli sochli zart härebugsiere u mir ässe.
Ja, u irgent wie hat sie halt recht, die Gertrude. Also gut gehts den beiden nicht, aber auch nicht mehr so ganz verschissen wie vorher. ja, und dernah tuet Gertrude allen einen gäbigen Gutsch Brunä ins Kafi, und dann brichts aus dem Fridu ussen:
Das Arschloch, das huere verlogne … aber es isch mi Vatter ….Gopfertami, huerä verfluechti Kakke… hanig itz diä Familiä ändgüetig vercheibet, nei … Ja … scheisse no mau… U Ig wo der Fridu mis haube – quatsch mis ganze Läbe kenne und aus eigetli mi bescht Fründ aluege ha no nie gseh, das er deräwäg am änd vo was ou immer ischt.
Gertrude nimmt siner beid Händ – Fridu – seit si:
We eine öppis vercheibet het, de bischs ganz sicher nid du… Wes öpper isch, de wüsse mir hie au wär. Mönsche si Mönsche, wärdes äuä ou geng blibä. Mache Seich, Schissdräck u leider no schlimmers – sigs us Dümmi, Bosheit oder beides, oder eifacht wiu si gad nid angers wei chönnä.
U si nimmt e hang vom Chanettli – los, bis stouz if di Sohn – richtig stouz. Isch gad chli schnäu gange, und es tuet weh, het aber äuä müese si….heschs gseh u ghört, är isch itz e Ma – steit fescht u ufrächt u seit was isch. U bis ou stouz uf di – heschs praktisch geng allei müessä schaffe – aber lueg – lueg was du aues voubracht hesch…
Gertrud redt nid lut u nid wi si würd predige – aber si meint jedes Wort und es passt eifach. u ig bi wider mau so richtig froh, für dä heiss Summertag vo eismau, wo ne euteri Dame zwägli dürab vom ichoufä chunt u meh dür zuefau oder glücklicher Füegig nid eifach vorbi geit, sondern i mis läbe chunt – vo dr Dorfschrulle zur Ehrenbürgerin us spass… für mi aber haut viu, ganz viu mehr wird.
Chanettli und Fridu hei sich grad chli öppis zsäge – mir löh se u mache derwilä tChuchi.
Ja u du ischs zyt zum gah, Fridu chunnt mit zur Tür u meint: Merci – Ehrenbürgerin numero uno. scho rächt meint zTrudi – Los, isch nid auer Tag Abe – me mues sich im Läbe ja nid für immer Türä itz gsicht schletze… aber wirsch äuä müese standhaft blibe – er wirds öppe no versueche. Am beschte packsch siner sache zäme, u wenn er znächscht mau ufchrüzt – hie mitnäh, und uf widerluege… Es wird hoffentli später so sy das ne aus gascht chasch begrüessä – das wird aber si zyt bruchä.
Ja und dann beim letschten Tee meint zTrudi nur: u de, schribsch es uf? het di tMuse Küst? Mittlerweile weiss ich was Musen sind – wo das Trudi eben von den scheinbar so inspirirenden Wesen verzeut hat habe ich gemeint: i dämm fäu müesi tMusee tGarage vo de Musene si… ganz fausch lig i nid, het si gmeint, u mi gedanke sig vo re provozierende Früschi – wis mit em Ölwechsel bei denen dann so sei? das sei eben im Moment halt etwas schwierig, mein ig, zAmbrosia sig usgange….
vofau hani gmeint we das e kuss sig, de lanis gad la sii, ig luegis ehner wi ne tritt i arsch a, u abgseh dervo sig mini Muse e fuli drucke, u wes si si gsäch, chön sis ihrä gärn usrichtä – i stossi si i bach wenn si mir über ä wäg loufi…
Ja, isch haut immer guet mit der Ehrenbürgerin… aber i has ufgschribä – ja u vilich chan ig haut nüt erfinge, u mues das haut schriba was passiert – mir wärdes gseh.