Work Life Balance

Was ischt das? kann man das essen? Nun also dann halt – habe ich mit Büebu – das ist so einer vom Nachwuchs, wo ich arbeiten tue, über die Work-Life balance diskutiert. Also Englisch kann ich halt, habe ihn aber grad äxtra gefragt, wassn das den genau sei, die Work Life balance?
Das sei die wirtschaftliche Zukunft – meinte er leicht aufgeblasen- … die Rückstellung von privaten Interessen zugunsten der Arbeit…
Ach so. Glücklicherweise lebe ich auch, wenn ich arbeite, denke ich, ob da echt was falsch sei?
Kommt mir ein Seniorchef von einem anderen Leben in den sinn – wo der Juniorchef so alles einwenig zungeropsi organisiert hat, seufzte der tief und meinte: Neue Zeiten verlangen nach neuen Ideen…
Dann hat halt das Telefon geschellt, und war fertig mit diskutieren und sinnieren.
Also – der Bübel. Das ist einer von den guten. Von seinem Karma oder den Sternen oder woher auch immer mit der Akribie, der Disziplin und dem Pi-Pa-Po eines Analtheoretikers gesegnet, dazu aber das sonnige Dispositiv vom Bonvivant. Ist er voll italienischen Geblütes – also kann und tut der reden – nicht nur bis die Kühe in den Stall, gemolken, der Bauer gegessen, noch schnell auf die Alte und des nachts noch pissen gegangen ist – item – ischt dieser immer noch am schnurren – obwohls scho lang nüm zsäge git.
Und dies alles holistisch gesehen, noch recht gut verteilt – ist er also pünktlich – noch gerade, zuverlässig, aber nicht bieder, genau und doch charmant – quasi. Und ein guter Kumpel noch dazu.
Hat er dann und wann Stress und üüh dir – wie und wo soll das alles enden – Auch ein Kind seiner Zeit, ist er ziemlich gut mit seinem Mobile verwachsen und in der Zeit wo er pro tag sein Telefon streicheln tut, mit den Schatzeli schreiben, und irgendwelchen Ungeschickten zukuggt wie sie auf die Fresse fliegen hätt er vermuetlich glatt die gleiche Arbeit ohne Stress gemacht… aber eben – neue Zeiten…
Nun ja. richtig Fett sollen die Autos, das Haus und die Uhren sein – aber Arbeiten ja nicht zu viel dafür. Ist ja nachvollziehbar – habe ich persönlich auch noch kein Bankkonto zum heiraten gefunden… aber item – geht es hier um die Work Life balance.
Hab ich und mein kleines Hasenherzli mich scho lang mit der Tatsache abgefunden – so für richtig Malochen und dran klotzen bin ich wohl nicht gemacht. Hab ich halt immer Jobs gewählt, die mich fei gut dünken, zwischen düren habe ich das Gefühl ich täte bitzeli spielen… aber bis am Schluss artets trotzdem immer irget wiä in Arbeit aus. Will ich ja natürli auch gut sein – naja, geben wirs zu – nicht gerade excellent aber schon eher sehr gut… In wie fern (oder nah) die jeweiligen Chefs da durchblicken bleibt mir ein Rätsel. Bisher waren die meisten, doch recht nett, aber zu meinem grossen Bedauern wurde ich bisher noch nie mit Gold überschüttet – einmal gabs einen roten Teppich, aber der war nicht für mich – musste ich den appen postitchen.
Und sind wir nun am Ende der Weisheit angelangt, und ganz ehrli – nicht viel schlauer als am Anfang. Selber sehe ich mich grossomodo balanciert. Tue ich halt gern go schaffe gehen – ausser man wir getrijaket, und / oder Ungerechtigkeit und Dopplemoral herschen vor – aber sind wir ehrli – dies ist immer und überall beschissen.
Und dann gehe ich auch gerne in den Feierabend, in die Ferien und die Weiterbildung. Und komme auch gerne wirder.
Wenn ich denke, so ganz früher in der Höhle und so. Hat man wohl gegessen was man erlegt hat. Ging das Feuer aus, hat nichts mehr gedampft – nicht mal die Kakke. Wochenende? War nicht mal Science Fiction aber angersits war auch immer ein wenig Wochenende – so hoffe ich emel. Ein ganzkleinwenig bitzeli versuche ich das auch so zu sehen.
Under der Bübel? Ist halt einjeder selber der Kapitän vom Schiff von seinem Leben. Wird fou fäu spannend zu sehen wohin der segelt – hart am Wind, oder eher chli wi Trybguet – butelets mau hiä mau derte… sini Sach söu ers guet ha uz zLäbe gniessä!
Und zu guter Letzt: bin ich im richtigen Leben nicht ganz so oberflächlich – so von wegen Bankkonto heiraten … da gibts a schon Wichtigeres – hoffe ich emel das Steuer meines Lebens nie aus der Hand zu geben. Hat mal einer gemeint: Löt nech nüt la gfaue u blibet wi dir syt!


FE März 23

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