Wörter

Früher also – da waren Wörter für mich Wörter halt und i ha gschnurret wie mir der Schnabel gewachsen ist – was ja Blödsind ischt – natürli und zum glück habe ich keinen Schnabel, und schon gar keinen Vogel …und was das vögeln angeht… ja, woll öppen gerne wenns grad passt, aber lassen wir das.
Zur Schulzeit eben da mussten doch in aufreibender Regelmässigkeit Aufsätze geschreiben werden. Ja und da fand ich Wörter gäbig doof, denn genau dann, wenn man einen Aufsatz schreiben sollte, gehen einem doch tausend Sachen durch den Kopf die hier und jetztn grad dringender, spassiger und schöner zu tun wären… als eben die anstehende Aufgabe, zu der just in diesem Moment gar kein einziges pertinentes Wort bezättweh eine sinnreiche Ansammlung derer, so als Idee für eben genau DAS in, durch oder wenigstens irgendwie an die Birne klatschen, flattern, kriechen, hüpfen, gehen, schwadronnieren, knallen oder sonnst in einer Form eben daher kommen täten würden.

Ühdir – was für ein Monschter-satz. Geht vermuetli gar nicht, abr i lah ne la stah – wiu i cha!

Ich meine, die Themen waren zeitweilig durchaus spannend – haben zum Bischpiu die griechischen Götter und Helden fei einen drauf gegeben und nicht viel anbrennen lassen.
Aber eben wenigstens von der Muse habe ich mir einen kleinen Nutzen erhofft – so sas ich da wieder mal laborierend an so einem verflixten Aufsatz – und da hab ichs nicht mehr ausgehalten und habe der Mutter verkündet – ich gehe jetz nach draussen, es sei wichtiges zu erledigen, unabdingbar und nicht zu verschieben!

Ach so – da müsse wohl schon gehandelt werden meinte die Mutter – aber wie es so mit meinem Aufsatz stehe?
… ja also, mit dem wird heute wohl ehnder nix – die Muse habe mich eben nicht geküsst – damit und einem aus meiner Sicht doch unwiderstehlichen Lächeln wollte ich mich von dannen trollen.
Tja, so Mueti – vielleicht sollte ich nochmals die Profeli putzen und die Haare strählen, und wenn ich wollte könne ich gerne auch ein paar Versli lernen… wie auch immer, es sei ihr egal, der Aufsatz wird jetzt geschrieben, mit oder ohne Kuss… und wenn ich Sie dann gefunden hätte, oder sie mich, die Muse auso, dürfe ich sie grad zum zNacht mitnehmen, sie wolle sie gerne kennen lernen.
Ja was wollte ich nun, ausser mit den Zähndli knirschen gabs nicht mängs. Habe ich die arme Mutter bös angefunkelt, aber innerlich musste ich schon denken, tja dumm gange, has versuecht… aber suber umä gäh – hundert Punkt für di Mueter.
Nun hat sich mit der Zeit meine Beziehung zum Wort ähnlich wie zu Oliven, Knoblauch und dem Fondue nachhaltig zum Guten verändert.
Ich meine doch – kann man schon fei chli spile mit em Wort und siner Kollege. Manchmal gehts gar fei ring – andere male tut man sich abmühen und chnorzen wienä Morä und dabei kommt nicht mal viel schlaues heraus.
Toll ist, von wegen Wörter aneinander mechifiszieren und so – hat man noch viel viel mehr möglichkeiten als Lego und Meccano zusammen quasi – quod est demonstrantum – wenn man die Welt der Litaratur ankukkt.
Und gratis alles das. (Auso wenn man schreiben tut, mein ig). Da sag ich nur – Potz millionä – und hoffe das mir no chli öppis i Sinn chunt…

FE Feb 23

2 Gedanken zu “Wörter

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