Nun ja – gabs noch diese sorgenfreie Zeiten prä – Pandemie – konnte man hauben noch unter die Leute, so auch an einem Sonntag, auso dem ersten im Monat auf den Flohmarkt der Reitschule der Stadt Bern aufschlagen. War dies alben rundum ein gelungener Ausflug, tatsächli öppen ein Schnäppli, immer für ein Amüsement gut und oft gar eine nach meinem bescheidenen Dafürhalten recht nette Synopsis der Stadtberner Gesellschaft.
Junge Damen, immer gestylt, so von 0815 über schrill bis dezent elegant – aues säuber gmacht nicht zu vergessen – haben alle fau fäu immer eine halbe Chleiderboutigg derbi. Stell i mir vor ist die Kreditkarte endgültig am verglühn, oder droht die WG mit blatanten Rauswurf wegen akkuter Modeschwemme – mit erfrischend realen Preisen, so e schöne, rundä Füfliber ufwärts wird da easy come – easy go die Ware feilgeboten. Da können doch immer wieder Scenen genossen werden – auso dä Fues geit vilich scho i dä schue – aber nach füfhundert meter Daggle bruchsch e Säubschtfindigskurs u drü Wuchä Suva… Tja Vanitas Vanitam u heschnidgseh …
Dann schleichen vereinzelt die Mehrbesseren umenang, sagen nix aber Austrahlen tun sie: … Ja auso, mir chömä numä chli cho luegä – isch eigetli süsch nid so üses Umfaud – aber hei mir gspändet … schön heit ihrs hie – anders, aber scho rächt…
Aber so suma sumarum doch ein recht harmonisches Vielerlei, nicht unbedingt einig aber doch friedlich beisammen.
Irgeteismau ists dann zeit für ein Kaffee – aaah in der grossen Halle – eine Bar… Erinnerungen werden wach – vor mängem mängem Jahr an epische Konzerte, stümperhafte Flirtversuche und eben der Bar – ein Bacardi Cola im Pappbecher für einen 2liber bei den Punks – wobei Cola Bacardi wohl eher zutrift…
Item, mau bsteuä: der Espresso geht noch, aber als bei der Schale die Frage kommt: Hafer, Mandel oder Sojamilch – da muss ich dann schon intervenieren – nid mau vilich den Kaffee mit sowas vergiften … öb si nid öppä öpis heigä was mau ir ä Chueä drin isch gsi? fragt der Kollege diplomatisch.
Nei nei, äbe nid, hüt wetti si äbe gärn chli andersch… gits haut khes Kafi – auso derte emel nid…
Und seither ist doch scho einiges an Wasser der Aare runter gegluggeret, und eis mau beim Einkaufen hat mich dann doch e chli wenig der Hafer gestochen – wenn man das so sagen darf – Sah ich eben diese ganzen Laktose ersatz Dinger in reih und glied aufgestellt und dachte mal:
Muesch es ja nid i Kafi kheiä, aber mal probieren, vilich ischt es ja sogar fein? Gesagt getan und je einen strammen Liter in das Einkaufswägeli gepigelet.
Als erstes mal fällt auf – das Zeug ist garstig – teuer, aber nun gut – was nix kostet ist nix wert. Diheim dann frohgemut mal den Haferdrink eingeschenkt, wässrig weiss, ein ehnder trauriges geplätschere, aber dann im Gaumen doch sehr nett, so etwas nahrhaftes im Geschmack und angenehm rutschig. Für sich gestellt gar nicht übel – gar eher gut, ganz sicher nix für Tee und Kafi, aber wer weiss, vieleicht kommen mir noch ein paar Anwendungen in den Sinn…Dann meine grosse Hoffnung – die Mandelmilch – mag ich eben sehr gerne Mandeln in fast jedem Agregatszustand…
Pfui deibel kann man nur sagen – liebe ich wie gesagt Mandeln über alles, aber das? so schmeckt Nichts wenn Nichts ein Geschmack hätte, oder eine aufgelöste Kornfleeks Packung – nicht das ich selbiges so probiert hätte, aber in der Vorstellung öppen äbe eso.
Das Soja Gedöns ist kein deut besser – wässrig mit einer unangenehmen Bitternote im Abgang – ein klobig – unbeholfenes Getränk und nö, nicht meins.
Tja – so stehe ich nun da, reaktionär und unbelehrbar, und wenn ichs mir so überlege obwohl nicht grade extatisch aber doch beruhigend oft frohgemut bis glücklich und in tiefer Dankbarkeit der Lisa, Elsa, Anna-Belle und den unzählig anderen furzenden Wiederkäuern gegnüber, die doch mein Kaffee und Tee zu dem machen was es ist: huerä fein nämli!
Merci viu mau, und in diesem Sinne: Milch Lait Latte.
FE Juni 2022