Ja also, habe ich neulich doch des Abends wieder mal in einem Comic Büchli geblättert, fällt doch da ein A4 Blättli ussen. Ha, was das wohl sein könnte? Nun, ist es ein Strip, von einer Kollegin höchstselbigst gezeichnet.Schwarz weiss, flächig. Anno 1991.
Ist man also im Himmel, an den Rundumeli, die über den Köpfen schweben und den Federn am Rücken unschwer zu erkennen. Es wird Musik geprobt…
„Nein, Sie können die Flöte nicht gegen eine Trompete tauschen – und hören sie endlich mit der privaten Düdellei auf, drehen Sie sich gfälligscht dorthin, wo das Publikum sitzen wird, und spielen Sie was auf dem Blatt steht – Hosianna nämlich … Und wenns Ihnen nicht passt, können Sie sich gerne in die Putzkolonne umteilen lassen – Scheinbar sind Sie hier neu – wie heissen Sie überhaupt?“
„Davis – Miles Davis“
… Nichts weltbewegendes, kein umwerfender Gäg, aber eine Geschichte, damals aus aktuellem Anlass, stimmig auf einem A4 Blatt erzählt. Alles am rechten Ort, und pertinent – sehr pertinent die Panels platziert und überschnitten grad fett, genau so. Die Ästethik hat die mehr als dreissig Jahre gut überstanden, gefällt mir heute bald besser als damals. Und die Musik des besagten Herrn Davis? Oh ja – gerne. Wie gute Musik halt tut, steht Diese jeglicher Alterung im Zeitstrahl gesehen aussen vor und donderet bis heute in unverminderte Güte aus den Boxen – verführt, groovt und berührt wie eh und je.
Und was wohl aus der Zeichnerin von damals geworden ist? Haben wir uns doch zur damaligen Zeit, gerade so am zwäg ranken im erwachsenen Sein doch einige Nächte um die Ohren geschlagen – also eigentlich wurde gar nix geschlagen und auch die Ohren konnten ausser von einer zeitwieligen Rötung abgesehen für gewöhnlich brav als Solche an ihrem Platze belassen werden.
Item.
Haben wir über Gott und die Welt referiert, Kunst und Kultur bewundert und verissen und über die Frauen und Männer oder das fehlen von gerade den richtigen von Dererart in unserem Leben lamentiert. No so nornau haut, in dem Alter, wenn man das so sagen kann.
Die Dame hat dann plötzlich ganz gschwind zu sich gefunden, war gar nüme schüüch und ist so ziemlich durchgestartet… Wo sie Gelandet ist? Google wüste es vilich – aber für heute lassen wir es doch lieber mysteriös.
Den Strip, denke ich, der mir doch immer wieder ein Schmunzeln gewährt, geht nicht mehr ins Comic Büchli retour – ehnder in ein Rähmli und an die Wand.
FE März 22