2.
Ja so geht das halt in so einem Dorf. Und eben, die zeit kommt, oder die zeit geht, mau so u mau so. ich weis es auben nicht so genau. Vermuetli chli beides und gad chli angersch – aber ig weis leider nid gad wie man das besser schreiben soll.
Ja, seit der Bananerepublik ischt das Dorf immer noch das Dorf. Aber trotz dem ischt einiges gegangen.
Zersch mau hat das Esti nume no gnärvt und dann ischt si usä züglet. Ja das Esti will eben gerne Lehrerin werden. Schon das ist ziemli bekloppt, aber eben – zMueti meint, nume la mache.
So eine grosse Schwester ist im Prinzip müesam und lästig, wiu di meint eim immer müese zsäge was meh ztüe heigi… ja, aber eben dann hiuft si auch wenn man auben bei den Ufzgis nid witer weis, und cha hauben scho viu so chli erkläre we me gad nid drus chunnt was bi de Grosse so geit.
Zersch wollte sie nicht mehr so spielen, was schampar schaad ischt, denn wenn eine ein Bächli stauen kann, dann ist es das Esti – einischt haben wir kschnau vor der Au gstouet, mit em ne chline Wasserredli wo si im Wärke gmacht het u auem. Aber nach em zMittag hei mir gar nüt me dra daicht.
Plötzli steit dr Brupbacher Wale da u meint gopfertami auso, öb mir ne wöuä la verdurschte und si Acher in e Sumpf verwandle he?- dr Papi söu das Wärch gad cho luegä… ja u du sisi haut die Mur ga studierä, isch nid wiit gsi. Jaja, meinte der Wale dr Öpfel ghei nit wiit vom Stamm… Auso, e Sumpf sigs ja no grad nid meint dr Papi und so vom Gsichtspunkt vom Ääschinör sig das scho erschte Sahne, Gfäu, ibettig itd Landschaft und Usführig – topp, aber äbe… und man konnte dann halt schon sehen, an den Eugli, und wiu er zLache het müese verchlemme – dem Papa hat das fei gefallen.
Jaja -u äbe, scho guet – sis Veh heig durscht – so dr Wale – abruhme… Ursli het natürli grad vöuä dri stüpfä – Päpu het numä gmeint, nüt isch – wenn das Wasser de aus ufz mau chunnt ut Steine mitriise, de heig er de Fürabe dr Ursli – also mussten wir unseren Staudamm retour bauen, was zwar irget wie noch interessant war, aber nicht grad so gegfägt hat…
Und dann ischt sie immer mehr in ihrem Zimmer blubä, das Esti und hat nicht mehr viu brichtet ussert usgrüeft winä waud vo Affe. Ursli het eis gmeint ob si ächt ou itz de Demänz bichäm, wits Grossi Schangli wo itz Heim het müese… au hei du fei glachet – ussert zEsti vo haut gad ufz Zimmer ischt u Türä kschletzt het.
ZMueti hat du gmeint, zEsti heig äuä grad chli nes gJufu mit sich säuber, sie wärdi itz haut langsam vom Meitschi zur Frou, u das göng haut nid gäng so ring… i ha du gmeint, vilich söt si chli langsam pressiere dermit – wie dr Götti Girsbärger aube seit, ig würd re scho chli haufe süsch…
Das sig de scho schampar nätt vo mir meint du zMueti – aber leider funktioniers nid so – da mües si säuber düre.
Ja haben wir das ganze Zimmer vom Esti wos dann so weit war abgebaut und eingepackt und verladen auf den Vertlehnten Lieferwagen vo der Migro. dann in die Stadt füren gefahren und abgeladen und das Ganze in einem kleineren Zimmer wo komisch schmöckt wider aufgebaut. ja und wo wir dann endli fertig waren und müed, sitzt doch das esti ufz bett ab u verrührt thäng u mues grad brüele. ja u z Mueti macht grad ou mit, u der Papi meint chömet Manne mir göh es Glace gah hole… u, bin ich grad chli froh gsi, süsch häts mi ou gad gnoh. u dr ursli, dä het scho fasch chli ta – aber dä isch no chli.
Ja zersch habe ich gedacht das sei dann guet, keine mehr wo gäng dri schnurret, aber üüü hat mir das esti gefehlt. es isch wi nes grosses lärs loch gsi. ja, und dann war ich halt schon froh wo si mir fürs wuchenänd zu sich in die Stadt eingeladen hat.
Zuerscht war ich eben dann gäbig verlegen, weil ich die mitbewohner vom Esti noch nicht kannte. Da war eben die Ulrike. Das ist eine von Deutschland, die wollte Pfarrer studieren. Das war dann schon komisch, weil die war gar nicht so wie der Rüdisüli, die hat u viu gelacht. nur wenn sie durch die brille gluegt het hats streng ausgeschaut. meistens hat sie obe dür gluegt, mit grosse liebe schwarze ouge. Aber zum Trösten ist sie vermuetli schon sehr guet, Sie ischt nicht dick, es hat eifacht ganz viel von ihr.
Nachhär hets zAannebärbi gäh. Das ist eine Gärtnere gsi. Auso isch no. Di het nid viu gseit, aber das bini scho vom Papi gwonet. Derfür hatte sie entweder einen Roten gring von der Kälte oder einen braunen Gring von der Sonne.
Dann war noch Michelle. Die kommt von Japan und hat Oboe studiert, das ist so etwas wie eine lange Holzflöte wo man tSchnörre gegen innen mues cherä u zämmen druckä das es tönt. U wes de tuet de tönts e chli furzig. Aber vlich war Michelle halt noch eine Anfängerin?
Und dann die Ooong-ri-ett. Das Esti meinte das schreibt man Henriette – die spinnen dann gäbig, die Franzosen … Henriette… Das ist eine vom Welschland. Am Anfang habe ich die fascht nicht verstanden mit ihrem Aksong, aber du isch du gange. Die Henriette hat auch irget öppis gstudiert – das Esti meinte sie studiere öppe dr Usgang. Meischt ischt ire irget dr Puli vor schuterä drabgrütscht oder so – we si überhoupt het dra deicht richtig Chleider aazlegä.
Ihre Eltern haben eben ein Comestible – das isch e Lade wo tür isch mit ganz feinem Ässe vo überau här, ou wit wäg, het du zEsti erklärt. Und weil sie halt immer so viu feins zum Menue beisteure, tut man ihr es nachsehen, dass sie immer zu lange im Bad hat. Wobei am erschten abe wär mir fascht es unglück passiert. Ich musste dann wirklich halt schiffen, und die gumsle wollte und wollte nicht aus dem bade kommen. ich habe mir schon überlegt in die grosse Vase, die im gang mit den Trochäblumen stand – zum glück kam dann Esti und hat gepäged – ca süffit, maintenand, mon frere fait pipi a ton lit… ja und dann ischt di ussen gestürmt und ich konnte endli go schiffen. ü hat das gut getan.
Voufäu hats dann Tortellini gäh, vo Henriettes Euteres gomeschtibu… hat die dann gmeint, so was habe ich wol öppen noch nie gehabt… wouwou, dänk öppe scho, tGrossmueter vom Pietro machi diä immer früsch, weisch dr Pietro das ischt üser links ussä, und zum Penauti sig er ou dr bescht, di göh im eifacht inä. … mir sägi im haut gas fues wiu siner Latsche deräwäg schtinkä… THenriette fand diese geschichte vermeutli ziemlich doof, hat sie runzeli gmacht und öppis uf französisch brümelet – Derfüren fands Esti wohl öppen guet, hat die ganz still in sich innen glachet.
Ja und am nechsten Morgen – Samschtig – sind wir in die Stad go lädele. Üüü het das züg. zeint besser u schöner aus das angere. aber eben. a jedem vo dene sache hets es fädeli mit ere edigett und ere zau druffä. ja ir stadt hets scho aues. aber muesch de gäbig gäut ha für das aus ou zchoufä.
Am Sunntig sind wir auf den Hügel uffen mit einem Bähnli. Die Ulrike und die Henriette sind auch mitgekommen. das war dann schon sehr speziell, und man konnte auf die ganze stadt runter luegen. Henriette und Ulrike haben dann fascht ein Gstürm bekommen, weil sie sich nicht einigen konnten, welches das Haus ist wo sie drin wohnen tun. Zum Glück ist die Henriette mit einem oooh les Boches – incroyable abgedampft. Ich meinte dann zur Ulrike, dr Gischider git nah u dr Esu bliibt stah – Sie meinte nur: recht hast du Junge, lieber Gott steh mir bei… Das hoffe ich näturli auch für sie, aber der muss dann fei beistehen, von der hats wirklich viel…
Dort oben haben wir dan frisbi gespielt und dann ein füürli gmacht und würste gebraten. Auso für mich war das schon ein sehr gelungenes Wuchenänd, schon nur wegen Esti, aber auch ihre Mitbewohnerinnen waren fei gut – und weil es so schön war darf ich jetzt immer wieder kommen für ein Wochenende. das ist gut.