Also früher, nicht richtig früher, einfach prä Pandemie wo für das Reisen eine fett gepolsterte Kreditkarte und mobiles, oder emel Internet das wesentlichste waren haben wir, also ich und ein paar Kumpels halben so etwas wie ein Roadtrip gemacht. So die Route, und wo man plus minus übernachten will zfade gschlage und dann los.
Uns Männern wird nachgesagt wir seien schwanzgesteuert. Nun ja, hundert pro kann ich dies nicht dementieren aber item, will sagen, wir sind auf diesen Trips Gastro gesteuert. Hat der eine Kumpel ein untrügliches Gspürri für die richtigen Rast – und Gaststätten. Einmal in Gibraltar, das ist so ein gehöhlter Felsen am Anfang oder Ende des Mittelmeeres je nach däm wit luegsch – und wenn man dörten rein will, machts manchmal ting ting ting, die Lichter blinken, die Barriere geht runter und, nein kein Zug, sondern whhhuuusch und Flugi landet.
Potz. denkt man.
Dann geht die Bariere wieder ufen und man kann in eine kleine und gar wunderliche Welt eintreten. Ist dieser Flecken halt ein letztes Zipfeli des ehemaligen Empire von den Briten, ist noch so grad häb chläb an Spanien aaglimet und äneführ sieht man schon Afrika, aber wehen tut hier der Union Jack.
Derten ist alles eng, steil und einerseits british steiff und angerseits südländish bunt. Die Kids in Schuluniform, Ehrwürdige Herren schlurfen in den Finken mit den ufägedrehten Spitzen und dem ganztages Pyjama, wie üblich bei denen diheim. Musste ich natürli grad in ein Supermarket, die ganzen britischen Leckereien shoppen, dass es die Reisetasche bald sprengte, aber eben richtig bittere Orangenkonfi, Tee, der den Namen verdient, nicht nur braunes Wasser, Short Bread, Marmite, Lemon Curd, Pfäffermünzschoggi… üüüh dir da wird mir grad angersch, so fein…
Aber item – waren wir ob dem Fläckli fasziniert und erfreut und gedachten hier zu nächtigen. Als einzige Möglichkeit schien ein grosser Klotz mit Schnörkel und Marmor. Der Preis war garstig, aber scheinbar grad in Aktion, zwar immer noch schlimm aber nur halb so.
Shit the dog on top dachten wir, wann kommen wir wieder nach Gibraltar? Lets go. Also, die Mietbänne, ein Japanisches Gartong – Origami – Auto, aber es fuhr und platze grad so gäbig zwischen einem leicht vernachlässigten Teil mit dem fliegenden B und einem hochglanzpolierten Flügelmonster. Latschten wir auso in eine sehr grosszügige Halle, opulent würde da wohl passen und wurden schon gli druf ab fein british gegerüst.
Einmal nächtigen für zwei Personen wenns geit bittschön meinten wir.
Aber gerne die Herren, die Pässe und es mache dann so und soviel…
Merci schön, mir zale getrennt …. aahh yes, no hö, mmmmh…. ah ja, habt ihr unsere Aktion gesehen?
Daich, meinten wir – zwoi mau tHeufti, quasi… So sorry Sir, aber das gilt nur für direkte Buchungen übers Internet … wird uns beschieden.
Ach so – blöd… ja, habt ihr denn Internet? Säubschtvernatürli, derten zStägli uffen, u de links u die erscht Türe.
Sängg hiu fery mötsch, ob wir die Taschen hier lassen können – gerne doch.
Bald darauf hatten wir unsere Reservation – haben wir gedacht, damit es nicht grad auffalle näme mir no grad eis. Und so haben wir inmitten blaugespülter pudriger Damem und doppelgereihten Herren streng gekämmt gApperölet – ich als Brite natürli Tee und Scones mit Rahm, Kumpelchen bedachte die lokale Braukunst. Sehr fein das ganze und wunderschöne Aussicht auf die Bucht.
Dann nochmals zur Rezeption gedackelt – grüezi – hei mir reserviert…
Meinte der junge Mann nach einer Weile leicht geflustert da sei wohl was schief gelaufen, er sehe uns nicht auf seiner Liste, und legt uns verlegen ein Papier vor.
Das sei nicht verwunderlich, meinte Kumpelchen, sei die 11uhr30 ausgedruckt – jetzt sei 17uhr 13 – er solle doch nochmals … und ploink – hatten wir unsere Zimmer – nun preislich eher zu unserer Zufriedenheit und sehr zum Amüsement des Personals
Beim erkunden der Stadt sehen wir dann so ein gemauertes Gewölbe, ein ehemaliger Fishmärit heissts, jetzt Beiz – hier essen wir! Verkündet Kumpel – war ich ob seiner Wahl noch nie enttäuscht und in diesem Sinn: Aber gern doch.
Federn wir dann halt kurz nach den siebnen ein, mit der festen Absicht ein Tischli zwecks verzehr vom Stück vom toten Tier in beschlag zu nehmen. Fragt der Kellner ob wir reserviert hätten – nicht doch meinen wir, sind spontan reingelatscht… Ja, wenn der Platz dahiä im Vorraum passe gehts, meint dieser.
Tja – guet gmacht haben wirs, noch ein Päärli wird eingelassen und dann ausdimaus fertig, ein andermal gerne. Die Karte lässt auf grossartiges hoffen, und wir gehen aufs Ganze. Vorspeise, ein Teil vom Rind und noch so Beilagen.
Ahh, die Herren haben Hunger? meinte der Garcon.
Tütterli! meinen wir. Er be-eugt uns etwas etwas kritisch – was luegsch – no niä Manne mit Ränze gseh? Denke ich. Aber dann die Vorspeise – mega – so ein schmelzige Omälette, pikant, und leicht gefüllt mit auergattig gmüesigs u Piuzä. Einfach fei, hätte für sich schon bald eine Mahlzeit ergeben.
Und dann der Hauptgang – ein herrlicher Klops vom Filet, aussen kross, mit den ganzen dazugehörenden Aromen, innen bitzeli blutig, aber durch und durch gewärmt und so zart, wot dr Hegell gad vo säuber dörtederdür.
Die Beilagen, Okra, sowieso ein mega Gemüse, dann die kleinem Plizlis, huerti im Öl ir Pfanne mti chli Sauz rundummen chert und ole ole, einfach sensationell.
Ja, und da wussten wir auso warum der Kellner deräwäg glüsslet het – es isch fasch chli viu … hei mir de haut gäbig chli Digestiv gno u no am Schluss no es Kaffi wo brönnt…
Tja, so icherä isch richtig. Hei mir üs eifacht chli gwungeret warum öppe so Töggeli usä chömi mit zünd-roti Gringä? A somne Abe muesch ja sicher mau Getränk wäg bringe – ja, isch äbe im Hauptruum inne a offne Houzcholä Grill, öppe knapp füf Meter läng mit gäbig Chöch dranne am ume wusle. TGescht hocke anenang anne a mega länge Feschtbänk – gmüetlich – eifach diä am Grill anne wärde auä chli mit- gaaret…
Am nächschte Tag geits no uf e Hogger. Fei aut das Seilbähndli, aber wo mir uf em Schiudli Von Roll u Carrosserie Gangloff gseh – schnadig! TAffe si numä affig – i meine i chöns nö begriefä – wirsch jahrus jahri vo Turis begafft – chämi äuä ou uf en Aff.
Aus i auem fei es Erläbnis – so imne Tag heschs gseh. U so richtig guet gsesch es bim nunusibä-Schangli, wo si us en Flugi hüpfe gad so bevor zgrosse Gjufu aafaht.
Und ja, mir hei gluegt – Aagflogä wird Gibraltar numä vo British airways, später Iberia… Dekadänt gnue wäre mir, Isch für hurti ga znachte eifacht ztür …
FE jan 23